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Weinbau in Frankreich


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Die grössten Städte in Frankreich

Sowohl qualitativ als auch quantitativ ist Frankreich eines der bedeutendsten Weinbaugebiete der Erde. Internationale Standards orientieren sich bis heute an Frankreich, insbesondere dem Bordeaux-Wein, dem Burgunder und dem Champagner. Auch bei der internationalen Bekanntheit von Rebsorten wie Chardonnay, Merlot oder Cabernet Sauvignon haben französische Sorten die Nase vorn. Frankreich ist außerdem trotz gesunkener Produktionszahlen weiterhin nach Italien der zweitgrößte Weinproduzent der Welt. Im Jahr 2002 waren insgesamt 909.000 Hektar mit Reben bestockt. Die ca. 144.000 Weinbaubetriebe erzeugen jährlich 50 bis 60 Millionen Hektoliter Wein. Diese Menge entspricht ca 6,7 - 8 Milliarden Flaschen Wein, die zu zwei Dritteln im eigenen Land getrunken werden. Der Anteil der Rot- und Roséweine beträgt ca. 73%, der Anteil der Weißweine 27 %. Die Weinbranche generiert jährlich ca. 8,4 Milliarden Euro Umsatz. Die Weltproduktion, die aktuell durch ständig neue Anbauflächen in den USA, Australien, aber auch Ländern wie der Volksrepublik China wächst, belief sich 1999 auf etwa 280 Millionen Hektoliter. Der Anteil Frankreichs an der Weltproduktion liegt etwa bei 20 % (Tendenz fallend), der wertmäßige liegt aufgrund des gehobenen Preisniveaus bei ca. 25 %.

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Inhaltsverzeichnis:

1.01 Qualitätsstufen in Frankreich
1.02 Weinproduktion in Frankreich innerhalb des Qualitätssystems
2.00 Geschichte des Weinbaus in Frankreich
3.00 Kleine Etikettenschule
4.00 Weinbaugebiete in Frankreich, alphabetisch
4.01 Beaujolais
5.02 Bordeaux
5.03 Burgund
5.04 Champagne
5.05 Elsass
5.06 Jura
5.07 Korsika
5.08 Languedoc-Roussillon
5.09 Loire
5.10 Provence
5.11 Rhône
5.12 Savoyen
5.13 Südwesten
6.00 Typische Rebsorten in den Anbaugebieten Frankreichs
6.10 Rote Rebsorten
6.20 Weiße Rebsorten

1.01 Qualitätsstufen in Frankreich


  • Die französische Weinproduktion zählt zu den weltweit am besten überwachten Landwirtschaftsbereichen überhaupt. Jede abgefüllte Flasche gehört einer Qualitätskategorie an. Die oberste Stufe der Qualitätspyramide wird von den AOC-Weinen dargestellt. Es schließen sich die Vins Délimités de Qualité Supérieur - Weine (kurz VDQS), die Landweine (Vin de Pays) und die Tafelweine (Vin de Table) an. Die Kennzeichnung ist in den französischen Weinbaugebieten sehr unterschiedlich. So stellt das Weinbaugebiet Champagne mit über 32.000 Hektar eine einzige AOC dar. Die kleinste AOC hat dagegen kaum zwei Hektar Fläche. Innerhalb der AOC-Weine gibt es teilweise weitere Unterschiede zwischen regionalen, subregionalen und kommunalen AOCs, ohne dass dies dem Etikett als Information zu entnehmen wäre. Generell gilt: Je kleiner das bezeichnete Gebiet ist, desto höher sind die Qualitätsanforderungen. Im Burgund spielen die Potenziale der Lagen zur Qualitätseinstufung eine große Rolle. Dementsprechend sind die einzelnen Appellationen recht klein, um den Unterschieden einzelner Lagen gerecht zu werden. Siehe hierzu auch den Artikel Grand Cru. Im Bordelais dagegen spielen die Châteaux, also die Weingüter, die Hauptrolle, deren Qualität in Klassifikationen festgelegt ist. Die Appellationen umfassen daher mindestens den Rebbestand einer Gemeinde oder gar mehrerer gebietsverwandter Gemeinden, wie dies für die Appellation Margaux der Fall ist. Einzelne Lagen werden nicht erfasst. Natürlich weiß man bei der INAO auch, dass es innerhalb einer Appellation bessere und schlechtere gibt. Eine Klassifizierung der Weine erfolgt durch die AOC - Bezeichnung nicht.
  • Qualitätsweine sind, anders als in Deutschland, zumeist aus mehreren Rebsorten verschnitten. Sortenreine Weine dominieren lediglich im Elsass, im Burgund, in einigen Appellationen der Loire sowie der nördlichen Rhône.
  • Das Prinzip der kontrollierten Herkunftsbezeichnung (Appellation d'Origine Contrôlée) wurde zu Anfang des 20. Jahrhunderts konzipiert und 1935 mit der Gründung der INAO (dem Institut National des Appellations D'Origine) in die Tat umgesetzt. Dieses Institut kontrolliert die mittlerweile über 400 Appellationen und schlägt Änderungen in der Gesetzgebung vor. Außerdem bestimmt die INAO, welche der Noch - VDQS Weine in den Rang einer AOC aufsteigen können. Mit lokalen Bestimmungen versucht man ganz bewusst, Traditionen und die Eigenständigkeit der einzelnen Regionen oder gar einzelner Gemeinden zu bewahren. Aussschlaggebend für die Einführung des rigorosen Qualitätssystems waren zunehmende Kriminalität rund um den Wein wie zum Beispiel das unerlaubte Beimischen preiswerterer Weine zum Strecken teuerer Produkte usw.
  • Mit den AOC-Bestimmungen werden nicht nur die Grenzen der zugelassenen Rebflächen gezogen. Innerhalb des Regelwerks jeder einzelnen AOC werden die zugelassenen Rebsorten definiert (möglicherweise sogar Mindestanteile gewisser Sorten innerhalb der Verschnitte), Mindestalkoholgehalte festgehalten und Ertragsbeschränkungen auferlegt. Die Bestimmungen umfassen auch Details zur Anzahl von Rebstöcken, die pro Hektar gesetzt werden müssen, sowie zu den zu verwendenden Erziehungssystemen der Reben. In manchen Gebieten, wie zum Beispiel der Champagne, werden sogar gewisse Produktionstechniken, wie zum Beispiel die maximale Saftausbeute beim Pressen, vorgeschrieben.

1.02 Weinproduktion in Frankreich innerhalb des Qualitätssystems

Der Anteil der AOC-Weine ist von 37 % (1989) auf 51 % (1999) gestiegen.

Weine aus kontrolliertem Herkunftsgebiet (AOC)
  • Rot- und Roséweine: 17,9 Millionen Hektoliter
  • Weißweine: 8,5Millionen Hektoliter

Gesamtproduktion: 26,4 Millionen Hektoliter (51% der Gesamtproduktion)

Gehobene Tafelweine (Landweine)

  • Rot- und Roséweine: 13,4 Millionen Hektoliter
  • Weißweine: 2,8 Millionen Hektoliter

Gesamtproduktion: 16,2 Millionen Hektoliter (31% der Gesamtproduktion)

2.00 Geschichte des Weinbaus

Um 600 v.Chr. kamen die Phoker, griechische Einwanderer aus Kleinasien, nach Gallien und gründeten das heutige Marseille. Sie brachten die ihnen bekannten Rebsorten mit und pflanzten sie in Südfrankreich an. Da die Sorten aus einer warmen Klimazone kamen, gediehen sie nur in Gebieten, in der auch Feigen und Olivenbäume wachsen.

Ab dem 2. Jahrhundert wurde Marseille auch für die erstarkten Römer interessant, um Transportwege auf dem Landweg in Richtung Spanien abzusichern. Aus den gleichen Überlegungen entstand das heutige Narbonne sowie die römische Provinz Narbonensis. Im Rahmen ausgedehnter Handelsaktivitäten kam der Wein aus Südfrankreich bis nach Rom und Amphorenfunde im ehemaligen Gallien belegen einen beträchtlichen Konsum italienischen Weins ebenda.

Der griechische Schreiber und Geograph Strabon ist in seinem 7 v. Chr. veröffentlichten Werk Geographica noch der Meinung, dass nur die Regionen rund um Narbonne und Marseille aufgrund einer ähnlichen Vegetation wie in Italien für den Weinbau geeignet seien, der Rest Galliens jedoch zu weit nördlich liege. Schon im Jahr 38 n. Chr. berichtete er jedoch, dass die Ufer der Rhône von Reben bedeckt seien.

Im 1. Jahrhundert nach Christus bauten die Allobroger in der Nähe der heutigen Stadt Vienne im Rhônetal geharzte Weine an. Laut Plinius dem Älteren konnten sie für diese Ware hohe Preise durchsetzen.

Vom römischen Stützpunkt Narbonne dürften die Reben ihren Weg bis ins heutige Weinbaugebiet Gaillac gefunden haben. Archäologische Funde belegen die Herstellung von Amphoren bei Gaillac und Béziers während der zweiten Regierungszeit von Kaiser Augustus von 27 v. Chr. – 14 n. Chr.

3.00 Kleine Etikettenschule


Anbei eine Übersetzungshilfe der wichtigsten Begriffe eines Etiketts, sowie für den Umgang mit Wein aus und in Frankreich (inkl. französischer Degustationsausdrücke):

  • agressif: roher, unreifer Wein, zu hoher Säuregehalt
  • aimable: angenehm ohne sehr gut zu sein (aimable : liebenswert)
  • âpre: hoher Tanningehalt, möglicherweise mit hohem Säuregehalt gepaart. Der Wein ist daher hart und herb
  • arrière-goût: Nachgeschmack
  • astringent: durch hohen Tanningehalt wird der Mund zusammengezogen, adstringierend
  • bois: Holz
  • boisé: Holzgeschmack
  • bouchon: Korken
  • bouchonné: Wein mit Korkgeschmack
  • bouquet: Duft eines Weines
  • brut: trocken, insbesondere beim Champagner verwendet
  • brut de brut: naturtrocken, weniger als 4 Gramm/Liter Restzucker (Champagner)
  • brut intégral: naturtrocken, weniger als 4 Gramm/Liter Restzucker (Champagner)
  • capiteux: voll, schwer, wuchtig
  • charnu: körperreich, fleischig, gut strukturiert
  • chaud: alkoholisch und angenehm warm (im Sinne von ausgewogen)
  • Château: Weingut. Der Ausdruck ist überwiegend im Bordeaux üblich und bezieht sich dort keineswegs auf ein schlossartiges Gebäude sondern auf Weingüter jeglicher Art.
  • chêne: Eichengeschmack .Rührt vom Kontakt des Weins mit den Eichendauben des neuen Weinfasses (Barrique) her
  • clairet: Hellrot, fast rosé
  • classe: Wein mit hoher Qualität und / oder hohem Potential
  • corps: Körper, also das Gewicht des Weins im Mund
  • climat: Einzellage. Dieser Begriff ist vorwiegend im Burgund in Gebrauch
  • commune: Gemeinde
  • Cru Bourgeois Supérieur: im Weinbaugebiet Bordeaux die dritte Qualitätsstufe nach der fünfgeteilten Grand Cru Classé Stufe und der Cru exceptionnel Stufe
  • Cru Bourgeois: im Weinbaugebiet Bordeaux die vierte Qualitätsstufe nach der fünfgeteilten Grand Cru Classé Stufe , der Cru exceptionnel Stufe und der Cru Bourgeois Supérieur Stufe
  • Cru exceptionnel: im Weinbaugebiet Bordeaux die zweite Qualitätsstufe nach der fünfgeteilten Grand Cru Classé Stufe
  • demi-sec: halbtrocken. Diese Geschmacksrichtung gilt für Champagner und andere Schaumweine
  • doux: süß
  • dur: hart. Der Wein verfügt über ein Übermaß von Tannin und Säure
  • équilibré: ausgewogen, ausgeglichen. Die Geschmachskomponenten verbinden sich harmonisch
  • faible: dünn, schwach
  • ferme: fest. Stadium eines großen Weines, in der er sich sehr verschlossen zeigt
  • finesse: Feinheit
  • fort: stark
  • frais: frisch oder erfrischend. In Bezug auf die Trinktemperatur kann frais auch heißen, daß der Wein gekühlt getrunken werden sollte

4.00 Weinbaugebiete in Frankreich, alphabetisch


4.01 Beaujolais:

Beaujolais
Das Beaujolais

Obwohl das Gebiet Beaujolais historisch zum Burgund gehört, bildet es aufgrund seines eigenständigen Weinstils, bei dem die Gamay-Rebe im Mittelpunkt steht, eine eigenständige Weinbauregion. Insgesamt umfasst das Beaujolais ca. 23.000 ha Rebfläche, erstreckt sich auf einer Länge von 50 km in Nord -Süd Richtung und ist maximal 15 km breit. Der Fluss Saône bildet den östlichen Rand des Gebiets. Im Westen wir das Gebiet von Ausläufern des Massif Central begrenzt. Die bis zu 1012 m hohen Hügel schützen die Rebflächen vor Schlechtwettereinflüssen.

Jährlich werden ca. 1,4 Millionen Hektoliter Wein erzeugt. Obwohl das Gebiet insbesonders in den Beaujolais-Cru-Gemeinden hervorragende Weine erbringt, wurde Beaujolais insbesondere durch den minderwertigen Beaujolais Nouveau bekannt, einem Wein, der im Schnellverfahren hergestellt wird und am dritten Donnerstag eines jeden Novembers mit viel Werbeaufwand auf den Markt gebracht wird.

Die kommunalen Appellationen des Beaujolais sind Brouilly, Chénas, Chiroubles, Côte de Brouilly, Fleurie, Juliénas, Moulin à Vent, Morgon, Régnié und Saint-Amur.

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Das Beaujolais ist eigentlich ein Teil des Burgund (nördlich von Lyon), wird aber im Bezug auf den Wein immer separat genannt, weil die Weine aus dem Beaujolais nicht aus den an der Côte de Nuits, der Côte de Beaune oder im Chablis vorherrschenden Rebsorten gewonnen werden.

Inhaltsverzeichnis:

1.0 Geographie
2.0 Klima
3.0 Appelationen
3.1 Beaujolais
3.2 Beaujolais-Villages
3.3 Cru oder Grand Cru
3.4 Côteaux du Lyonnais
4.0 Rotwein
4.1 Beaujolais Primeur
4.1.1 Kuriosum
4.2 Beschreibung
4.3 Pot Lyonnais
5.0 Weisswein
6.0 Roséwein

Geographie


Das Beaujolais umfasst 72 Gemeinden, die sich grob in zwei Regionen aufteilen. Die südliche Region ist nahezu quadratisch und ist durch die Eckpunkte Chazay-d'Azergues, Pontcharra-sur-Turdine, Chamelet und Villefranche-sur-Saône beschrieben. Das Gebiet liegt in einer lieblichen Hügellandschaft in Höhen zwischen 350 m und 400 m. Im Westen wird das Gebiet durch eine Hügelkette mit einer Höhe zwischen 650 m und 800 m vor zu feuchter Luft geschützt. Der Boden ist durch Erosion entstanden und besteht in der Regel aus einem Kalk- und Lehm-Gemisch. Die Böden sind recht arm und trocknen schnell aus.

Die nördliche Region ist durch ausgeprägtere Hügel und bessere Böden auf der Basis von Granit bestimmt. Aus diesem Gebiet, das nördlich von Villefranche-sur-Saône beginnt und direkt unter dem Gebiet des Mâconnais endet, stammen die Qualitätsweine der Beaujolais-Villages und der zehn Crus, also jener zehn Gemeinden mit besonderem Status.

Insgesamt umfasst das Beaujolais ca. 23.000 ha Rebfläche, erstreckt sich auf einer Länge von 50 km in Nord -Süd Richtung und ist maximal 15 km breit. Die Saône bildet den östlichen Rand des Gebiets.

Klima


Das Klima des Beaujolais ist nicht einfach zu beschreiben, da sich drei Klimazonen in dieser Region überschneiden können: eine kontinentale Tendenz, eine ozeanische und eine mediterrane Tendenz. Über das ganze Jahr hinweg kann sich das Wetter recht schnell zugunsten der einen oder der anderen Tendenz ändern. Durch die ausgeprägte Hügellandschaft können diese Effekte mikroklimatisch stark gepuffert werden. Dies erklärt, dass die nördlich gelegenen Gemeinden in vermeintlich weniger geeigneten Lagen die besten Weinberge besitzen. Die durchschnittliche Regenmenge beträgt ca. 750 Millimeter pro Jahr.

Appelationen:


Beaujolais

In der ganzen Gegend darf die Appellation Beaujolais verwendet werden. Beaujolais Supérieur darf der Wein genannt werden, wenn der Zuckergehalt des Mostes einen um mindestens 0,5 % höheren Alkoholgehalt erwarten lässt. Insgesamt 10.500 ha sind in der Appellation d'Origine Contrôlée (AOC) Beaujolais bestockt und werden als solche vermarktet. Aus dieser Appellation werden auch die Grundweine des Beaujolais Primeur genommen.

Beaujolais-Villages

38 Gemeinden haben das Anrecht , den Wein in der AOC Beaujolais-Villages auszubauen. Dies entspricht einer Rebfläche von 6250 ha.

Cru oder Grand Cru

Am Nordrand des Beaujolais-Village Gebiets liegen zehn Gemeinden, die ihren Namen auf dem Etikett verwenden dürfen. Diese Weine haben im Gegensatz zu den anderen Appellationen des Beaujolais die Fähigkeit, zu altern.

Die Beaujolais-Crus sind: Saint-Amour (317 ha), Juliénas (609 ha), Chénas (285 ha), Moulin à Vent (681 ha), Morgon (1132 ha), Chiroubles (376 ha), Fleurie (879 ha), Brouilly und Côte de Brouilly (1315 und 331 ha) sowie die Gemeinde Régnié (746 ha).

Côteaux du Lyonnais

Auf ca. 350 ha werden in der Nähe von Lyon Weine im Stil des Beaujolais erzeugt. Allein die Kooperative Sain-Bel erzeugt 75 % dieses seltenen Weins im Beaujolais-Stil.

Rotwein


Im Beaujolais werden Rotweine ausschließlich aus der Gamay-Rebe hergestellt, die sehr fruchtige, manchmal etwas blasse Rotweine hervorbringt. Diese Weine kann man im Sommer, auch leicht gekühlt, zu sehr vielen Speisen genießen. Der Anbau der Pinot noir-Rebe ist zwar erlaubt, jedoch existiert diese im Beaujolais heute nicht mehr.

Normalerweise bereitet man Rotwein, indem man die Trauben teilweise zerdrückt und dann zum Vergären in einen Behälter gibt. Im Beaujolais werden die Trauben ganz belassen und platzen alleine durch den Gärprozess auf. Die Gärung kann unter Umständen bis in das Frühjahr nach der Lese dauern und entzieht dem Gamay ein Maximum an Farbstoff und Tannin. Beaujolais sollte zwar jung getrunken werden. Allerdings vertragen Baujolais, die keine Primeurs sind, durchaus eine bis zu vier Jahre lange Lagerung. Insbesondere Beaujolais Villages sollte sogar mindestens ein Jahr vor dem Konsum gereift sein.

Beaujolais Primeur


Beaujolais Nouveau
Beaujolais Nouveau

Der Beaujolais Primeur (auch Beaujolais nouveau) war der erste Wein, der schon im Jahr seiner Herstellung verkauft werden durfte. Traditionell geschieht dies am dritten Donnerstag im November.

Am 13. November 1951 erstritten sich die Winzer des Beaujolais eine Ausnahmegenehmigung vom französischen Weinrecht. Sie erlaubte es ihnen, ihren neuen Wein schon ab dem dritten Novemberdonnerstag in den Handel zu bringen.

Diese Form der Vermarktung spielte eine entscheidende Rolle in der weltweiten Bekanntmachung des Beaujolais als Weinanbaugebiet und wurde durch den Winzer Georges Duboeuf Anfang der 50er Jahre (1953) eingeführt. Sie hat allerdings auch zu dem Ruf der Region beigetragen, eher Weine niedrigerer Qualität zu produzieren. Im Jahr 2002 war der Anteil der Primeurweine auf über 50% der Gesamtproduktion gestiegen.

Da die klassische Kohlensäure-Mischung, die unter dem Kapitel Rotwein weiter oben beschrieben ist, zu langsam ist, wird der Wein mittels Kunstgriffen sehr schnell bereitet. Ein solcher Wein kann aufgrund seines überwältigenden Dufts und seiner Fruchtigkeit kurzzeitig Freude bereiten, stellt aber bei weitem nicht das Beste dar, was das Weinbaugebiet Beaujolais zu bieten hat.

Ein Primeur ist aber nicht gleichbedeutend mit dem Beaujolais. Auch in anderen Teilen Frankreichs dürfen Primeur-Weine produziert werden. Auf dem Höhepunkt der Primeur-Welle wurde auch junges Gemüse ähnlich vermarktet.

Kuriosum

Ursprünglich war das Trinken des allzujungen Primeurs nur ein Zeitvertreib englischer Dandys, die mit dem Privatflugzeug ins Burgund flogen, um für sich und ihre Dandyfreunde den allerersten neuen Wein aus Frankreich zu beschaffen. Aus diesem gesellschaftlichen Upper-Class-Gaudium entwickelte sich im Lauf der Zeit ein Massenkult um den allerneuesten Wein der Saison. Einige Weinfreunde sind der Meinung, dass es auch den besseren Primeurs gut tut, ein paar Monate, wenn nicht ein Jahr, zu warten. Hier scheiden sich allerdings die Meinungen. Da der Primeur in einem beschleunigten Prozess vergoren wird, entwickelt auch ein guter Primeur oftmals schon nach wenigen Wochen essigartige Aromen.

Beschreibung


  • Farbe: granatrot
  • Geschmack: sehr fruchtig; fein

Pot Lyonnais


Eine Besonderheit im Beaujojais ist der Pot Lyonnays. Diese Servierflasche besitzt einen besonders dicken Glasboden, der es ermöglicht, den Wein auf dem Tisch länger kühl zu halten. Dafür wird die Flasche vorher im Eisfach gekühlt.

Weisswein


Weißwein spielt im Beaujolais eine untergeordnete Rolle und macht nur ca. 1% der Produktion aus. Die Weißweintrauben sind Chardonnay-Trauben, sind aber für die Berühmtheit des Beaujolais relativ unbedeutend, und im Ausland sind weiße Beaujolais-Weine demnach äußerst selten und praktisch unbekannt.

Roséwein


In Deutschland weitgehend unbekannt sind Beaujolais-Roséweine.

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5.02 Bordeaux:

Château
© Typisches Château
(Pichon-Longueville Baron
in Pauillac)

Die Stadt Bordeaux gibt ihren Namen einer Weinbauregion mit 120.700 Hektar Rebfläche. Die Region erstreckt sich auf das gesamte Département Gironde. Der Anteil der Spitzenqualität ist hier höher als in jeder der anderen Regionen Frankreichs.

Jährlich werden ca. sieben Millionen Hektoliter Wein hergestellt. Die international bekannten Appellationen und Weingüter sind an dieser Menge mit ca. fünf Prozent beteiligt. Ein durchschnittliches Weingut im Bordeaux ist zwischen sieben und zehn Hektar groß. Innerhalb der letzten 20 Jahren wurden viele Weingüter zu größeren Einheiten zusammengefügt.

Die Weine sind in der Regel Cuvées (Verschnittweine), d.h. sie bestehen aus mehreren Rebsorten.

Die qualitative Spitze bilden die kommunalen Appellationen Margaux, Saint-Julien, Pauillac, Saint-Estèphe, Pessac-Léognan, Pomerol, Saint-Emilion, Sauternes und Barsac. Der Löwenanteil der Produktion entstammt der regionalen AOC Bordeaux bzw. Bordeaux Supérieur und den subregionalen Appellationen wie Entre-Deux-Mers, Graves und Médoc.

Siehe auch Klassifikation der Weine im Bordelais.

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Bordeauxwein (Klassifikation)

Inhaltsverzeichnis:

1.0 Beispiel
2.0 Die Klassifikation der Médoc-Châteaux von 1855
2.1 Liste der Châteaux nach der Klassifikation von 1855
2.2 Zweitweine
3.0 Sauternes und Barsac
4.0 Graves
4.1 Klassifikation der Region Graves
5.0 Saint-Emilion
6.0 Pomerol
7.0 Siehe auch

Die Hafenstadt Bordeaux ist seit der Römerzeit durch Handel geprägt. Die Qualitätsunterschiede der dort gehandelten Weine schlugen sich schon vor Jahrhunderten in ihrem Preis nieder.

Zunächst gilt für die Bordeauxweine die Regel: Je kleiner und enger umgrenzt die Appellation ist, umso höher sind Qualitätsniveau der Weine und entsprechend ihr Preis.

(Das Bild Typisches Château (Pichon-Longueville Baron in Pauillac) basiert auf dem Bild Pichon01 aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Den Urheber des Bildes sehen Sie, wenn Sie auf das Bild klicken.)

Beispiel

Das Médoc ist ein größeres Gebiet (eine Halbinsel) im Bordelais (Bordeauxgebiet). Es erstreckt sich am linken Ufer (Rive gauche) der Gironde von Bordeaux bis Saint-Vivien-de-Médoc. Der gesamte dort erzeugte Wein darf unter der Appellation Médoc vermarktet werden. Dies sind jährlich ca. 300.000 Hektoliter Wein gehobener Qualität. Der südliche Teil des Médoc besitzt höherwertige Lagen. Daher werden diese Weine in der Regel unter der Appellation Haut-Médoc angeboten (rund 250.000 hl pro Jahr). Die Weine der berühmten Weinbaugemeinden Pauillac, Saint-Estèphe, Saint-Julien, Listrac-Médoc, Moulis-en-Médoc und Margaux innerhalb des Haut-Médoc besitzen aufgrund ihrer anerkannt höheren Qualität wiederum eine eigene (kommunale) Appellation.

Die Klassifikation der Médoc-Châteaux von 1855

Ein Château bedeutet einen Besitz, ein Weingut. Im Jahre 1855 wurde zur Weltausstellung in Paris eine Klassifikation (Grand Cru Classé) für die damals bekannten, teureren Châteaux im Médoc vorgenommen. Damals wurde als Maßstab im wesentlichen der über die letzten 100 Jahre erzielte Marktpreis für den vom jeweiligen Weingut erzeugten Wein herangezogen.

Diese Klassifikation wurde seitdem nur ein einziges Mal geändert, als Château Mouton-Rothschild im Jahre 1973 vom Deuxième zum Premier Cru aufstieg. Das entsprechende Dekret wurde übrigens vom damaligen Landwirtschaftsminister Jacques Chirac unterzeichnet.

Ein Château im Médoc ist also entweder Grand Cru Classé oder Cru Bourgeois, und das ändert sich nicht mehr, es sei denn, es wird verkauft. Da die Klassifizierung an den Besitz gekoppelt ist, kann eine Cru Bourgeois-Rebfläche, von einem Cru Classé-Weingut erworben, classé werden, und umgekehrt!

Liste der Châteaux nach der Klassifikation von 1855

In Klammern die Gemeinde und Appellation.






Zweitweine


Die Zweitweine der großen Châteaux genießen keinen Cru-Classé-Status und sind wesentlich preiswerter. Dennoch besitzen einige von ihnen Spitzenqualität, z.B.:


Sauternes und Barsac


Ebenfalls 1855 erfolgte die Klassifizierung der edelsüßen Weißweine aus den Gemeinden Sauternes und Barsac.

  • Die Klasse Premier Cru Supérieur ist dem Château d'Yquem vorbehalten.
  • Zur Klasse Premier Cru Classé gehören Château La Tour Blanche, Châteu Lafaurie-Peyraguey, Château Clos Haut-Peyraguey, Château Rayne-Vigneau, Château Suduiraut, Château Coutet, Château Climens, Château Guiraud, Château Rieussec, Château Rabaud-Promis, Château Sigalas-Rabaud.
  • Zur Klasse Deuxième Cru Classé gehören Château de Myrat, Château Doisy-Daene, Château Doisy-Dubroca, Château Doisy-Védrines, Château d'Arche, Château Filhot, Château Broustet, Château Nairac, Château Caillou, Château Suau, Château de Malle, Château Romer du Hayot, Château Lamothe, Château Lamothe-Guignard.

Graves


Für das Gebiet Graves wurde 1953 bzw. 1959 eine einstufige Klassifikation geschaffen, die nach Rot- und Weißweinen unterscheidet. Alle klassifizierten Châteaux liegen in der bis in die südlichen Vororte von Bordeaux reichenden Appellation Pessac-Léognan.

Klassifikation der Region Graves


Klassifiziert für
Rot- und Weißwein:
Klassifiziert nur für
Rotwein:
Klassifiziert nur für
Weißwein:
Château Bouscaut Château Haut-Bailly Château Couhins-Lurton
Château Carbonnieux Château de Fieuzal Château Laville Haut-Brion
Domaine de Chevalier Château La Mission Haut-Brion  
Château Latour-Martillac Château Pape-Clément  
Château Malartic-Lagravière Château La Tour Haut-Brion  
Château Olivier    
Château Smith Haut Lafitte    

Saint-Emilion


Die Weine von Saint-Emilion wurden erstmals 1954 klassifiziert. Alle klassifizierten Güter gehören der Appellation AOC Saint-Emilion Grand Cru an. Es gibt zwei Klassen: Premier Grand Cru Classé (mit den beiden Unterklassen A und B) und Grand Cru Classé.

Diese Klassifikation wird regelmäßig überprüft. Dies geschah bisher 1969, 1986 und 1996 und soll zukünftig alle zehn Jahre stattfinden. Dabei gilt, dass sich die Güter für die Klassifizierung bewerben müssen. Im Gegensatz zum Médoc ist die Klassifikation auch an die Lagen selbst gebunden. So wurde dem Château Beau-Séjour Bécot der Premier-Status 1986 für zehn Jahre entzogen, nachdem das Weingut durch Zukauf von Parzellen seine Rebfläche ausgeweitet hatte.

Premiers Grands Crus Classés (A) sind:



Premiers Grands Crus Classés (B) umfassen derzeit elf Châteaux:


  • Château Angélus
  • Château Beau-Séjour Bécot
  • Château Beauséjour Duffau-Lagarosse
  • Château Belair
  • Château Canon
  • Château Figeac
  • Clos Fourtet
  • Château La Gaffelière
  • Château Magdelaine
  • Château Pavie
  • Château Trottevieille

Grands Crus Classés umfassen derzeit 55 Châteaux:


  • Château l'Arrosée
  • Château Balestard La Tonnelle
  • Château Bellevue
  • Château Bergat
  • Château Berliquet
  • Château Cadet-Bon
  • Château Cadet-Piola
  • Château Canon-La Gaffelière
  • Château Cap de Mourlin
  • Château Chauvin
  • Clos des Jacobins
  • Clos de L'Oratoire
  • Clos Saint-Martin
  • Château La Clotte
  • Château La Clusière
  • Château Corbin
  • Château Corbin-Michotte
  • Château La Couspaude
  • Couvent des Jacobins
  • Château Curé Bon La Madeleine
  • Château Dassault
  • Château La Dominique
  • Château Faurie de Souchard
  • Château Fonplégade
  • Château Fonroque
  • Château Franc-Mayne
  • Château Grand Mayne
  • Château Grand-Pontet
  • Château Les Grandes Murailles
  • Château Guadet Saint-Julien
  • Château Haut-Corbin
  • Château Haut-Sarpe
  • Château Laniote
  • Château Larcis-Ducasse
  • Château Larmande
  • Château Laroque
  • Château Laroze
  • Château La Marzelle
  • Château Matras
  • Château Moulin du Cadet
  • Château Pavie-Decesse
  • Château Pavie-Macquin
  • Château Petit-Faurie-de-Soutard
  • Château Le Prieuré
  • Château Ripeau
  • Château Saint-Georges Côte Pavie
  • Château La Serre
  • Château Soutard
  • Château Tertre Daugay
  • Château La Tour du Pin-Figeac (Giraud-Belivier)
  • Château La Tour du Pin-Figeac (Moueix)
  • Château La Tour-Figeac
  • Château Troplong-Mondot
  • Château Villemaurine
  • Château Yon-Figeac

Pomerol


Eine Klassifikation für Pomerol existiert bis heute nicht; formal sind also alle Weingüter in Pomerol "gleich gut". Es gibt jedoch einige inoffiziell als Cru Classés angesehene Châteaux. Allgemein anerkannt ist die überragende Stellung von Château Petrus. Mitglieder der Union des Grands Crus sind die Châteaux Beauregard, Clinet, Gazin, L'Evangile, La Cabanne, La Conseillante, La Croix de Gay, La Pointe, Petit Village und Vieux-Château Certan. Die Mitglieder der „Moueix-Familie“ Château Trotanoy, Latour à Pomerol, Lafleur-Pétrus, Lafleur-Gazin und Hosanna gehören ihr trotz vergleichbarer Qualität allerdings nicht an.

Siehe auch



Dieser Artikel über die Klassifikation der Bordeauxweine basiert auf dem Artikel Bordeauxwein (Klassifikation) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.



Bordeaux (Weinbaugebiet)

Das Weinbaugebiet Bordeaux, auf französisch Bordelais, ist das größte zusammenhängende Anbaugebiet der Welt für Qualitätswein. Es gibt etwa 4000 Châteaux genannte Weingüter, die die weltberühmten Weine erzeugen. Ein differenziertes System von subregionalen und kommunalen Appellationen und Klassifikationen schafft unter ihnen eine qualitative Hierarchie. Die einzelnen Lagen spielen demgegenüber eine untergeordnete Rolle. Ihre Stelle nimmt das Château ein, zu dem sie gehören.

Typisch sind die trockenen, langlebigen Rotweine, die im Médoc fruchtiger und in Saint-Emilion und Pomerol sanfter und voller ausfallen. Knapp 20 % der Produktion entfällt auf Weißwein. Die Spitze stellen die edelsüßen Sauternes und Barsac dar. Die charaktervollsten trockenen Weißweine stammen aus dem Bereich Graves südöstlich von Bordeaux. Seit 1990 gibt es auch eine Appellation für Schaumwein, den Crémant de Bordeaux.

Im Jahr 2002 wurden auf gut 120.000 Hektar Anbaufläche insgesamt 5,74 Millionen Hektoliter Qualitätswein erzeugt.

Inhaltsverzeichnis:

1.0 Geografie, Boden und Klima
2.0 Rebsorten
3.0 Appellationen
3.1 Hierarchie der Appellation
3.2 Bordeaux und Bordeaux Supérieur
4.0 Bordeaux-Weine und ihr Markt
4.1 Marken- und Château-Weine
4.2 Crus und ihre Hierarchie
4.3 Weinhandel
4.4 Preiszyklen
5.0 Geschichte
5.1 Antike und Mittelalter
5.2 Neuzeit
5.3 20. Jahrhundert
5.4 Heutige Situation
6.0 Siehe auch
7.0 Literatur

Geografie, Boden und Klima


Das Weinbaugebiet von Bordeaux umfasst die für den Qualitätsweinbau geeigneten Lagen des in Südwestfrankreich gelegenen Départements Gironde. Es liegt im Mündungsgebiet der Flüsse Garonne und Dordogne genau auf dem 45. nördlichen Breitengrad. Die Region lässt sich in fünf deutlich unterschiedliche Gebiete einteilen:

  • Das Médoc beginnt nördlich von Bordeaux und zieht sich über 70 km auf dem linken Ufer der Gironde.
  • Die Graves beginnen südlich von Bordeaux und nehmen das südliche Ufer der Garonne ein.
  • Das Entre-Deux-Mers ist das Hügelland zwischen Garonne und Dordogne.
  • Das Libournais bezeichnet die Umgebung der Stadt Libourne auf dem rechten Ufer der Dordogne.
  • Nordwestlich davon liegen Blayais und Bourgeais nördlich des Zusammenflusses von Dordogne und Garonne.

Zusammenfassend bezeichnen Bordeaux-Kenner Médoc und Graves oft auch als „Linkes Ufer“ und das Libournais als „Rechtes Ufer“.

Die Landschaft des Bordelais ruht auf einem riesigen Kalksteinsockel aus dem Tertiär. Dieser tritt allerdings nicht überall zutage, sondern ist zumeist von eiszeitlichen Ablagerungen aus Sand und Kies bedeckt. Sie wurden von den Flüssen Isle, Dordogne und Garonne herangetragen. Im Médoc können sie mehrere Meter dick werden. Diese Kiessandkuppen ermöglichen eine tiefe Einwurzelung der Reben bei hervorragendem Wasserabzug. Auf ihnen wachsen daher die meisten Spitzenweine, die Grands Crus. Die tieferen Böden in unmittelbarer Lage der Flüsse (Palus) sind dagegen für den Qualitätsweinbau ungeeignet. Im Libournais sind die Verhältnisse komplizierter. In Saint-Emilion bietet das Kalkplateau ebenfalls hervorragende Bedingungen für die Reben. Andere Spitzengewächse wachsen dort auf Molasse, im benachbarten Pomerol teilweise auf Kiessand, aber auch auf Lehmböden. Bemerkenswerterweise gibt es auch einige Spitzenweine, die auf durchfeuchteten Böden stehen. Dies trifft für einige Châteaux von Pomerol, Graves und Sauternes zu.

Der nahe Atlantik sorgt für ein mildes, ausgeglichenes Klima ohne extreme Temperaturschwankungen. Die großen Wasserläufe und das ausgedehnte Waldgebiet der Landes üben zusätzlich eine ausgleichende Funktion aus. Die unterschiedlichen Standorte (Hanglage und Geländebeschaffenheit) allerdings schaffen viele Bereiche mit eigenem Mikroklima.

Charakteristisch sind in der Regel frostfreie Winter, feuchte Frühjahrsmonate und sonnige Sommer von Juli bis Oktober. Die mittlere Sonnenscheindauer pro Jahr beträgt ca. 2000 Stunden bei einer Niederschlagsmenge von ca. 900 mm. Das Klima variiert jedoch von Jahr zu Jahr sehr stark, so dass die Qualität der Jahrgänge sehr unterschiedlich ausfällt. Damit ein großer Jahrgang entsteht, müssen in der Vegetationsperiode vom 1. April bis zum 30. September folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Summe der Durchschnittstemperaturen mindestens 3100 °C
  • Mindestens 15 Hitzetage (Maximaltemperatur über 30 °C)
  • Niederschlagsmenge zwischen 250 und 350 mm
  • Mindestens 1250 Stunden Sonnenscheindauer.

Da sich die Weinlese häufig bis weit in den Herbst hineinzieht, spielt auch das Wetter im Oktober noch eine wichtige Rolle für die Qualität eines Jahrgangs.

Rebsorten

Bordeaux-Weine sind typischerweise Cuvées mehrerer einzeln vinifizierter Parzellen und Rebsorten. Die kunstvolle Assemblage der verschiedenen Partien dient dazu, den spezifischen Charakter des Terroirs und den Weinstil des Châteaus hervorzuheben. In aller Regel sind es mindestens zwei Rebsorten mit variierender Zusammensetzung je nach Witterungsverlauf eines Jahres, oft auch drei bis fünf, die in einen Wein eingehen. Die Rebsorten werden auf dem Etikett eines Bordeaux zwar niemals genannt, dennoch verdankt der Wein seinen Ruf nicht zuletzt dem nahezu ausschließlichen Anbau von Sorten mit hohem Qualitätspotenzial.

Der berühmte Rotwein von Bordeaux wird vorwiegend aus drei Rebsorten gewonnen: Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc. Eine Nebenrolle spielen Petit Verdot und Malbec. Die Carmenère, von der die Cabernet-Sorten und der Merlot vermutlich abstammen, ist hingegen nach der Reblauskrise weitgehend verschwunden. Meistangebaute weiße Sorte ist der Sémillon, der diese Position seiner hervorragenden Eignung zur Erzeugung edelsüßer Weine verdankt. Trockener Weißwein wird vorwiegend aus Sauvignon Blanc gekeltert, es gibt aber auch Cuvées, in denen der Sémillon dominiert. Daneben spielen noch Muscadelle, Ugni Blanc und Colombard eine Rolle, in Spitzengewächsen allerdings nur die erstgenannte dieser drei Sorten.

Appellationen


Hierarchie der Appellation


In Bordeaux gibt es ein stark ausdifferenziertes System von über 50 Appellationen (AOC; Appellation d'Origine Contrôlée ist ein Schutzsiegel für die kontrollierte Herkunft). Etwas vergröbert lassen sich drei Stufen unterscheiden, die eine deutliche Hierarchie zum Ausdruck bringen. Dabei gilt die folgende Regel: Je kleiner das Gebiet ist, auf das sich die Appellation bezieht, desto höher sind Qualität, Ansehen und Preisniveau der jeweiligen Weine.

  • Die regionalen Appellationen Bordeaux und Bordeaux Supérieur gelten für das gesamte Département Gironde und bilden mit rund 57 % der Gesamtproduktion die Basis.
  • Darüber stehen die subregionalen Appellationen, die jeweils nur Teilbereiche des Gebietes umfassen: Médoc für Rotweine des gesamten Médoc, Haut-Médoc für den höher gelegenen südlichen Teil, Graves für Rot- und Weißweine des Bereiches südlich von Garonne und Bordeaux, Entre-Deux-Mers für trockene Weißweine und schließlich die überwiegend auf dem rechten Ufer der Dordogne gelegenen Côtes de Bordeaux: Côtes de Bourg, Côtes de Blaye, Premières Côtes de Bordeaux, Côtes de Castillon und Côtes-de-Francs. Sie stehen für gut 27 % der Bordeauxweine.
  • Die Spitze bilden die kommunalen Appellationen, die sich jeweils nur auf eine einzige oder wenige benachbarte Gemeinden beziehen. Aus diesen stammen auch die berühmtesten und teuersten Weine. Ausschließlich für Rotwein gelten Margaux, Moulis-en-Médoc, Listrac-Médoc, Saint-Julien, Pauillac, Saint-Estèphe im Médoc sowie Saint-Emilion (Saint-Emilion und Saint-Emilion Grand Cru) und Pomerol mit ihren „Satelliten“ Montagne-Saint-Emilion, Lussac-Saint-Emilion, Puisseguin-Saint-Emilion, Saint-Georges-Saint-Emilion, Lalande-de-Pomerol, Fronsac und Canon-Fronsac im Libournais. In Pessac-Léognan unmittelbar südlich von Bordeaux werden Rot- und Weißwein erzeugt, während Sauternes, Barsac und Cérons südlich der Garonne sowie Cadillac, Loupiac, Sainte-Croix-du-Mont und Sainte-Foy-Bordeaux nördlich des Flusses für edelsüße Weißweine gelten. Auf die kommunalen Appellationen entfallen knapp 16 % der Gesamtproduktion.

Bei den kommunalen Appellationen ist es keine Pflicht, dass alle Weinberge auf dem Gebiet der jeweiligen Gemeinde stehen. Es dürfen auch Trauben benachbarter, aber gleichwertiger Gemeinden verwendet werden. Der Wein darf aber stets nur unter dem Namen einer Appellation verkauft werden. So besitzen Güter aus Pauillac auch Weinberge in der Nachbargemeinde Saint-Julien. Prinzipiell darf Wein aus einer ausgezeichneten Gemeinde natürlich auch unter einer subregionalen Appellation oder als „Bordeaux“ verkauft werden. Aufgrund des höheren Marktwertes wird jeder Winzer seinen Wein jedoch nach Möglichkeit unter der höherrangigen Appellation abfüllen, sofern die strengeren Bedingungen auch erfüllt werden. Das Château d’Arsac produziert daher sowohl einen Margaux als auch einen Haut-Médoc. Letzterer stammt aus den Weinbergen außerhalb des Gebietes der AOC Margaux.

Gilt eine Appellation ausschließlich für Weiß- oder Rotwein, so darf anderer Wein nur unter der für ihn zugelassenen subregionalen oder regionalen Bezeichnung verkauft werden. So sind die roten Weine der Gemeinden Barsac und Sauternes mit ihren edelsüßen Spitzengewächsen lediglich „Graves“, und der sehr hochwertige weiße Pavillon Blanc des berühmten Château Margaux ist sogar nur ein „Bordeaux“.

Bordeaux und Bordeaux Supérieur


Mehr als die Hälfte der Produktion von Bordeaux entfällt auf die regionalen Appellationen Bordeaux und Bordeaux Supérieur, bei trockenem Weißwein liegt der Anteil sogar über 72 %. Hier sind die formalen Anforderungen am niedrigsten. Zugelassen sind alle für den Qualitätsweinbau geeigneten Lagen des Départements Gironde. Ausgeschlossen sind lediglich feuchte Moorböden und das Überschwemmungsgebiet der Flüsse. Der zugelassene Basisertrag beträgt für weißen Bordeaux 65 Hektoliter pro Hektar, für Rot- und Roséwein 55. Die Pflanzdichte muss seit 1974 lediglich niedrige 2000 Stöcke je Hektar betragen. Diese Pflanzdichte ermöglicht eine Lenz-Moser-Erziehung der Rebstöcke und somit eine einfache mechanisierte Bearbeitung der Rebfläche.

Als Rebsorten sind für Rotwein Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Carmenère, Malbec und Petit Verdot zugelassen. In der Praxis sind nur die ersten drei von Bedeutung, wobei der Merlot den größten Anteil hat. Der Mindestalkoholgehalt muss 10 Vol.-% betragen, wobei der Most einen Zuckergehalt von mindestens 178 g/l aufweisen muss. Die regionale AOC sieht zwei verschiedene Arten von Roséwein vor. Neben dem klassischen Bordeaux Rosé gibt es als regionale Spezialität den Bordeaux Clairet, einen hellroten, leichten Rotwein.

Für Weißwein sind Sémillon, Sauvignon Blanc und Muscadelle als Hauptrebsorten sowie Merlot Blanc, Colombard, Mauzac, Ondenc und Ugni Blanc als komplemetäre Sorten mit einem Maximalanteil von 30 % erlaubt. Im trockenen Weißwein dominiert zumeist der Sauvignon, die komplementären Sorten spielen heute kaum noch eine Rolle. Beträgt der Restzuckergehalt weniger als 4 g/l, so ist der Zusatz Sec obligatorisch. Die Produktion von weißem Bordeaux AOC ist seit Mitte der 1970er Jahre im Rückgang begriffen, die Menge sank von 783.000 hl im Jahr 1992 auf 400.700 hl im Jahr 2002. Dagegen stieg im gleichen Zeitraum die Rotweinerzeugung von 2,6 auf rund 2,85 Millionen hl.

Formal höheren Anforderungen muss der Bordeaux supérieur genügen. Faktisch wird die Appellation vor allem für kräftige, lagerfähige Rotweine verwendet, während roter Bordeaux AOC eher fruchtbetont und jung zu trinken ist. Der Basisertrag ist auf 40 hl/ha festgelegt, dazu kommen dann die jahrgangsabhängigen Zuschläge. Der Mindestalkoholgehalt des Rotweines muss 10,5 Vol.-% betragen, Weißwein sogar 11,5 Vol.-% aufweisen bei mindestens 212 g/l Zuckergehalt des Mostes. Weißer Bordeaux supérieur ist ein Wein mit unvergorenem Restzuckergehalt, wird allerdings nur noch auf ca. 50 Hektar (Stand 2003) produziert.

Der regionalen Appellation zuzurechnen sind auch die unter den Bezeichnungen Bordeaux Haut-Benauge (nur für Weißwein) und Bordeaux Côtes de Francs (für Weiß- und Rotwein) vermarkteten Weine. Sie dürfen nur in den jeweils dafür zugelassenen Gemeinden erzeugt werden. Das Haut-Benauge liegt im südlichen Teil des Entre-Deux-Mers, östlich der Premières Côtes. In Abgrenzung zum Entre-Deux-Mers Haut-Benauge muss der Bordeaux Haut-Benauge ein höheres Mostgewicht besitzen und nicht trocken ausgebaut sein. Die Bedeutung in der Praxis ist allerdings gering.

Eine nennenswerte Produktionsmenge weisen dagegen die Côtes de Francs auf. Das relativ kleine Gebiet (536 ha) liegt im Osten des Libournais an der Grenze zum Département Dordogne. Hier sind die Anforderungen mit Ertragsgrenzen von 50 hl/ha und Mindestalkoholgehalt von 11 Vol.-% für Rotwein höher. Für trockenen Weißwein müssen sogar 11,5 Vol.-% erreicht werden, und auch süße Weißweine sind in der Appellation vorgesehen. Die Produktion konzentriert sich allerdings auf Rotweine, von denen 2002 22.781 hl erzeugt wurden, während dem nur 284 hl Weißwein gegenüberstehen.

Bordeaux-Weine und ihr Markt


Marken- und Château-Weine


Grundsätzlich gibt es zwei Sorten Weine in Bordeaux: Marken- und Gutsweine (Château-Weine). Markenweine werden von Weinhändlern aus für passend befundenen Partien Fasswein zusammengestellt. Das Ziel dabei ist, einer breiten Kundschaft eine für die jeweilige Appellation repräsentative, qualitativ zuverlässige Cuvée anzubieten. Bekannte Marken sind Mouton-Cadet oder Michel Lynch. Ferner fallen in diese Kategorie die meisten Weine der Genossenschaften, etwa La Rose Pauillac, Marquis de Saint-Estèphe oder Grand Listrac.

Château-Weine stammen dagegen aus Trauben eines einzigen Gutsbesitzes. Das Château muss kein (Schloss-) Gebäude besitzen, seine Bezeichnung muss sich aber wenigstens aus einem Flurnamen herleiten. Bereitet werden kann der Wein auch in einem benachbarten Gut oder in einer Genossenschaftskellerei. Der Ruf des Châteaus spielt bei der Beurteilung eines Bordeauxweines eine ebenso große Rolle wie die Appellation, aus der er stammt.

Crus und ihre Hierarchie


Ein Château erzeugt einen einzigen repräsentativen Wein, den Grand Vin. Dieser bildet den Cru, das Gewächs. Diese französische Bezeichnung, die in anderen Regionen für die Einzellage steht, ist in Bordeaux auf das Château selbst übergegangen. Die relative Homogenität der Terroirs innerhalb der Appellationen – verglichen etwa mit den extrem kleinteiligen Climats des Burgund – verhinderte die Ausdifferenzierung verschiedener Lagen. Dazu kommt, dass die besten Parzellen teilweise seit Jahrhunderten in demselben Besitz sind. Partien, die den Ansprüchen des Erzeugers nicht genügen, werden als Zweitwein unter einem anderen Etikett vermarktet. Manche Châteaux erzeugen sogar Drittweine.

Die systematische Anlage der großen Médoc-Châteaux als Wirtschaftsbetriebe und die allgemeine Ausrichtung von Bordeaux auf Exportmärkte ließen die Weine schon früh zu internationalen Markenartikeln werden. Schnell bildeten sich aufgrund der unterschiedlichen Qualitäten und Marktwerte inoffizielle Hierarchien unter den Weinen. Im Jahr 1855 wurde dann anhand langjährig erzielter Verkaufspreise eine offizielle Klassifikation der Rotweine des Médoc und der Süßweine von Barsac-Sauternes erstellt. Ursprünglich war vorgesehen, diese Einteilung in Abständen zu überprüfen und zu erweitern. Tatsächlich gab es aber seither nur eine einzige Revision, den Aufstieg von Château Mouton-Rothschild von der zweiten in die erste Klasse im Jahr 1973. 1955 erfolgte die erste Klassifikation der Güter von Saint-Emilion, die als einzige regelmäßig überprüft wird. 1959 wurden auch die Rot- und Weißweine der Region Graves klassifiziert. Somit bleibt Pomerol die einzige Spitzen-Appellation ohne Klassifikation. Die klassifizierten Château-Weine dürfen sich mit dem Prädikat Grand Cru Classé (Großes Gewächs) schmücken. (Details hierzu siehe Klassifikation der Bordeaux-Weine)

Im Médoc gibt es mit den Crus Bourgeois (Bürgerliche Gewächse) eine weitere Klasse, die seit 2003 wiederum in Crus Bourgeois Exceptionnels, Crus Bourgeois Supérieurs und Crus Bourgeois gegliedert ist. Schließlich folgen noch die Crus Artisans, eine seit 150 Jahren existierende Bezeichnung, die seit 1989 von einer Erzeugergemeinschaft wiederbelebt wurde.

Die Klassifikationen markieren zwar die Oberklasse von Bordeaux, können aber keineswegs als alleiniges Kriterium für Spitzenweine gelten. Güter, die zu klein oder qualitativ in der Krise waren, fanden 1855 keine Berücksichtigung. Zahlreiche Crus Bourgeois stehen den Crus Classés heute an Qualität und Konstanz kaum nach. Dasselbe trifft auf manche Zweitweine führender Güter zu. Definitiv durcheinandergewirbelt wurde die Hierarchie durch die in den Neunzigerjahren aufgekommenen Garagenweine. Sie zeichnen sich typischerweise durch hohe Konzentration aus, zum einen durch starke Selektion des Traubengutes, zum anderen durch extremen Einsatz neuer Barriquefässer. Der Terroirgedanke gerät dabei in den Hintergrund. Ob sich diese häufig durch starkes Medieninteresse und spekulative Preissprünge gekennzeichneten Gewächse dauerhaft in der Spitzengruppe etablieren können, muss die Zukunft zeigen.

Auf die Grands Crus und die ihnen gleichgestellten Gewächse konzentriert sich zwar die Aufmerksamkeit der Weinwelt, auf sie entfallen jedoch nur geschätzte 4,5 % der Produktion von Bordeaux. Weitere 5 % erzeugen die Crus Bourgeois des Médoc.

Weinhandel


Bordeaux produzierte seit jeher überwiegend für den nationalen und Exportmärkte. Die großen Produktionsmengen der Châteaux verlangen ein leistungsfähiges Vertriebssystem. Dies stellen die zumeist in Bordeaux oder Libourne ansässigen Weinhändler (Négociants). Zwischen ihnen und den Châteaux vermitteln wiederum Makler (Courtiers). Der heutige Markt für Bordeauxwein teilt sich in drei Segmente:

  • Der traditionelle Flaschenabsatz über Wein- und Lebensmittelfachhandel, Versandhandel und zunehmend (gerade auch in Frankreich selbst) über Verbrauchermärkte ist der wichtigste Absatzkanal. Selbst Großabnehmer wie Handelsketten beziehen ihre Flaschen dabei überwiegend von den Négociants in Bordeaux und nicht direkt von den Erzeugern. Der Direktverkauf an Endkunden spielt für die Châteaux in der Regel nur eine untergeordnete Rolle. Die berühmtesten Weine, die Grands Crus, werden sehr selten nur ab Château verkauft, und dann nicht selten zu „touristischen“, überhöhten Preisen.
  • Der Verkauf per Subskription hat sich in den letzten zwanzig Jahren zum Hauptvertriebsweg für die Grands Crus entwickelt. Sie verkaufen mitunter ihren kompletten Jahrgang im auf die Lese folgenden Frühjahr an die Négociants. Der Wein ist dann noch im Fass und wird erst nach der Abfüllung über ein Jahr später ausgeliefert, die Erzeuger bekommen jedoch sofort Geld in die Kasse. Die Händler bieten ihren Kunden wiederum die Möglichkeit zur Subskription an. Diese empfiehlt sich vor allem bei kleineren Châteaux, die später im Handel kaum zu finden sind, und zum Bezug von Flaschen- Sonderformaten. Der Preisvorteil gegenüber dem Kauf nach Abfüllung hat sich hingegen in den letzten Jahren weitgehend eingeebnet.
  • Bereits seit zwei Jahrhunderten existiert ein Sekundärmarkt für ältere Bordeauxweine. Da die großen Châteaux in der Regel mehrere hunderttausend Flaschen pro Jahr erzeugen, ist dieser Markt liquide und transparent. Der Kauf in Auktionen kann sogar erheblich günstiger sein als die Subskription und bietet die Möglichkeit, den Keller mit herangereiften Bordeauxweinen zu füllen. Ältere Weine unterliegen zudem in geringerem Maße der Spekulation.

Preiszyklen


Die Preise der jeweils neu auf den Markt kommenden großen Bordeauxweine unterliegen von Jahrgang zu Jahrgang vergleichsweise starken Schwankungen. Diese entstehen zum einen auf der Angebotsseite, da die Qualität der Jahrgänge und die Produktionsmengen sehr unterschiedlich ausfallen können. Dazu kommen die Bewegungen auf der Nachfrageseite. Die Bordeaux-Notierungen spiegeln ebenso die Konjunktur wider wie die Fluktuationen des Dollarkurses. So gab es im Zuge der Dollarhaussen 1983 bis 1985 und 1997 bis 2000 starke Steigerungen, während die Rezessionen 1990 und 2001 die Preise fallen ließen. Dazu kommen spekulative, teilweise durch überschwängliche Berichterstattung angefachte Bewegungen wie beim Jahrgang 2000.

Geschichte


Antike und Mittelalter


Bereits in der frührömischen Zeit nahm der Hafen des antiken „Burdigala“ gemäß Strabon eine zentrale Rolle im Weinhandel ein – nicht zuletzt mit dem römischen Britannien. Der Wein selbst stammte jedoch aus dem „Haut Pays“, dem südwestfranzösischen Oberland. Die ersten Weinberge des Bordelais wurden wohl ab dem Jahr 56 n. Christus mit dem Einsetzen der Pax Romana bis zur Amtszeit von Kaiser Probus gepflanzt. Sowohl Plinius der Ältere als auch Columella berichteten von erfolgreichen Anpflanzungen mit Reben namens Biturica, die aus der spanischen Region Navarra kamen. Diese ersten nicht-mediterranen Rebanlagen der Römer dienten weiterhin der Belieferung von im heutigen England und Irland stationierten Legionen. Mit Sicherheit standen Reben in Saint-Emilion, wo sich eine der Villen des Dichters Ausonius befand.

Nach einem Niedergang in der Völkerwanderungszeit mit dem Einfall der Barbaren und Normannen wurde der Weinbau nur noch in katholischen Gemeinden zur Feier der heiligen Messe aufrecht erhalten. Als die Mauren im 8. Jahrhundert Spanien besetzten, ließen sie alle Reben roden und behielten nur noch die Tafeltrauben. In der Folge konnte sich das Weinbaugebiet kurzzeitig als Rotweinlieferant der Städte Cordoba, Sevilla und Valencia etablieren, wodurch sich Weinbau und –handel im Mittelalter wieder belebten. Die Stadt Bordeaux hatte dabei den strategischen Vorteil, über See ungehindert die Märkte Nord- und Westeuropas beliefern zu können. Problematisch war jedoch für die Rotweinregion Bordeaux, dass in Nordeuropa Weißweine begehrter waren. Schiffe, die in La Rochelle Salz luden, hatten dort auch die Möglichkeit, Weißweine des Loire-Gebietes zu laden.

Einen großen Schub erhielt Bordeaux im Jahr 1152: Durch die Heirat von Henry Plantagenet, des späteren Königs Heinrich II. von England, mit Eleonore, der Erbin von Aquitanien, geriet ein großer Teil Westfrankreichs unter britische Herrschaft. Ihr Sohn, der britische König Richard I., hielt häufig in Bordeaux Hof. Sein Bruder und Nachfolger John schloss mit den Bürgern von Bordeaux ein Abkommen, das ihnen als Gegenleistung für die Stellung von Kriegsschiffen Steuervergünstigungen einräumte. Die Rückeroberung von La Rochelle durch den König von Frankreich 1224 brachte Bordeaux schließlich sogar eine Monopolstellung im Weinhandel mit England ein. Im Jahr 1300 bestand die Bordelaiser Weinflotte aus 900 Schiffen. Im Durchschnitt des 14. Jahrhunderts exportierte sie jährlich 800.000 hl Wein, davon stets mindestens die Hälfte nach England. Die Rebfläche von Bordeaux betrug damals schätzungsweise 100.000 Hektar. Der Hundertjährige Krieg brachte 1453 zwar die Rückkehr Aquitaniens zu Frankreich, der französische König bestätigte aber die Privilegien Bordeaux’. Besonders wichtig war das Recht, den Wein des Haut Pays erst auf den Markt zu lassen, wenn der eigene Wein verkauft war. Fasswein war wenig haltbar und diente dem unmittelbaren Konsum. Der Bordeaux war damals eher hellrot. Aus dem französischen Wort „Clairet“ entstand die englische Bezeichnung Claret für Bordeauxwein. Die kräftigeren Weine von Cahors und Gaillac dienten zum Aufbessern des schwächlichen Bordeaux.

Die Privilegien Bordeaux' (le privilège des vins) wurden in der Folge von den französischen Königen Ludwig XI. (im Jahr 1462), Karl VIII. (Oktober 1483), Ludwig XII. (Juli 1498), Heinrich II. (am 28. Juni 1551), Karl IX. (1561), Heinrich III. (Juli 1583), Heinrich IV. (Oktober 1602), Ludwig XIII. (Juni 1610), Ludwig XIV. (September 1643) und Ludwig XV. (Mai 1716) bestätigt. Erst ein Edikt von Ludwig XVI. vom April 1776 sowie ein Gesetz vom 4. August 1789 hoben diese Privilegien auf.

Neuzeit


Erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde entdeckt, wie sich der Fasswein durch Schwefeln haltbar machen ließ. Die Bordelaiser Weinhändler entwickelten schnell die Kunst des Fassausbaus, und die Abfüllung in Flaschen brachte einen weiteren Qualitätssprung. Im 18. Jahrhundert verschob sich die britische Nachfrage zunehmend auf die feineren Weine, während für die Durchschnittsware andere Märkte wie die Niederlande und die Kolonien an Bedeutung gewannen. Als das Médoc trocken gelegt und urbar gemacht wurde, zeigte sich sein Potenzial zur Erzeugung feiner Weine, und die Bordelaiser Handelsbourgeoisie investierte dort in eigene große Güter. Ihre Namen schmücken noch heute die Etiketten großer Weine, beispielsweise Ségur (Château Calon-Ségur), Brane (Château Brane-Cantenac) oder Pichon (Château Pichon-Longueville). Der erste Château-Wein im heutigen Sinne war der Haut-Brion, über dessen Genuss bereits 1663 der britische Schriftsteller Samuel Pepys berichtete. Da der Gutsbesitz in Bordeaux eine bürgerliche Domäne war, überstanden die Güter die Zeit der Französischen Revolution ohne große Enteignungen und Zersplitterungen. Diese Kontinuität ist auch eine Ursache dafür, dass der Begriff der Lage in Bordeaux keine Rolle spielt. Die Lagen wurden stets mit dem Château identifiziert, zu dem sie gehören.

Im 19. Jahrhundert erlebte das Bordelais, vor allem das Médoc, seine erste große Blütezeit. Von ihr zeugen die vielen klassizistischen und historistischen Schlossbauten, die in dieser Zeit in den Weingütern errichtet wurden. Einen Höhepunkt markiert die anlässlich der Weltausstellung von 1855 vorgenommene Klassifizierung der Weingüter des Médoc und von Sauternes-Barsac. Sie fixierte die Hierarchie der führenden Châteaux und verlieh ihnen eine weltweite, bis heute nachwirkende Sonderstellung. In den 1860er und 70er Jahren kam es zu einer regelrechten Spekulationswelle um die Weingüter. Baron James Rothschild, damals reichster Mann Frankreichs, kaufte sich 1868 für die Rekordsumme von 4,4 Mio. Goldfrancs das Château Lafite. Ein Ende bereiteten ihr die ab 1870 durch Mehltau und Reblaus verursachten Verheerungen. Gegen den Mehltau wurde recht schnell ein Gegenmittel gefunden, die Bordeauxbrühe. Die Reblaus erforderte dagegen die Neuanlage aller Weinberge mit resistenten Pfropfreben. Mitunter griffen sogar renommierte Châteaux auf Hybridreben zurück. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war der Bordelaiser Weinbau in die Krise geraten.

20. Jahrhundert


Den Ertragsausfällen im Zuge der Reblauskrise und dem Mangel an kraftvollen Weinen, da aus jungen Rebanlagen, begegnete der Bordelaiser Handel teilweise mit zweifelhaften Methoden. Die Panschereien hatten einen starken Preisverfall zur Folge. Um den beschädigten Ruf wiederherzustellen, wurde 1911 ein erstes Gesetz verabschiedet, das die Herkunftsgebiete eingrenzte. Seither muss ein Bordeaux aus dem Département Gironde stammen. Dies wurde dann 1936 mit der Einführung der Appellation d'Origine Contrôlée bestätigt. Die Selbstorganisation der Erzeuger war ein weiterer Schritt. In den Dreißigerjahren wurden zahlreiche Winzergenossenschaften gegründet. Auf Betreiben der Handelskammer von Bordeaux wurden die Crus Bourgeois des Médoc 1932 erstmals klassifiziert, sie schlossen sich aber erst 1962 in einer Vereinigung zusammen. Um Qualität und Echtheit seines Weines zu garantieren, beschloss 1924 Baron Philippe de Rothschild (? Château Mouton-Rothschild), dass künftig der gesamte Wein auf dem Schloss selbst abgefüllt werden sollte. Erst in den 1960er Jahren setzte sich diese Praxis unter den Spitzengütern allgemein durch.

Im weltweiten Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg konnte sich Bordeaux aus der Krise befreien. Der Qualitätsweinbau profitierte nicht nur von der steigenden Nachfrage nach den Spitzengewächsen, sondern auch von der neu entstandenen Önologie, der Wissenschaft vom Wein, die maßgeblich an der Universität Bordeaux entwickelt wurde. Der bordelaiser Weinbau errang damit weltweit eine Vorbildfunktion. Mit zunehmender Technisierung änderte sich, wenngleich behutsam, allmählich auch der Weinstil. 1970 markierte als letzter klassischer Bordeaux-Jahrgang einen Wendepunkt. In den 1970er Jahren wurden viele zu tanninreiche Weine erzeugt, die sich später nicht harmonisch entwickelten. In den 1980er Jahren ging dann die Tendenz unter dem Einfluss von Önologen wie Michel Rolland und Kritikern wie Robert Parker zu fruchtigeren, vollmundigeren Weinen.

Dieses Jahrzehnt mit seiner sonst seltenen Folge vieler guter Jahrgänge fachte das weltweite Interesse an Bordeaux weiter an. Große Aktiengesellschaften erwarben Châteaux im Médoc und ermöglichten so die zum Teil extravagante Erneuerung der Einrichtungen. Beispiele hierfür sind AXA (Château Pichon-Longueville-Baron), Alcatel (Château Gruaud-Larose) und Chanel (Château Rausan-Ségla). Wie im 19. Jahrhundert streben die reichsten Franzosen wieder nach dem Prestige, eines der führenden Châteaux zu besitzen: 1993 erwarb der Milliardär François Pinault das Château Latour, und 1996 konnte Bernard Arnault nach langem Tauziehen das Château d'Yquem seiner LVMH-Gruppe einverleiben.

Die wachsende Nachfrage nach vollmundigeren Tropfen kam den Weinen des Libournais entgegen, die sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg von der Dominanz des Médoc emanzipieren konnten. Die erste Klassifikation der Gewächse von Saint-Emilion 1954 war dazu der Auftakt. In den 1980er Jahren zogen die Spitzenweine wie Château Petrus und Château Ausone dann auch preislich auf und davon, später taten es ihnen Gewächse wie Château Pavie oder Garagenweine wie Château Le Pin und Château Valandraud nach. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Bodenpreisen wieder: Der Wert eines Hektars Rebland in Pomerol stieg in den 1990er Jahren um über 150 %, damit lag er 2001 mehr als doppelt so hoch wie in den kommunalen Appellationen des Médoc.

Heutige Situation


Zu Beginn des 21. Jahrhunderts charakterisiert eine starke Polarisierung die Situation in Bordeaux. Während die Preise der Spitzenweine beim vielversprechenden 2005er historische Rekordniveaus erreichen dürften, sind die Notierungen für Fasswein der AOC Bordeaux im freien Fall. Der vom Syndicat des Bordeaux festgelegte Mindestpreis von 1000 Euro pro Tonneau (900 l) 2005er Bordeaux ist am Markt nicht mehr durchzusetzen. Dies liegt zum einen an der stetig sinkenden nationalen Nachfrage nach einfachen AOC-Weinen, zum anderen aber auch an der harten Konkurrenz auf den internationalen Märkten. Länder wie Argentinien, Chile, Südafrika und Australien, die auch mit dem Bordeaux-Rebsortenprofil arbeiten, haben in den letzten Jahren ihre Produktion massiv erhöht. Der Absatz von Bordeaux-Weinen ging in Deutschland im Jahr 2005 um 33% zurück.

Ein kurzfristiger Ausweg ist die Destillation: Im Bordelais wurden 2005 1,5 Millionen Hektoliter Wein mit Hilfe von EU-Subventionen zu Industriealkohol verarbeitet, weil sie unverkäuflich waren. 2006 plant das Syndicat, zum ersten Mal zur Finanzierung einer weiteren Destillation einen Kredit von 15 Millionen Euro aufzunehmen. Auf mittlere Sicht erscheint eine Reduzierung der Anbaufläche unausweichlich. Seit Beginn der 1980er Jahre war sie von 90.000 auf 120.000 Hektar angewachsen, wobei der Zuwachs per saldo ausschließlich den roten Rebsorten zugute kam. Die vorgeschlagene Einführung eines Landweines Vin de Pays de la Gironde würde aufgrund der erlaubten höheren Hektarerträge zwar die Produktionskosten senken, das Problem der Überproduktion aber eher noch verschärfen.

So sind heute viele Weingüter hoch verschuldet und stehen teils auf Druck der Banken zum Verkauf. Dies betrifft auch Châteaux in angesehenen kommunalen Appellationen, deren Produktionskosten nicht wesentlich unter denen der führenden Güter liegen. Zur Zeit wird um den künftigen Besitz zweier hoch renommierter Deuxieme Grand Cru gerungen: Das Château Montrose in Saint-Estephe steht wegen fehlender familiärer Kontinuität zum Verkauf. Nach Berichten von Anfang Mai 2006 steht das Gut Château Pichon-Longueville-Comtesse de Lalande entweder zum Verkauf, oder aber ein kapitalbringender Minderheitseigner wird hinzutreten: die Inhaberin, Madame May-Elaine de Lencquesaing, ist kinderlos und feierte vor kurzem ihren 80. Geburtstag. Als Grund für das Verkaufen wird oftmals die hohe Erbschaftssteuer in Frankreich benannt.

Lediglich die „Top 100“ des Bordelais, die Grands Crus und ihnen gleichgestellte Châteaux, brauchen sich keine Sorgen zu machen. Die weltweite, spekulativ angeheizte Nachfrage nach bekannten Namen und hohen Parker-Punktzahlen erlaubt es ihnen, ihren 2005er nur an diejenigen Negociants zu verkaufen, die sich gleichzeitig auch zur Abnahme der nachfolgenden Jahrgänge zu vom Château festgelegten Konditionen verpflichten. Teils werden Privatleute für hoch begehrte 2005er Weine nur dann zum Zuge kommen, wenn sie auch schwächere Vorjahre wie 2002 und 2004 subskribierten. In den für Mai und Juni 2006 kommenden Subskriptionslisten der Händler werden erstmals Premier Cru-Weine des Medoc auftauchen, deren Flaschenpreise 250 oder gar 300 Euro überschreiten.

Somit ist der Markt für junge Bordeaux-Weine ein breit gespannter und gespaltener Markt, auch ein spannender und fallenreicher. In der Breite gibt es große Probleme wegen deutlichen Absatzrückgangs und tiefer Preise, aber in der qualitativen Spitze ist Wein aus Bordeaux für Konsumenten teuer.

Siehe auch



Literatur


  • Hubrecht Duijker, Michael Broadbent: Weinatlas Bordeaux. Hallwag, Bern und Stuttgart 1997, ISBN 3-444-10492-8
  • Michel Dovaz, Bordeaux. Terre de légende. Assouline, Paris 1997, ISBN 2-84323-024-1
  • Féret, Bordeaux et ses vins. Féret, Bordeaux 2000, ISBN 2-90241-617-2
  • René Gabriel, Bordeaux Total. Orell Füssli, 2004, ISBN 3-280-05114-2
  • Robert Parker, Parker Bordeaux. Gräfe & Unzer, München 2004, ISBN 3-774-26580-1

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Grand Cru

Inhaltsverzeichnis:

1.0 Burgund
2.0 Bordeaux
2.1 Médoc
2.0 Saint-Emilion
2.3 Pomerol
2.4 Sauternes
3.0 Champagne
4.0 Elsass

Grand Cru bedeutet wörtlich "Großes Gewächs". Die Bezeichnung stammt aus dem Französischen und bezieht sich in aller Regel auf Wein. Der Begriff wird jedoch in den verschiedenen Weinbaugebieten Frankreichs unterschiedlich definiert.

5.03 Burgund


In Burgund bezieht sich Grand Cru auf die Lage. 1935 wurden alle Weinberge der Côte d'Or amtlich klassifiziert. Grand Crus sind die besten Lagen. Dies bedeutet nicht automatisch, dass aus diesen grundsätzlich der beste Wein kommt - es kommt zusätzlich sehr auf die Arbeitsweise und das Engagement des jeweiligen Winzers an. Eine der bekanntesten Grand-Cru-Lagen ist der Clos de Vougeot. Den Besitz dieser Lage teilen sich ca. 80 Winzerbetriebe, die Weine von höchst unterschiedlicher Qualität auf die Flasche bringen. Weitere berühmte Grand Crus sind Chambertin, Musigny, Richebourg, La Romanée, Romanée-Conti, La Tâche und Corton für Rotwein sowie Corton-Charlemagne und Montrachet für Weißwein. Jeder Grand Cru des Burgund besitzt seine eigene Appellation (kontrollierte Herkunftsbezeichnung).

An zweiter Stelle in der Hierarchie kommt die Lagenklassifikation Premier Cru. Dann folgen die kommunalen Appellationen, bei denen oft der Name der berühmtesten Lage dem Namen der Gemeinde angehängt wird: z.B.: Gevrey-Chambertin.

Bordeaux

In Bordeaux ist Grand Cru oder Cru Classé die Eigenschaft eines Weingutes (Château) und nicht einer einzelnen Lage (siehe Burgund oder Elsass). Die Gründe dafür liegen in der historischen Entwicklung des Weinbaus im Bordelais: Die führenden Châteaux vor allem des Médoc wurden erst ab dem ausgehenden 17. Jahrhundert systematisch auf den besten Lagen angelegt. Seitdem haben zwar zahlreiche Parzellen den Besitzer gewechselt, an den Weinbergslagen der besten Güter hat sich substanziell aber nichts geändert. Daher werden Lage und Château stets miteinander identifiziert.

Die Mehrzahl der führenden Güter von Bordeaux hat sich in der Union des Grands Crus de Bordeaux zusammengeschlossen. Die Mitgliedschaft in diesem exklusiven Klub ist nicht an die offiziellen Klassifizierungen gebunden, aber ein ebenso aussagekräftiges Indiz für die Zugehörigkeit zur Weinbau-Elite.

Siehe hierzu auch Bordeauxwein (Klassifikation).

Médoc


In der Weinbaugegend von Bordeaux wurden bereits zur Pariser Weltausstellung 1855 die besten Güter in einer Liste zusammengestellt als Grand Cru Classé. Diese Güter wurden nochmals in fünf Klassen unterteilt mit den französischen Zahlenworten Premier, Deuxième usw. Diese ca. 65 Weingüter stellten damals (und auch heutzutage weitenteils) den "Adel" des Weinbaus in Bordeaux dar, genauer: der Médoc-Halbinsel nordwestlich von Bordeaux. Als Kriterium der Unterteilung galt der durchschnittliche Verkaufspreis der Weine zu jener Epoche, betrachtet aus den Erfahrungswerten einiger Jahrzehnte.

Seit 1855 hat es nur eine einzige Änderung gegeben: Château Mouton-Rothschild wurde vom Deuxième Cru zum Premier Cru befördert. Diese lange, verstrichene Zeit fast ohne Korrektur der Klassifikation bedeutet indirekt, dass die alte Klassifizierung den heutigen Qualitätsgegebenheiten teilweise nicht mehr entspricht. So recht mag sie aber niemand zum Überarbeiten anfassen; diese Klassifikation gilt in Frankreich als sakrosant. Weinliebhaber haben, je nach ihren persönlichen Vorlieben, ohnehin abseits der Grand-Cru-Ränge eigene Einschätzungen, welche Weine besonders lohnend sind. Auch sind die Jahrgangsunterschiede weit bedeutender als die Klassifikations-Unterschiede: Ein Wein von einem niederrangigen Gut aus einem exzellenten Jahr wird meist deutlich besser schmecken als der Wein eines Grand-Cru-klassifizierten Gutes in einem mäßigen Jahr. Ein krasses Beispiel für eine fehlhängende Einstufung ist das Château Lynch-Bages in Pauillac, ehedem als Fünftes Gewächs eingestuft. Seit langem jedoch arbeitet das Gut verlässlich auf Augenhöhe mit den Deuxièmes, den Zweiten Gütern. Was sich auch in den Preisen niederschlägt: unter den 5. Gütern ist der Wein von Château Lynch-Bages mit Abstand der teuerste. Ein weiteres Beispiel ist das Château Palmer in Margaux, ein Troisième Cru, das seit Jahrzehnten unmittelbar hinter den Premier-Cru-Gütern rangiert.

Auch existieren mittlerweile etliche zunächst nicht als Grand Cru klassifizierte Güter - solche mit Cru Bourgeois-Einstufung, die es seit langem schon anerkanntermaßen schaffen, Weine der Klasse der Grand Crus zu erzeugen. Herausragendes Beispiel ist das Château Sociando-Mallet in Saint-Seurin-de-Cadourne nördlich von Saint-Estèphe, das gleichwertig mit den Zweiten Gütern arbeitet und seinen Wein ebenso teuer verkaufen kann.


Saint-Emilion


Im Anbaugebiet von Saint-Emilion heißt die Qualitätspyramide:

  • AOC Saint-Emilion
  • AOC Saint-Emilion Grand Cru
  • St.Emilion Grand Cru Classé, unterteilt in:

  • - Grand Cru Classé -
    - Premier Grand Cru Classé, Classe B -
    - Premier Grand Cru Classé, Classe A -

Diese Einteilung wird ca. alle 10 Jahre überarbeitet, wobei die Güter auch ihren Rang verlieren können. Die letzte Aktualisierung war im Jahr 1995. Die tausende "weniger privilegierten" Weingüter klassifizieren sich seit den 30er Jahren als Cru Bourgeois, als "Bürgerliches Gewächs".

Pomerol


Interessanterweise ist der teuerste Bordeaux Château Petrus im Anbaugebiet Pomerol kein Grand Cru, schlicht deswegen, weil insgesamt in Pomerol bis heute nicht klassifiziert wurde.

Sauternes


Ebenfalls 1855 erfolgte die Klassifizierung der edelsüßen Weißweine aus den Gemeinden Sauternes und Barsac.

  • Zur Klasse Premier Cru Supérieur gehört nur Château d´Yquem
  • Zur Klasse Premier Cru gehören: Château La Tour Blanche, Châteu Laufaurie-Peyraguey, Clos Haut-Peyraguey, Château Rayne-Vigneau, Château Suduiraut, Château Coutet, Château Climens, Château Guiraud, Château Rieussec, Château Rabaud-Promis, Château Sigalas-Rabaud.
  • Zur Klasse Deuxième Cru gehören: Château de Myrat, Château Doisy-Daene, Château Doisy-Dubroca, Château Doisy-Védrines, Château d'Arche, Château Filhot, Château Broustet, Château Nairac, Château Caillou, Château Suau, Château de Malle, Château Romer du Hayot, Château Lamothe, Château Lamothe-Guignard.

Champagne


In der Champagne sind weder Güter noch Weinberge klassifiziert, sondern die Weinbaugemeinden. Der von den Weinbauern für ihre Champagnertrauben erzielte Preis lieferte die Basis einer von 80 % bis 100 % reichenden Skala. Die Gemeinden, deren Trauben den maximalen Preis von 100 % erzielten, dürfen die Bezeichnung Grand Cru führen. Dasselbe gilt für einen Champagner, der ausschließlich aus Trauben von Grand-Cru-Gemeinden gekeltert wurde. Da es sich jedoch meistens um Cuvées verschiedenster Lagen handelt, sind Grand Crus sehr selten. Dazu kommt, dass bei Champagner der Markenname des Hauses im Vordergrund steht. Daher führen auch die Spitzencuvées der großen Champagnerhäuser, die de facto oft reine Grand Crus sind, diese Bezeichnung nicht auf ihrem Etikett.

Die berühmtesten der insgesamt 17 Grand-Cru-Orte sind Ambonnay, Avize, Aÿ, Bouzy, Cramant, Le Mesnil-sur-Oger, Oger, Verzenay und Verzy.

Elsass


1975 wurde die Lage Schlossberg als erste Grand-Cru-Lage des Elsass anerkannt. In 2 Etappen folgten 49 andere Spitzenlagen. Jeder dieser Grand Crus besitzt eine eigene Appellation. Zugelassene Rebsorten sind Riesling, Gewürztraminer, Tokay-Pinot Gris und Muscat (Muskateller und Muskat-Ottonel). Bekannteste Lagen sind der Rangen, der Kastelberg und der Schlossberg. Siehe hierzu auch Alsace Grand Cru.

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5.03 Burgund


Die ostfranzösische Provinz Burgund ist bekannt durch ihre sortenreinen Rot- und Weißweine. Während die Rotweine aus der Rebsorte Pinot Noir hergestellt werden, sind die Weißweine Erzeugnisse der Chardonnay-Traube. Die besten Weine wachsen in den weltberühmten Grand-Cru-Lagen der Côte de Nuits und Côte de Beaune.

Die Weingüter in Burgund sind in der Regel kaum größer als 5 bis 6 Hektar. Fast jeder Winzer verfügt über eine Vielzahl kleinster Parzellen in verschiedensten Lagen. Diese Heterogenität liegt im französischen Erbrecht begründet und erklärt die herausragende Bedeutung der burgundischen Handelshäuser, die dem Endkunden ausreichende Mengen von Lagenweinen in verlässlicher Qualität liefern können.

Regionen: Chablis, Côte d'Or, Côte Chalonnaise, Mâconnais

Spitzenweine kommen aus den Orten Gevrey-Chambertin, Chambolle-Musigny, Morey-Saint-Denis, Vougeot, Vosne-Romanée, Nuits-Saint-Georges, Aloxe-Corton, Beaune, Pommard, Volnay, Meursault, Chassagne-Montrachet und Puligny-Montrachet.

Burgund (Weinbaugebiet)


Mitten in der Region Burgund liegen einige der besten Weinberge der Welt. Im Burgund werden Rotweine aus den Rebsorten Pinot Noir und Gamay sowie Weißweine aus den Rebsorten Chardonnay und Aligoté hergestellt. Zugelassen, aber seltener verwendet werden Grauer und Weißburgunder. Bei der Klassifikation der Weine wird dem sogenannten Terroir, also der Weinbergslage die größte Aufmerksamkeit gewidmet. Da gerade der Pinot Noir sehr sensibel auf Unterschiede von Boden und Mikroklima reagiert, sind die Unterschiede zwischen den Lagen enorm. In der Hierarchie kommen an der Spitze zuerst Grand Crus, Premier Crus und dann die Villages-Weine. Darunter sind zu finden die regionalen Appellationen Bourgogne (aus Pinot Noir oder Chardonnay), Bourgogne Aligoté sowie Bourgogne Passetoutgrain und Bourgogne (Grand) Ordinaire, in die auch Gamay einfließt.

Viele Weinbergslagen sind in kleinste Parzellen zersplittert. Die Qualität kann daher auch innerhalb einer Lage je nach Winzer erheblich variieren, und nicht jeder Spitzenwein ist sein Geld wert. Die Wahl einer guten Flasche Burgunder verlangt somit viel Erfahrung und Fachwissen vom jeweiligen Weinliebhaber.

Inhaltsverzeichnis:

1.0 Klima und Boden
2.0 Gebiete im Burgund
2.1 Chablis
2.2 Côte d'Auxerre, andere Weinbaugebiete der Yonne
2.3 Côte de Nuits
2.4 Côte de Beaune
2.5 Côte Chalonnaise
2.6 Mâconnais
2.7 Beaujolais
3.0 Winzer, Händler, Qualitäten und Kennerschaft
4.0 Geschichte
4.1 Die Ursprünge
4.2 Die Zeit der Klöster
4.3 Die Zeit der Herzöge von Burgund
4.4 Die Neuzeit im Burgund
4.5 Entwicklung vor und nach dem zweiten Weltkrieg

Klima und Boden


Das Klima im Burgund ist weitgehend kontinental. Der Winter ist merklich kalt, die Witterung ist jedoch zumeist trocken. Im Chablis bilden Spätfröste eine besondere Gefahr. Sowohl im Mai und Juni sowie im Oktober setzen häufig ergiebige Regenfälle ein. Aufgrund der nördlichen Lage sind die Sommer vergleichsweise kurz. Daher eignet sich das Burgund nur für frühreifende Rebsorten.

Die Weinberge des Burgund liegen in der Regel an den südöstlich ausgerichteten Hängen auf einer Meereshöhe zwischen 150 und 400 m. Im Untergrund dominiert der Jurakalk. Zusammen mit einer Schicht Mergel ergibt dies die Grundstruktur der Böden des Burgund. Durch die Erosion haben sich die verschiedenartigsten Böden aus den Hauptkomponenten gebildet. Zusammen mit den Komponenten Gefälle des Hangs sowie der Lage und dem damit verbundenen Mikroklima ergibt sich ein Mosaik an unterschiedlich bewerteten Weinbergslagen.

Gebiete im Burgund


Aufgrund der Größe der Region haben sich 6 Gebiete herauskristallisiert.

Chablis

Chablis ist eine von den restlichen Anbaugebieten isoliert gelegene Region im Nordwesten des Burgund, im Département Yonne nicht weit von Auxerre. Dort werden fast ausschließlich Weißweine aus Chardonnay in sehr trockener Art hergestellt. Appellationen (AOC): Petit Chablis, Chablis, Chablis Premier Cru sowie Chablis Grand Cru.

Anbei die 7 Grand-Cru-Lagen in Chablis

  • Blanchots, 11,5 ha
  • Les Clos, 26 ha
  • Valmur, 13 ha
  • Grenouilles, 9,5 ha
  • Vaudésir, 16 ha
  • Preuses, 11 ha
  • Bougros, 16 ha

Siehe auch Weinbau in Chablis.

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Chablis


Chablis ist eine Gemeinde im französischen Département Yonne (Region Burgund) in der Nähe von Auxerre und Pontigny. Die Gemeinde hat 2594 Einwohner (Erhebung 1999), verfügt über eine Grundfläche von 38,83 km² und liegt auf einer Höhe von 140 m ü. NN.

Weinbau in Chablis


Das Chablis ist auch das nördlichste Weinbaugebiet im französischen Burgund. Hauptsächlich wird auf 6834 Hektar Kalksteinhängen die weiße Rebsorte Chardonnay angebaut. Die Rebfläche verteilt sich auf Chablis sowie auf 19 angrenzende Gemeinden. Aktuell sind von den 6834 Hektar zugelassenen Landes ca. 4280 Hektar bestockt. Der erzeugte Wein wird unter dem Namen Chablis vermarktet. Er ist fruchtig, trocken und von einer erfrischenden Säure. Chablis hat meist eine grün-goldene Farbe.

Trotz seines überaus bekannten Namens war das Anbaugebiet nahezu verschwunden. In den Jahren 1957 und 1961 wurde ein Großteil der Rebstöcke durch Spätfröste zerstört. Die meisten der zerstörten Rebbestände wurden nicht erneuert, da die Spätfrostgefahr im Chablis jederzeit akut ist. Außerdem war der Arbeitsaufwand im Weinberg aufgrund der Steillagen sehr intensiv. Erst die Entwicklung neuer Systeme zum Schutz der Reben vor Spätfrost sowie die zunehmende Mechanisierung der Arbeit führten zu einem Umdenken bei den Winzern und somit zu Neuanpflanzungen.

Es gibt vier verschiedene Qualitätsstufen, die alle als eigene Appellation d'Origine Contrôlée (AOC) eingestuft sind. Die Abstufungen erfolgten aufgrund der unterschiedlichen Qualität der Böden und des Kleinklimas:

  • Die niedrigste Qualitätsstufe ist die Appellation Petit Chablis. Die Weine dieser Appellation verfügen über eine ausgeprägtere Säure als die der anderen Appellationen.
  • die mittlere Qualitätsstufe, die Appellation Chablis, hat den größten Anteil an der Gesamtproduktion
  • es folgen die Chablis Premier Cru-Lagen, von denen es ca. 30 Stück gibt. Die Weine sind in der Regel aromatischer als die Appellation Chablis. Der Ertrag ist auf max. 50 hl/ Hektar beschränkt. Die bekanntesten Lagen heißen Fourchaume, Montée de Tonnerre, Mont de Milieu, Forêt, Butteaux, Côte de Léchet und Vaillons. Die Weine dieser Kategorie sollten ca. 5 Jahre gelagert werden.
  • die höchste sind die Chablis Grand Cru. Die Namen der 7 Grand Cru Lagen sind Blanchot, Les Clos, Valmur, Grenouilles, Vaudesir, Les Preuses und Bougros. Die Weine verfügen über einen höheren Alkoholgehalt als die Premier Cru Weine. Die Grand Cru Weine