Weinsprache
Als normaler Weinliebhaber ist es nicht ganz einfach sich in die Welt der Fachleute zu begeben und zu lauschen, mit welchen Fachausdrücken diese die Eigenschaften eines Weines beurteilen und welch blumige, herbe oder sonstige Worte sie hierbei verwenden. Nachfolgend erfährt der Laie, was unter dem einen oder anderen Wort zu verstehen ist und bekommt Einblick in die Welt der Fachleute.
Als Weinsprache wird die Fachsprache von Weinkritikern, Sommeliers, Connaisseurs und Weininteressierten bezeichnet. Daneben benutzen Winzer, Kellermeister, Weinhändler und andere im Weinbau Beschäftigte eine Vielzahl von vinologischen Fachbegriffen, die für Branchenfremde oft unverständlich sind.
Die Weinsprache und die vinologischen Fachbegriffe dienen der Etablierung von allgemein gültigen Wortbedeutungen auf dem Fachgebiet des Weinbaus. Zur Beschreibung der Weineigenschaften wird ein Wortschatz verwendet, mit dem sich die im Wein vorkommenden Inhaltsstoffe, ihr Zusammenspiel, der Zustand des jeweiligen Weines und vieles andere mehr am besten erfassen lassen, der aber nur teilweise festgelegt und allgemein ist.
Schon in der Antike gab es eine Sprache der Weinverkoster, in der griechischen Literatur hat man etwa hundert Begriffe gefunden. Der französische Chemiker Jean-Antoine Chaptal transferierte den in der griechischen Literatur wurzelnden Brauch der fantasiereichen und blumigen Weinsprache in die Moderne, indem er in seinem im Jahre 1801 erschienenen Werk „Art de faire, de gouverner, et de perfectionner les vins“ mehr als 60 Ausdrücke verwendete.
Die Weinsprache weist einige Besonderheiten auf. Zum einen die Problematik, dass mit ihr hauptsächlich Geschmack beschrieben werden muss – ein schwieriges Unterfangen, da Geschmack immer subjektiv und auch nur durch Vergleiche möglich ist. Daher wird kaum ein zweites Produkt mit so blumigen, aber auch den Laien verwirrenden Adjektiven beschrieben, wie der Wein. Zum anderen ist die ursprüngliche, im Übrigen meist vergnügliche, Winzer- und Weinsprache eine mundartliche gewesen, die in der vorindustriellen Zeit Europas entstand und an regional- beziehungsweise ortssprachliche Varietäten gebunden war.
Bei alldem ergeben sich häufig Schwierigkeiten beim Verstehen von Weincharakterisierungen, wie sie auf Angebotslisten, Weinkarten, in Ratgebern oder bei Weinproben verwendet werden. Die wichtigsten Begriffe sind unten kurz erläutert.
Inhaltsverzeichnis, bitte Buchstaben anklicken:
A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
P
Q
R
S
T
U
V
W
Z
A
abbeeren
Ablösen der Traubenstiele von den Beeren, auch entrappen oder (ab)rebeln genannt.
abfallen
Der Geschmack ist auf den vorderen Gaumen beschränkt, setzt sich hinten nicht fort.
Abgang
Das Verspüren der Geschmacksstoffe beim Trinken, wobei ein langer Abgang positiv bewertet wird und für die Qualität des Weins spricht. Der Geschmack im Gaumen (besonders beim Schlucken) wird in Caudalies (Abgang in Sekunden) gemessen, ein Abgang von 20 Caudalies wird als gut eingestuft. Wird auch Finale oder Schwanz genannt.
Abstich
Trennung des Vorlaufweins vom Trub nach der Gärung. Auch „abschlauchen“ oder „abziehen“ genannt.
Achat en primeur
(franz.: „Frischeinkauf“) Der Händler kauft den Wein bereits kurz nach der Lese, wenn er noch gar keine Trinkreife erlangt hat.
adstringierend
Unangenehm herbe, raue, pelzige Geschmackseigenschaft, die besonders bei jungen, sehr tanninhaltigen Rotweinen auftritt und ein Gefühl verursacht, als wenn sich der Mund zusammenzieht.
aggressiv
wird ein Wein mit übermäßig viel schneidender Säure oder bitterem Tannine genannt, der durch seine Kraft die Schleimhäute reizt.
Alkohol
Neben dem Wasser der wichtigste Bestandteil des Weins. Seinen warmen Charakter erhält der Wein durch Ethanol. Wenn dieses jedoch zu stark dominiert, wird der Wein leicht brandig.
Alkoholgehalt
Wird in der Regel, entsprechend dem enthaltenen Alkoholanteil, in Volumenprozent (°), oder in Gramm pro Liter angegeben. (7,95 g entspricht 1° oder 1% vol.)
Alterung
Lagerfähige Qualitätsweine reifen im Fass oder in der Flasche. Dabei verändert der Wein seine Qualität, indem er störende Eigenschaften mildert, Säure glättet, eventuelle Herbheit abbaut. Mit der Zeit entfaltet er seinen geschmacklichen und aromatischen Charakter. Weintyp, Lage und Jahrgang bestimmen die Lagerfähigkeit des Weins und sind daher für seine Alterungsdauer entscheidend. Moderne Weine sind zum Konsum innerhalb von zwei Jahren geschaffen.
Ampelographie
Lehre von der Bestimmung und Beschreibung von Rebsorten und deren wissenschaftliche Klassifizierung.
A.O.C.
(franz.:Appellation d’Origine Contrôlée = „Kontrollierte Herkunftsbezeichnung“) Garantiert die Herkunft und Herstellungsweise von landwirtschaftlichen Produkten. Bedeutende französische Weine stammen immer aus einem A.O.C.-Anbaubereich.
Apfelsäure
kommt von Natur aus in vielen Weinen vor. Sie wird auch als 'unreife' Säure im Vergleich zur 'reifen' Weinsäure bezeichnet. Durch die malolaktische Gärung wird sie in die mildere Milchsäure umgewandelt.
Aroma
Soll eigentlich im Fachjargon bei der Verkostung die Geruchsempfindungen, die im Mund wahrgenommen werden, ausdrücken. Häufig wird aber auch der Duft des Weins mit Aroma bezeichnet.
aromatisch
Wein mit ausgeprägtem, angenehmem Geruch und Geschmack durch einen hohen Gehalt an Geschmacksstoffen. Aromatische Rebsorten sind solche mit besonders üppigen, blumigen Aromen, wie Gewürztraminer, Merlot doer Zinfandel.
Assemblage
Mischen verschiedener Weine gleichen Ursprungs, um eine einheitliche Cuvée zu erhalten. Nicht mit Coupage = Verschneiden zu verwechseln.
auffüllen
Der durch Verdunstung bedingte Schwund im Fass wird mit Wein wieder aufgefüllt, damit das Fass so voll ist, dass der Wein nicht mit Luft in Berührung kommt.
Auge
Ein anderes Wort für Knospe beim Weinstock.
aufspriten oder Aufspritung
heißt das Beimengen von Weinbrand oder anderen Alkoholen in den Most, um die Gärung zu stoppen. In Deutschland ist dieses Verfahren verboten.
Ausbau
Entwicklung und Vorbereitung des Weins auf seine Alterung vor der Abfüllung in Flaschen.
Ausgewogenheit
ist das ausgeglichene, harmonische Verhältnis zwischen Säure und Süße (bei Rotwein auch der Gerbsäure).
Auslese
In Deutschland und Österreich eine Prädikatsweinstufe. Der ausgebaute Wein kann sowohl lieblich, als auch trocken sein. Er wird durch Auslese der Trauben erzielt, die einen hohen Gehalt an Zucker haben.
Aussehen
Bezeichnet das äußere Erscheinungsbild und die Farbe des Weins. Man sagt auch „Kleid“ dazu.
Acidität
Fachbegriff für die Säure, die dem Wein Nervigkeit und Frische gibt. Wenn der Säuregehalt jedoch zu hoch ist, gibt die Acidität dem Wein einen „grünen“ und „beißenden“ Charakter. Bei einem zu geringen Gehalt an Säure wird der Wein fade.
B
balsamisch
Düfte von Benzoe, Harz Vanille, Weihrauch und anderem. Der Begriff stammt eigentlich aus der Herstellung von Parfüm.
Ban des vendanges
In Frankreich der amtlich festgelegter Zeitpunkt des Beginns der Weinlese.
Barrique
Fassgröße in Bordeaux mit einem Inhalt von 225 Litern. Vier Barriques ergeben die Maßeinheit Tonneau.
Beerenauslese
Prädikat für einen süßen, sehr lagerfähigen Wein. Er wird nur aus einzeln selektierten, überreifen oder edelfaulen Beeren hergestellt.
Bernsteinfarbe
Infolge einer langen Lagerung nehmen Weißweine oftmals eine bernsteinartige Farbe an. Das kann auch passieren, wenn der Wein vorzeitig oxidiert.
Biss
voluminöser, kurpulenter Wein erweckt den Eindruck, als ob man ihn beißen könnte.
bitter
Bitterer Geschmack kommt bei manchen tanninreichen, jungen Weinen oft vor. Kann aber auch ein Fehler sein, der von einer bakteriellen Krankheit hervorgerufen wird.
Blanc de Blancs
Nur aus weißen Trauben hergestellter, weißgekelterter Wein.
Blanc de Noirs
Aus roten Trauben weißgekelterter Wein.
Blume
Bei Weinen häufig verwendetes Synonym für Bukett.
blumig
hoher Gehalt an Duftstoffen.
Botrytis cinerea
die Edelfäule der Trauben verursachender Pilz. Bewirkt durch die Perforierung der Beerenhaut die Konzentrierung des Zuckers in der Beere durch Verdunstung. Bildet die Grundlage für die Herstellung weißer Süßweine.
Bratengeruch
entsteht durch die Edelfäule bei den Süßweinen. Das Aroma und der Geschmack erinnern an Eingemachtes, selten auch an Konserven.
Bruch
Durch Oxidation hervorgerufene Trübung des Weins.
Brut
Herbe, aber nicht saure Weine, Champagner und Schaumweine mit sehr geringem Zuckergehalt.
Brut zéro
siehe Restzucker.
Bukett
(franz.: Blumenstrauß) Summe aller Duft- und Geschmacksstoffe.
bukettreich
besonders hoher Gehalt an Duftstoffen.
C
Caudalie
Maßeinheit für die Dauer des Verweilens der Aromastoffe des Weins im Mund. Entscheidender Faktor für die hierarchische Einsortierung eines Weins.
Cave
(franz.: cave f.) Keller, besonders Weinkeller.
Caveau
(franz.: caveau m.) Gewölbe, Weinprobierkeller.
Cellier
(franz.: cellier m.) Weinkellerei
cep
(franz.: cep m., cep de vigne) Rebstock oder Weinstock.
Cépage
(franz.: cépage m.) Rebsorte
Chai
(franz.: chai m.) Weinlager, ähnlich cellier, Weinkellerei. In Gegenden, wo keine Weinkeller gegraben werden können, muss der Wein in ebenerdigen Gebäuden gelagert werden.
Chaptalisation
Methode der Trockenzuckerung von Wein zur Erzielung eines höheren Alkoholgehalts durch Zugabe von Zucker zum Traubensaft oder Most. Benannt nach Jean-Antoine Chaptal.
Chartreuse
(franz.: chartreuse m.) Kartause, kleines „Château“ aus dem Beginn des 19., möglicherweise auch schon aus dem 18. Jahrhundert, im Bordelais (Kartause). Es gibt auch einen gleichnamigen Likör der Benediktiner.
Château
Eigentlich (franz.: château m.) Schloss. Der Begriff wird aber gleichzeitig - besonders im Bordelais - für ein Weingut verwendet, auch dann, wenn es sich um einen kleinen Betrieb in bescheidenen Räumlichkeiten handelt.
Clavelin
Weinflasche mit 0,6 l Inhalt und besonderer Form. Ist den Weinen aus dem Jura vorbehalten.
Climat
In Burgund verwendete Bezeichnung einer Einzellage (Kataster).
Clos
Bezeichnung für einen Weinberg, der von einer Mauer umschlossen ist. Gleichzeitig nennt man die Grand-Cru-Lage im Bereich Chablis einfach „les clos“, wie zum Beispiel die Grand-Cru-Lage „Clos de Vougeot“ an der Côte de Nuits. Wird von manchen Weingütern auch anstatt Domaine oder Château im Namen geführt.
Cordon
(franz.: cordon m.) Kordel, Postenkette. Eine Form der Erziehung bei spalierten Reben.
Côte
(franz.: côte f.) Küstenlinie, Hang. In der Weinsprache die Hügel oder Hänge in Frankreich.
Coupage
(franz.: coupage m.) Verschnitt. Verschneiden verschiedener Weine. Bedeutet aber keine generelle Qualitätsminderung, wie im deutschen Sprachgebrauch mit Verschnitt manchmal indiziert wird.
Courgée
Die fruchttragende Ranke wird bogenförmig an das Spalier angebunden. Im Mâconnais wird dafür der Ausdruck Queue verwendet.
Crémant
Schaumwein oder Sekt in Frankreich mit weniger Kohlensäuredruck und deshalb leichterem Schaum. Die Flaschengärung ist dabei obligatorisch.
Cru
(franz.: cru m.) Weingebiet. Suggeriert die Vorstellung, dass der entsprechende Wein von einem engen, genau festgelegten Weinbaugebiet stammt. Es kann sich aber auch um die Bezeichnung der ganzen Lage sein.
Cruover
Ist ein geschütztes Warenzeichen und bezeichnet eine Technik, mit der der Inhalt einer geöffneten Weinflasche mittels Stickstoff (Inertgas) aufbewahrt werden kann.
Cuvage
(franz.: cuvage m.) Gärung. Bezeichnet das Fasslager im Keller.
Cuve
(franz.: cuve f.) Bottich, Fass, Gärtank, Gärbottich.
Cuvée
(franz.: cuvée f.) Gärbehälterinhalt, Jahrgang. Zusammenstellung verschiedener Weine, gegebenenfalls auch Weine verschiedener Traubensorten gleichen Ursprungs, um einen bestimmten Geschmack zu erzielen. Das Verfahren wird besonders bei der Champagnerherstellung eingesetzt.
D
degorgieren
Entfernen des Hefebodensatzes beim Sekt oder Champagner, der sich während der zweiten Gärung abgesetzt hat. Durch die besondere Lagerung der Flaschen (fast auf dem Kopf) und durch das "Rütteln" setzt sich die Hefe im Flaschenhals ab.
Dekanter
Ein besonders geformter Trichter mit einem Sieb. Durch ihn wird der Wein aus der Flasche vorsichtig in eine Karaffe umgegossen, um ihn vom Depot zu trennen. Durch den Kontakt mit der Luft entfalten ältere Rotweine leichter ihr ganzes Aromaspektrum. Technisch: Horizontalzentrifuge zur Entsaftung von Traubenmaische.
dekantieren
siehe Dekanter.
Demi-sec
Bei Schaumweinen die Bezeichnung für eine halbtrockene Geschmacksrichtung. Entspricht einem Gehalt von 35 und 50 g Zucker pro Liter.
Depot
Bei Rotweinen lagern sich durch die Alterung in der Flasche feste Bestandteile ab, die vor dem Trinken unbedingt entfernt werden müssen. Sie sind unangenehm bitter und verderben den Geschmack. Es handelt sich aber nicht um einen Weinfehler. Siehe Dekanter.
dick
wird ein Wein genannt, der sehr farbintensiv ist und einen Eindruck von Dichte und Schwere vermittelt.
D.O.
Denominación de Origén ist eine Ursprungsbezeichnung für spanischen Wein. Entspricht etwa der französischen A.O.C.
D.O.C.
Denominazione di Origine Controllata ist eine Ursprungsbezeichnung für italienischen Wein. Damit werden über 350 Appellationen kontrolliert. Entspricht in etwa der französischen A.O.C..
D.O.Ca.
Denominación de Origén Calificada ist die höchste Qualifizierung für spanischen Wein. Nur zugelassen für Rioja und Priorat.
D.O.C.G.
Denominazione di Origine Controllata e Garantita ist die höchste italienische Klassifizierung für Wein. Zur Zeit umfasst sie 31 Weine.
Dosage
Nach dem Degorgieren des Schaumweins oder Champagners wird die Flasche mit so genanntem Tirage-Likör aufgefüllt. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Zucker und Wein, die den Süßegrad des Produkts festlegt.
Doux
Ein süsser Wein.
Drahtrahmenerziehung
die Zweige des Weinstocks werden an gespannten Drähten festgebunden.
Duft
Synonym für Geruch.
duftig
mit feinem Bukett.
dünn
wässrig
E
Edelfäule
siehe Botrytis.
edelsüß
sind Weine, die aus eingetrockneten Beeren mit sehr hohem Fruchtzuckergehalt gekeltert sind. Die Trocknung erfolgt teilweise bereits am Rebstock oder aber durch Lagerung auf Strohmatten.
Eiswein
Die zu kelternden Trauben werden nachts bei Frost von mindestens minus 7° Celsius geerntet und sofort verarbeitet. Der Wasseranteil gefriert, dadurch wird der Rest aufkonzentriert.
entrappen
siehe abbeeren.
Erzeugerabfüllung
Der Erzeuger der Trauben keltert den Wein und füllt ihn auch selbst auf Flaschen.
Essigstich
Weinkrankheit, die durch Mikroorganismen hervorgerufen wird. Bewirkt einen sauren Wein.
F
fett
Synonym zu ölig.
Feuerstein
Der Geruch von Feuerstein findet sich besonders oft bei Weißweinen aus der Gegend um Pouilly-sur-Loire, z.B. Pouilly-Fumé.
feurig
wird ein alkoholreicher Wein genannt, der nicht müde macht und (bei moderatem Genuss) sehr selten berauscht.
Fillette
Flasche mit 0,35 l, vorwiegend im Loiretal benutzt.
Filtration
Mechanische Klärung des Weins.
Finale
siehe Abgang.
Finesse
Qualitätsbegriff für einen eleganten, fein strukturierten Wein.
Fleisch
Gefühl von Fülle und Dichte, die ein Wein im Mund hinterlässt.
Foudre
(franz.) sehr großes Fass mit 2.000 bis 3.000 Liter Inhalt (oft noch mehr). Das deutsche Fuder fasst 1.000 Liter.
frisch
Wein mit verhältnismäßig wenig Säure, der ein Gefühl von Frische vermittelt.
Frizzante
Italienischer Perlwein. Hat weniger Kohlensäuredruck wie Sekt.
fruchtig
Duft und Geschmack wie frisches Obst (besonders bei jungen Weinen).
Fruchtsüße
Bei aufgespritetenen Weinen, wie etwa süßen Sherries, Portweinen, Madeiras, Rivesaltes oder Banyuls, aber auch bei Spätlesen , Auslesen , Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen muss die Restsüße eindeutig höher sein als bei halbtrockenen Weinen.
fuchsig
Geruch, der bestimmten Weinen aus Hybridsorten anhaftet. Man sagt, dass er "wie Fuchs und Wanze" riecht.
G
Gärung
Durch die Wirkung der Hefe entstehender Prozess, der den Zucker des Traubensaftes oder Mostes zu Alkohol umwandelt. Nach Gay-Lussac wird 1 Teil Zucker zu 2 Teilen Ethanol, 2 Teilen Kohlendioxid und Wärme zerlegt.
Gärzeit
bestimmt die Intensität der Farbe und den Tanningehalt bei den Rotweinen.
gefällig
Ausdruck für fruchtigen, frischen Wein
Gerbstoffhaltig
Ein umfangreicher Tanningehalt lässt das Gefühl einer leichten bis mittleren Adstringenz aufkommen.
Geruch
Der Geruch eines Weins hängt von vielen Faktoren ab und kann große Unterschiede zeigen. Mit der Nase nimmt man die unterschiedlichsten Düfte, z.B. Blumen oder Früchte, Holz oder Lakritz, Wildbret oder Geräuchertes auf. Sogar der Geruch abgefahrener Autoreifen ist schon beschrieben worden.
Geschmack
Die Summe aller Merkmale, die bei der Verkostung im Mund wahrgenommen werden.
geschmeidig
nennt man einen Wein, bei dem die Milde gegenüber der Adstringenz dominiert.
Glyzerin
Mehrwertiger Alkohol, leicht süßlich, entsteht bei der Vergärung des Mostes und bewirkt die Öligkeit des Weins.
Gobelet
Art des Rebenschnitts. Der Stock sieht aus wie ein umgestülpter Becher.
Grand Cru
ist eine Weinklassifizierung in Frankreich und bedeutet Großes Gewächs. In Burgund ist es die höchste Qualitätsstufe einer bestimmten Lage; im Bordelais ist die Bezeichnung Grand Cru Classé auf ein bestimmtes Château bezogen.
Grande Reserve
Qualitätsbezeichnung für Weine aus Spanien. Sie müssen mindestens fünf Jahre alt sein und davon zwei Jahre im Holzfass gelagert worden sein.
Graves
Weinbaugebiet im Médoc. Aber auch ein Boden mit hoher Durchlässigkeit, der für den Anbau hochklassiger Weine bestens geeignet ist.
Grüner Wein
Saurer, noch unreifer Wein. In anderen Ländern wird auch "junger Wein" so bezeichnet.
H
harmonisch
gut abgestimmtes Verhältnis der Inhaltsstoffe.
hart
zu gerbstoffreich.
Hefe
Saccharomyces. Sehr kleiner, einzelliger Zuckerpilz, er bewirkt die alkoholische Gärung des Mostes.
Herabstufung
In Frankreich: Verlust des Anspruchs, die Herkunftsbezeichnung A.O.C. führen zu können. Der Wein kann nur noch als Tafelwein verkauft werden. In Deutschland kann ein Wein der geradeso über einer Oechsle-Grenze liegt auf die nächst untere abgestuft werden um dem Qualitätsanspruch eines Weingutes gerecht zu werden.
Herbheit
Durch einen hohen Gerbstoffgehalt des Weins wird eine raue Geschmacksempfindung hervorgerufen.
Hochkultur
Ein besonderer Rebschnitt lässt den Weinstock in die Höhe wachsen. In Deutschland kombiniert mit Drahtrahmen oder Stockerziehung.
Hybriden
Neue Rebsorten, die durch Kreuzung zweier verschiedener Rebenspezies (Urformen der Rebsorten wie Vitis vinifera, Vitis berlandieri, ...) im Gegensatz zu Kreuzungen zwischen zwei Sorten derselben Spezies entstehen. Hybridreben werden auch als interspezifische Kreuzungen bezeichnet.
I
Impériale
Flasche mit achtfachem Inhalt, also sechs Liter.
I.N.A.O.
Abkürzung für Institution National des Appellations d'Origine. In Frankreich das nationale Institut, das die Einhaltung der Erzeugungsbedingungen für A.O.C.-Weine überwacht.
I.G.T.
Indicazione Geografica Tipica. In Italien wurde diese Bezeichnung 1995 für Landweine aus bestimmten Anbaugebieten eingeführt. Die Qualität liegt zwischen einfachen Tafelweinen und D.O.C.-Weinen.
I.T.V.
Abkürzung für Institut Technique de la Vigne et du Vin. In Frankreich eine Organisation, die sich mit der Technik der Vinifikation (Weinbereitung), der Weinforschung und der Versuchszucht von Traubensorten befasst.
J
Jahrgang
Das Jahr der Ernte des Weins. Es sollte bei hochklassigen Weinen auf dem Hauptetikett angegeben sein. Häufig wird es aber auch auf einem kleineren Halsetikett oder dem Rückenetikett angegeben.
jung
nennt man einen Wein, der seinen Höhepunkt schon ein Jahr nach der Ernte erreicht hat.
Jeroboam
Bezeichnung für eine Flasche mit drei Litern Inhalt, also der Kapazität von vier normalen Flaschen.
K
Kahm
Schaler Geschmack und ein weißlicher Schleier sind die Symptome dieser Weinkrankheit, die von Kahmhefen (obergärig) verursacht wird.
Keltern
Die Weintrauben werden zum Platzen gebracht, damit der Saft auslaufen kann. Passiert in der Regel in einer Presse, kann aber auch durch das Eigengewicht der Beeren eingeleitet werden.
Kirchenfenster
Wenn man den Wein im Glas schwenkt, hinterlässt er Spuren auf der Innenseite, die romanischen Fenstern ähneln; hervorgerufen durch das Glyzerin.
Klärung
Durch Zugabe von Eiweiß (Gelatine) oder Hausenblase (Schwimmblase des Störs) werden die Trübstoffe im Wein gebunden und ausgefällt.
Klarett (auch Clarett)
Früher die Bezeichnung für einen „durch Aufguß von Gewürzen bereiteter und mit Zucker versüßter Wein“ (Meyers Konversationslexikon von 1888). Bis 1995 in Österreich synonym für Rosé verwendete Bezeichnung, die zwischenzeitlich verboten ist, weil Clairet (und ähnliche Bezeichnungen) als traditioneller Begriff Frankreich vorbehalten und geschützt ist.
Kleid
(auch: Aussehen) Bezeichnet das äußere Erscheinungsbild und die Farbe des Weins.
Klon
Ungeschlechtliche Fortpflanzung durch Vermehrung, beispielsweise mit Stecklingen oder durch Veredelung.
Körper
ist die Beschaffenheit eines Weins, wenn Rückgrat, Fleisch vorhanden sind.
Kohlensäuremaischung
siehe Macération carbonique.
krautig
bezeichnet (etwas abfällig) einen Wein, dessen Aroma an verschiedene Kräuter erinnert.
kurz
ohne längeren Geschmack, kein Abgang
L
lang
Bezeichnung für einen Wein, der einen langanhaltenden guten Geschmackseindruck beim Abgang im Mund hinterlässt.
lebendig
nennt man einen leichten, frischen Wein, bei dem die Säure leicht, aber angenehm, dominiert.
leicht
wird ein ausgewogener, angenehmer Wein mit einfachem Körper und eher blasser Farbe genannt. Sollte bald getrunken werden.
lieblich
Landläufige Bezeichnung für einen Wein, der weniger säurebetont, sondern eher leicht süßlich schmeckt.
Liquoreux
Zuckerreicher Weißwein, der seinen etwas eigentümlichen Geschmack dadurch erhalten hat, dass sich auf den Trauben die Edelfäule gebildet hat.
M
Macération carbonique
Dieses Verfahren wird überwiegend zur Herstellung von Primeurweinen angewendet. Bevor die geernteten, unverletzten Trauben in den Gärbehälter gefüllt werden, wird dieser mit Kohlendioxid gefüllt.
madeirös
Durch die Alterung des Weins angenommene Bernsteinfarbe, dazu ein leichter Madeira-Geschmack.
Maischegärung
Während des Gärvorgangs bleiben die festen Bestandteile des Leseguts im Gärbehälter.
Magnum
Flasche mit doppeltem Inhalt, also 1,5 Ltr.
Malolaktische Gärung
wird auch als zweite Gärung bezeichnet. Dabei wird die Apfelsäure in Kohlendioxid und Milchsäure umgebaut. Der Wein verliert dabei etwas vom säuerlichen Geschmack.
Mehltau
Schmarotzerpilz, der die grünen Pflanzenteile des Rebstocks befällt. Es gibt zwei Hauptarten, den Echten Mehltau und den Falschen Mehltau.
Methusalem
Flasche mit 6 Liter Fassungsvermögen.
Milchsäure
entsteht zusammen mit Kohlendioxid bei der Malolaktischen Gärung.
Millèsieme
In Frankreich die Bezeichnung für Jahrgang.
mise en bouteilles
Flaschenabfüllung.
Mousseux
Das Prickeln der Schaumweine, die in den Qualitätsbereich V.Q.P.R.D. gehören.
Most
ist der Saft, der in den Trauben enthalten ist.
Mostgewicht
ein Maß für den Anteil gelöster Stoffe im Traubenmost (Traubensaft). Wird mit der Mostwaage gemessen und in Grad Öchsle angegeben.
müde
ist ein Wein zum Beispiel nach einem Transport oder größeren Temperaturschwankungen: Er benötigt Zeit und Ruhe, um sein gewohntes Gleichgewicht wieder zu erlangen.
Mutage
(frz.) Durch Zusatz von Alkohol wird die alkoholische Gärung des Mostes gestoppt. Das Verfahren wird teilweise in Frankreich angewandt, in Deutschland ist es unzulässig.
N
Nachdruck
Wein aus der letzten Pressung. Er darf nicht in die Cuvées für die Champagnerherstellung eingebracht werden.
Nachhaltigkeit
Die lange Wahrnehmung der Eigenschaften eines Weins, wie Aroma und Geschmack, nach dem Schlucken.
Nebukadnezar
Bezeichnung für eine Flasche mit zwanzigfachem Inhalt von Normalflaschen, also 15 Liter.
Négoce
in Frankreich der Weinhandel mit all seinen verschiedenen Berufszweigen.
Négociant-Eleveur
Weinhändler in Frankreich, der nicht nur mit Wein handelt, sondern auch jungen Wein kauft, um ihn auszubauen und lagert, bis er reif zur Abfüllung auf Flaschen ist.
Négociant-Manipulant
in der Champagne in Frankreich ein Weinhändler, der geerntete Trauben von anderen Weingütern aufkauft, um daraus selbst eine eigene Champagner-Cuvée herzustellen. Siehe auch: Récoltant-Manipulant.
nervig
ist ein Wein, wenn er mit einem angemessenen Säuregehalt und seinen anderen guten Eigenschaften den Mund reizt.
Nouveau
ist in Frankreich eine Bezeichnung für den Wein der letzten Ernte.
O
Öchsle
Maßeinheit für das Mostgewicht vom Wein. Sie ist vor allem in Deutschland, der Schweiz und Luxemburg gebräuchlich.
ölig
Ein Wein, der sich „anschmiegsam“, „weich“ und „fettig“ gibt, trägt diese Bezeichnung.
Önologin/Önologe
Absolventin/Absolvent einer Weinbauschule. Hochqualifizierte Fachkraft, die alle Bereiche des Weinanbaus und der Weinbereitung vom Weinberg bis zur Abfüllung in die Flasche fachlich begleitet.
Önologie
Die Wissenschaft vom Weinanbau und der Weinerzeugung
O.I.V.
ist die Abkürzung für Office International de la Vigne et du Vin. Dieses Internationale Weinbüro befasst sich mit Fragen der Technik, der Wirtschaft und der Wissenschaft rund um den Weinbau.
O.N.I.VINS
ist in Frankreich die Abkürzung für Office National Interprofessionnel des Vins. Diese Weinanstalt ist die Nachfolgeorganisation der ehemaligen O.N.I.V.I.T. , sie reguliert und steuert den französischen Weinmarkt und vertritt alle Berufsgruppen der Weinerzeugung und –vermarktung.
Oxidation
Durch längere Einwirkung des Luftsauerstoffs treten beim Wein Veränderungen auf. Beim Rotwein ändert sich das Bukett und es findet eine Farbverschiebung nach Rostbraun statt. In Frankreich sagt man auch pelure d'oignon (Zwiebelschale). Ebenso verschlechtert sich das Aroma und der Geschmack.
P
pasteurisieren
Der französische Wissenschaftler Louis Pasteur entwickelte die Keimfreimachung, auch Sterilisation durch Hitzeeinwirkung.
Perlwein
diese Bezeichnung trägt ein Wein mit wesentlich weniger Kohlensäuredruck und Schaumentwicklung wie beim Schaumwein.
Pfahlkultur
Pfahlkultur ist eine Weinbaumethode.
Pineau
aufgespriteter Dessertwein, wird überwiegend in der Charente in Frankreich hergestellt.
pichet
Krug zum Ausschank von Fassweinen von 0,25 bis 1 Liter. Beim Apfelwein in Hessen Bembel genannt.
Pièce
Weinmaß. Fassinhalt: im Beaujolais bei einfachem Beaujolais 216 l; beim Beaujolais-Villages 215 l und bei den zehn Crus 214 l. In Burgund 216 l oder 228 l.
Pot Lyonnais
Eine besondere Servierflasche im Beaujolais. Diese Servierflasche besitzt einen besonders dicken Glasboden, der es ermöglicht, den Wein auf dem Tisch länger kühl zu halten. Dafür wird die Flasche vorher im Eisfach gekühlt.
Prädikatswein
In Deutschland und Österreich ist das die Klassifizierung für natursüße, also nicht angereicherte Weine.
premier cru|Premier Cru
Ist in Burgund die zweithöchste Qualitätsstufe.
Prémier Grand Cru Classé
Ist im Bordelais die höchste Einstufung eines Château nach der Klassifizierung von 1885. Derzeit tragen fünf Schlösser diesen Titel.
Primeur
Der junge, bzw. der erste Wein des Erntejahres. Ab dem 3. Donnerstag im November darf der junge Wein des Beaujolais verkauft werden. Der Beaujolais-Primeur ist inzwischen zu einem Kult auf der ganzen Welt geworden.
Prise de mousse
übersetzt aus dem Französischen: Bildung des Schaums. Die zweite Gärung, die die Weine bei der Herstellung von Perlwein, Sekt und Champagner, durchlaufen, wird so bezeichnet.
Q
Q.b.A.
in Deutschland die Abkürzung für Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete. Darf zur Erhöhung des Alkoholgehalts mit Zucker angereichert werden, ist besser als Land- oder Tafelwein.
Qualitätswein
siehe Q.b.A. (eins vorher!)
R
Räuchergeruch
Einige Weine geben einen Geruch ab, der an geräucherte Lebensmittel erinnert. Besonders ausgeprägt ist das bei der Sauvignon-Traube, aus der unter anderem der Pouilly-Fumé gekeltert wird. Die Traube wird auch Blanc-Fumé genannt.
Ratafia
In Burgund und in der Champagne mischt man Traubensaft mit Tresterschnaps in einem ganz bestimmten Verhältnis. Dadurch entsteht dieser Likörwein.
rauh
adstringerender Wein, der im Rachen kratzt.
Reblaus
wissenschaftlicher Name: Dactylosphaera vitifolii ist eine ursprünglich aus Amerika stammende Blattlaus, die Mitte des 19. Jahrhunderts nach Europa eingeschleppt wurde und hier eine Katastrophe auslöste.
Rebschnitt
Durch den Beschnitt der Weinstöcke wird das Wachstum und damit auch der Ertrag kontrolliert.
Récoltant-Manipulant
Weinbauern, die aus ihren eigenen Trauben auch den eigenen Champagner herstellen.
Restzucker
ist der nach dem Vergären verbliebene Zuckergehalt. (Wird in Gramm pro Liter angegeben).
rütteln
Bei der Champagnerherstellung werden die Flaschen zum Schluss von Hand in so genannten Rüttelpulten bewegt (gerüttelt) und dabei immer steiler auf den Kopf gestellt. Dadurch bewegt sich der Bodensatz zum Korken hin, wo er dann später beim Degorgieren entfernt werden kann.
S
Schaumwein
Oberbegriff für alle perlenden Weine wie Champagner, Sekt, Crémant, Cava, Spumante oder auch Sparkling Wine
Saignée-Rosé
Nach kurzer Maischegärung wird der Roséwein vom Gärtank abgezogen. Die Maische wird aufgeteilt in die zur Herstellung des Roséweins bestimmte Menge. Der Rest verbleibt bei den Beerenhäuten und wird von diesen umso intensiver beeinflusst. Letzteres ergibt sehr tanninbetonte Rotweine.
Salmanazar
Bezeichnung für eine Flasche mit zwölffachem Inhalt von Normalflaschen, also neun Liter.
sauber
Bezeichnung für einen fehlerfreien Wein mit gut ausgeprägten Merkmalen.
Säure
Eine gut dosierte Säure trägt zur Ausgewogenheit des Weines bei. Sie gibt ihm Frische und Nervigkeit. Wenn der Säuregehalt im Wein zu niedrig ist, schmeckt der Wein fade. Ist der Säuregehalt aber zu hoch, hat der Wein einen Fehler.
sauer
Stark saurer Geschmack, durch einen Essigstich hervorgerufene Weinkrankheit.
schal
Durch zu große Einwirkung von Luftsauerstoff ist der Wein oxidiert und hat dadurch sein gesamtes Bukett verloren.
scharf
Schwerer Weinfehler. Der Wein ist sehr herb, weil er zu viel Säure und Gerbstoffe in sich vereinigt.
Schönung
siehe Klärung.
Schwanz
siehe Abgang.
Schwefelung
Durch Zufügung von Schwefel beim Most oder beim Wein werden diese vor Krankheiten geschützt.
schwer
wird ein sehr dicker Wein genannt.
sec
siehe trocken.
Smaragd
Ist die höchste Qualitätsbezeichnung für Weine aus der Wachau. Der Name kommt von einer kleinen Smaragdeidechse, die in den Weinbergen der Wachau lebt.
Spalier
Rankhilfe für Weinstöcke oder Obst.
Spumante
Italienische Bezeichnung für Sekt und Schaumwein.
Steinfeder
Wein aus der Wachau, die Qualität ist mit dem deutschen Kabinett vergleichbar. Der Name kommt von einem feinen Gras, das in der Wachau wächst.
Stockkultur
(auch Pfahlkultur) ist eine Weinbaumethode.
sur lie
In Frankreich wird der Muscadet häufig länger auf dem Hefebett (lie) stehen gelassen um ihm mehr Frische zu verleihen.
T
Tannine
Elemente, die der Konservierung des Weins dienen. Es handelt sich um Gerbstoffe, die sowohl in den festen Bestandteilen der Rotweintraube, als auch im Holz neuer Eichenfässer vorhanden sind.
tassée
(franz.) Kleines Metallschälchen mit einem Griff, das zum Probieren des Weins benutzt wird. Wird mancherorts auch Tastevin genannt.
Textur
Beschaffenheit, Struktur und Zusammensetzung des Weines.
Temperaturregelung
Gezielte Steuerung der Temperatur im Gärbehälter während der Gärung.
tief
Körperreicher Wein von hoher Komplexität.
Tinto
Einfacher Rotwein aus Portugal oder Spanien, der in der Regel nicht im Eichenfass ausgebaut wurde.
toastig
Duft und Geschmack nach gebuttertem Toast, entwickelt sich beim Ausbau im Eichenfass.
Träne
siehe Kirchenfenster.
trocken
durchgegoren oder mit geringem Restzucker. Weine aus französischer, spanischer oder italienischer Erzeugung dürfen maximal 2 g Restsüße haben. Für deutsche Weine sind maximal 9 g (in Franken aber nur 4,5 g) erlaubt.
Trockenbeerenauslese
Prädikat für einen Wein aus Deutschland oder Österreich, dessen Trauben am Weinstock getrocknet sind. Oft unter Einfluss der Edelfäule. Der Wein hat keinen hohen Alkoholgehalt.
U
umfüllen
Abstich. Der Wein wird von einem Fass in ein anderes gefüllt (gepumpt), um ihn von der Hefe zu trennen.
V
vendange
(frz.) Weinernte.
verschneiden
Mischen verschiedener Weine unterschiedlicher Qualität und Herkunft. Bedeutet eine Qualitätsminderung. In Frankreich als Coupage bekannt.
vieille vigne
(frz.) Alte Weinstöcke. Sie versprechen hohe Qualität, weil alte Weinstöcke sehr konzentrierten Wein ergeben. Wird als Bezeichnung auf den Etiketten verwendet.
vigneron
(frz.) Winzer, Weinbauer, Weinhauer.
Vinifikation
Weinbereitung.
vignoble
(frz.) der gesamte Besitz an Anbaufläche eines Winzers.
Viticulture
in Frankreich der Weinanbau mit all seinen verschiedenen Berufszweigen.
vollmundig
sagt man zu einem angenehmen, weichen Wein, der die Kehle gut hinunterrinnt.
Vorlauf
Der Most, der bereits ohne Pressung aus dem Bottich läuft, wird Vorlauf genannt.
Vorlaufwein
Ist bei der Rotweinherstellung der Wein, der direkt aus dem Gärbehälter durch Abstechen erhalten wird.
V.Q.P.R.D.
in Frankreich die Abkürzung für: "Vin de qualité produit dans une région déterminée" = Qualitätswein aus besonderen Anbaugebieten. Der Begriff fasst in Frankreich alle A.O.C. – Weine und V.D.Q.S. – Weine zusammen.
W
Wärmeregulierung
siehe Temperaturregelung.
warm
Extrakt- und alkoholreicher Wein mit gewisser Süße, der durch seinen Alkoholgehalt das Gefühl innerer Wärme vermittelt.
weiblich
So werden Weine bezeichnet, die eine besondere Leichtigkeit und Zartheit offenbaren.
weich
Geschmeidiger, angenehmer Wein mit zurückhaltendem Tannin beziehungsweise Säure.
Weinstein
Ansammlung von Weinsteinkristallen in Flaschen oder Fässern.
Wine of Origin (WO)
Seit 1973 Ursprungsbezeichnung für Weine aus Südafrika. Das Siegel oben auf der Flasche garantiert die Angaben zu Herkunft, Rebsorte(n) und Jahrgang.
würzig
Wein mit ausgeprägten Gewürzaromen, wie Zimt, Nelken oder Pfeffer.
Z
ziegelrot
Einige Rotweine neigen dazu, während der Alterung eine rotgelbe Färbung anzunehmen.
Zusammenstellung
Um eine Cuvée herzustellen, werden mehrere Weine „gleichen Ursprungs“ miteinander vermischt. Nicht mit Verschneiden oder Panschen zu verwechseln.
Literatur: Hans-Peter Althaus: Kleines Wörterbuch der Weinsprache. 2006. ISBN 3-406-55017-7
Hans Ambrosi: Weinlexikon. 2001. ISBN 3-572014832
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