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Weinbau in der GUS (Gemeinschaft Unabhängiger Staaten)


Die GUS besteht aus folgenden Ländern:


Die Republiken der GUS sind der viertgrösste Weinerzeuger der Welt. Die Weine kamen bisher fast ausschliesslich für den eigenen Verbrauch auf den Tisch. Aber der Exportanteil wird mittlerweile immer grösser.

Beschrieben werden hier Weinbau in: Georgien, Moldawien und in der Ukraine.

Weinbau in Georgien


Der Weinbau in Georgien hat eine 7.000 Jahre alte Tradition. Georgien ist damit eines der Ursprungsländer des Weinbaus und der kultivierten Weinrebe. Das Land verfügt über günstige geologische und klimatische Voraussetzungen für den Weinbau. Neben einheimischen werden auch internationale Sorten angebaut.

Inhaltsverzeichnis:

01.0 Kultur
02.0 Etymologie
03.0 Weinbauregionen in Georgien
03.1 Kachetien
03.2 Kartlien
03.3 Imeretien
03.4 Ratscha-Letschchumi
03.5 Subtropische Regionen
04.0 Geschichte
04.1 Antike und Mittelalter
04.2 Neuzeit
04.3 Sowjetunion
05.0 Gegenwart
06.0 Korruption
07.0 Weinbrand
08.0 Schaumwein
09.0 Spezielle Weine
10.0 Exportaussichten
11.0 Technische Kooperation
12.0 Herkunftsbezeichnungen
13.0 Weinkellereien und Weingüter
14.0 Rebsorten
15.0 Autochthone Rebsorten
16.0 Internationale Sorten
17.0 Weinbau
17.1 Wissenschaft und Forschung
17.2 GTZ-Labor
18.0 Weinmessen
19.0 Georgische Weintradition
19.1 Tischrituale

01.0 Kultur


Noch heute ist Wein als Bestandteil der Kultur in einem transkaukasischen Land nirgends so weit verbreitet wie in Georgien. Hier haben selbst die Grabsteine der Nationalhelden die Form von Reben und Trauben. Wenn der Georgier Hochzeit feiert, sollte der Brautvater als Ausrichter einer traditionellen Hochzeit fünfhundert bis tausend Liter Wein bereithalten. Kartlis Deda, dt. Mutter Georgiens ist eine Monumentalstatue in der Hauptstadt Tiflis. Sie symbolisiert die Stadt Tiflis und hält eine Schale Wein für die Freunde in der linken Hand, ein Schwert gegen die Feinde in der rechten.

02.0 Etymologie


Die georgische Sprache gilt als eine der ältesten lebenden Sprachen der Welt. Die frühesten Worte unterschieden nicht zwischen Wein-Rebe und dem Getränk Wein. Der Wortstamm wird auf das georgische ghvino zurückgeführt. Das ist mit dem arabischen Wort Wine verwandt. Das deutsche Wort Wein kommt vom Früh-Germanischen winam welches aus dem lateinischen vinum abgeleitet wurde.

03.0 Weinbauregionen in Georgien


In Georgien werden vier verschiedene Weinbauregionen unterschieden. Es handelt sich um Kachetien im Südosten, Kartlien im Kura-Tal, Imeretien im Osten und Ratsch-Letschchumi im Nordosten des Landes.

03.1 Kachetien


Das saftiggrüne Kachetien in den Tälern des Alasani und Iori im Südosten ist die bedeutendste Anbauregion. Das Klima ist gemäßigt (Mesoklima). Der durchschnittliche Jahresniederschlag beträgt 400 bis 800 mm/m² und die Jahresdurchschnittstemperatur liegt zwischen 10,5 und 11 °C. Es kommen kalkhaltige Böden, teilweise auch Schwemmlandböden vor. Kachetien ist das größte Weinanbaugebiet mit den Hauptrebsorten Rkaziteli (weiß) und Saperawi (rot). In Kachetien wachsen 70% der Trauben für die Weinbereitung und Brennweine für Destillate. Man unterscheidet drei Anbaugebiete und über 25 Unterbereiche, das sind zum Beispiel Achmeta, Kwarelo-Kindsmarauli, Manawi, Napareuli und Zinandali. In dieser Region entsteht der charakteristische kachetische Wein, der durch Vergären in besonderen Tonkrügen (georgisch Kwewri), gefolgt von einer ausgedehnten drei- bis viermonatigen Maischelagerung, so wie seit jahrtausenden praktiziert, eine eigentümlich tanninherbe Art erlangt.

Die größten Weinplantagen liegen in Ostgeorgien, Kachetien gilt als das Herzland des Weinanbaus. Aber auch fast jeder Landwirt bewirtschaftet ein bis zwei Hektar Weinberg. Nach alter Tradition ist es untersagt, Weine miteinander zu verschneiden, was die Reinheit der Sorten und Anbaugebiete gewährleistet.

03.2 Kartlien


Die Region Kartli befindet sich in einem großem Gebiet im Kura-Tal und umschließt die Tiefländer Gori und Muchran. Etwa 15% der georgischen Produktion stammen aus dieser Gegend. Hier entstehen Weine europäischen Stils für den Export, sowie Grundweine für Branntwein und für die Schaumweinbereitung. Hier ist es mäßig warm, die Sommer sind heiß und trocken. Auf Grund geringer Niederschläge (350 bis 500 mm/m² im Jahresmittel) muss künstlich bewässert werden.

Georgiens Hauptstadt Tiflis mit ihren riesigen Schaumweinkellereien und Brennereien befindet sich in dieser Region. Die im Jahre 1897 gegründete älteste Kellerei in Tiflis verfügt über eine Raritätensammlung mit etwa 1.600 Weinen mit einem Umfang von rund 150.000 Flaschen. Dort lagern nicht nur regionale Produkte, sondern auch sehr alte ausländische Produkte, beispielsweise Cognac von 1811, Madeira und Marsala von 1822, Sherry von 1848 sowie Tokajer von 1846.

03.3 Imeretien


Im östlichen Teil von West-Georgien, in den Tälern und Schluchten der Flüsse Rioni, Kwirila und anderer finden wir die Region Imeretien. Auf dem fruchtbaren Schwemmland, im windgeschützten Mikroklima entlang der Flüsse, gedeihen vielfältige Rebsorten von denen die weiße Zizka besonders typisch für die Region ist. Auch hier wird eine eigene altehrwürdige Vinifikationsmethode benutzt, die der kachetischen ähnelt, nur werden in die Tonkrüge, in denen die Gärung vor sich geht, Traubenschalen gegeben, was an das italienische Governo-Verfahren erinnert. Daran schließt sich eine sechs bis achtwöchige Maischelagerung an.

Über den Hafen Poti wird auch Wein ausgeführt.

03.4 Ratscha-Letschchumi


Nördlich von Imeretien liegt an den Ufern der Flüsse Rioni und Zcheniszkali die Region Ratscha-Letschchumi. Nur mäßige Niederschläge (1000 bis 1300 mm/m² p.a.), Südlagen und eine Reihe von autochthonen Rebsorten erbringen Trauben mit einem hohen Zuckergehalt.

Der Unterbereich Chwantschkara ist berühmt für seine lieblichen Ehwantschkara-Wein, u.a. aus den Traubensorten Alexandrouli und Mujurtuli.

03.5 Subtropische Regionen


Abchasien, Adscharien, Gurien und Mingrelien können zu einem fünften Bereich zusammengefasst werden. Im feuchten subtropischen Klima dieser Regionen werden vor allem Süßweine produziert, die fast ausschließlich für den regionalen Markt bestimmt sind.

04.0 Geschichte


Der Beginn des Weinbaus im heutigen Georgien wird auf die Zeit vor ungefähr 7.000 Jahren geschätzt. Es wurden fünftausend Jahre alte Tonkrüge mit Traubenkernen der weißen Sorte Rkaziteli gefunden. Eine Untersuchung der Traubenkerne ließ darauf schließen, dass Reben bereits zu jener Zeit kultiviert wurden. Ein mit Silber überzogenes, kurzes Stück Rebenholz aus der Ortschaft Trialeti wird in einem Tiflisser Museum gezeigt. Es datiert auf die Zeit um 3.000 v. Chr.

04.1 Antike und Mittelalter


Die Archäologie hat etliche Beweise erbracht, dass Weinbau und der Weingenuss ein fester Bestandteil der georgischen Kultur waren. Das traditionelle Kreuz der Georgischen Orthodoxen Apostelkirche stellt Weinreben dar, die mit dem Haar der heiligen Nino verwoben sind. Das sollte demonstrieren, dass der christliche Glaube und die Weinrebe die heiligsten Güter des Landes seien. An den Wänden von Tempeln in Samtawisi, Ikalto, Gelati, Nikortsminda, Wardsia und Zarmza kann man Ornamente mit Trauben tragenden Reben finden und auch der Thron des Patriarchen im Alawerdi-Kloster (11. Jahrhundert) ist mit Trauben geschmückt.

Über 5.000 Jahre alte Traubenkerne, Werkzeuge und Gefäße wurden in Mucheta, Trialeti, Pizunda und im Alasani-Tal ausgegraben. Die Argonautensage des griechischen Gelehrten Apollonios von Rhodos berichtet, dass die Argonauten unter Führung von Jason bei Ihrer Ankunft in der Hauptstadt Kolchis rankende Reben am Eingang des Königspalasts und einen Brunnen mit Wein im Schatten der Bäume vorgefunden hätten.

Vom westgeorgischen Staat Kolchis ist überliefert, dass dort seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. nicht nur Wein angebaut, sondern auch exportiert wurde. Enge ökonomische Verbindungen bestanden zu Griechenland, Parthien und Achämeniden. Auch die im 12. Jahrhundert gestiftete Akademie Ichalto dokumentierte den Weinbau in Georgien. Unter ósmanischer Besatzung brach vom der Weinanbau vom 15. bis zum 18. Jahrhundert wieder zusammen. Die islamischen Gesetze unterdrückten die Herstellung von Wein aus Trauben.

04.2 Neuzeit


In das südliche Georgien wanderten zwischen 1816 und 1818 schwäbische Separatisten mit Weinverstand ein. Neben dem Anbau von Obst und Gemüse widmeten sich die Kaukasiendeutschen dem Weinbau.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm die Rebfläche 71.200 ha ein, doch durch die aus Amerika eingeschleppte Reblaus-Plage und Pilzkrankheiten wurde sie bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts auf 37.400 ha vermindert. Um die zerstörten Weinberge wieder einer produktiven Nutzung zuzuführen, wurden reblausfeste amerikanische Unterlagsreben importiert.

04.3 Sowjetunion


Zu sowjetischen Zeiten fand georgischer Wein starken Absatz. Es begann eine Ära der Massenproduktion. Die Weinbaufläche stieg zwischen 1950 und 1985 von 58.000 auf 128.000 Hektar. Die jährliche Weinproduktion betrug Mitte der 1980er Jahre 800.000 Tonnen.

Die Prohibition der 1980er Jahre traf Georgien hart. Hektarweise wurden Weinberge im Zusammenhang mit dem Kampf gegen den Alkoholismus niedergelegt. Gorbatschows Anti-Alkohol-Kampagne vernichtete wertvolle Güter. Die georgische Weinwirtschaft geriet in gravierende Schwierigkeiten.

05.0 Gegenwart


Nach der Unabhängigkeit Georgiens 1991 musste sich die Weinwirtschaft neu orientieren. Der traditionelle Abnehmer Russland boykottierte mehrere Jahre georgische Produkte. Danach bezahlte es lediglich mit Transferrubeln. Neue Absatzmärkte gab es nur im Westen. Um sie zu erobern, musste die Produktion umgestellt werden. Die Mehrzahl der georgischen Kellereien wechselten ihr Konzept von Massen- auf Qualitätsproduktion. Nur ein kleiner Teil der georgischen Weine sind heute noch Massenware. Internationale Konzerne haben begonnen, sich in der georgischen Weinwirtschaft zu engagieren.

Die georgische Weinproduktion, die in den 1990er auf 100.000 Tonnen zurückging, hat seit 1994 Investoren angezogen und wurde mit moderner Technik ausgerüstet. Im Jahr 2000 betrug die Rebfläche wieder 67.000 Hektar, von der 750.000 Hektoliter Wein produziert wurden, hiervon exportierte Georgien über 167.000 Hektoliter Wein und Weinprodukte, von denen mehr als 90.000 Hektoliter trockene, halbsüße und starke Weiß- und Rotweine waren. 2005 wurde die Rebfläche auf 60.000 ha geschätzt. Einen Anbaustopp gibt es nicht.

06.0 Korruption


15 Millionen Flaschen des bekannten georgischen Weines Chwantschkara werden jährlich in Russland verkauft, aber Georgien produziert nur 0,9 Millionen Flaschen. Der Landwirtschaftsminister warnt, bei bis zu 50 % aller georgischen Weine handele es sich um Fälschungen. Der fruchtige Wein ist zu einem beliebten Objekt der Weinpanscher geworden und wird vor allem außerhalb Georgiens im großen Stil gefälscht. Außer dem Wein, werden auch georgische Herkunftsbezeichnungen wie Kindsmarauli oder Chwanchkara gefälscht. Die georgische Regierung ist bemüht, den Betrug zu unterbinden. Der Kampf gegen die Fälschungen ist vor allem in Russland schwierig.

07.0 Weinbrand


Georgischer Weinbrand zeichnet sich durch ein edles und feines Bouquet mit Vanillearoma, einem weichen samtigen Geschmack und angenehmer Bernsteinfarbe aus. Seine charakteristischen Eigenschaften bezieht er von hochqualitativen Bränden. In Georgien hatte sich bereits 1884 unter David Saradjischwili eine prosperierende Kognakproduktion etabliert. Schon auf der Konferenz von Jalta überraschte Josef Stalin Winston Churchill mit der Qualität des "grusinischen Kognaks".

Georgischer Weinbrand wird mit traditionellen, aus Frankreich bekannten, Technologien zur Reife gebracht. Die Produktionsschritte sind den charentaiser Methoden vergleichbar. Hauptexportmarkt ist Russland. Dort darf sich der Weinbrand Cognac nennen. Der Eindruck auf dem Etikett muss allerdings in kyrillischer Schrift erfolgen.

08.0 Schaumwein


In Georgien gibt es insgesamt vier Sektproduzenten. Die Marktlage in diesem Bereich ist stabil.

09.0 Spezielle Weine


Neben Rot- und Weißweinen aus den einheimischen und europäischen Rebsorten werden große Mengen gespritete und süße Likörweine erzeugt.

10.0 Exportaussichten


Nach dem Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation (WTO) wird Georgien beim Weinexport gegen eine starke internationale Konkurrenz antreten müssen. Die Anforderungen des internationalen Marktes erfordern die Einhaltung bestimmter Standardkriterien, um im Hochpreissegment des internationalen Marktes Fuß zu fassen. Dazu zählen Angaben zur Sortenreinheit, zum Anbaugebiet und zur Herkunft der Trauben. Das georgische Weingesetz von 2002 formuliert die rechtlichen Rahmenbedingungen für einen kontrollierten Weinanbau gemäß internationalen Standards. Ein funktionierendes System zur Weinqualitäts- und Herkunftsprüfung existiert bisher jedoch nicht, ist jedoch in Vorbereitung (siehe Technische Kooperation). Um marktgerecht zu sein, müssen auch die Packmittel und Ausstattungen stimmen, Selbstklebeetiketten sind in fortschrittlichen Betrieben Standard.

11.0 Technische Kooperation


Von 2003 bis 2006 unterstützte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung das Ministerium für Landwirtschaft in Georgien beim Aufbau eines Weinqualitätssystems. Träger ist die GTZ (Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit). Das Vorhaben fördert die Kooperation zwischen der staatlichen Weinbauverwaltung und der Weinbauwirtschaft.

Die georgische Regierung wird bei der Einrichtung einer funktionsfähigen Weinbauverwaltung und eines kontrollierten Weinanbaus beraten. Berufsständische Organisationen wie der Weinbau- und Kellereiverband sowie genossenschaftliche Zweckverbände werden gezielt gefördert. Weinbau- und Kellereipersonal werden zu Multiplikatoren ausgebildet. Sie erhalten eine technische und betriebswirtschaftliche Ausbildung und sollen die erworbenen Kenntnisse in ihren Betrieben und Verbänden weitervermitteln.

Mit Unterstützung der KfW Entwicklungsbank wird ein Weinbaukataster eingeführt, um Herkunft und Lage der Anbaugebiete eindeutig zu dokumentieren. Die Georgier können deutsche Berater in die Güter holen, um ihre Weine qualitativ zu verbessern und dem westlichen Geschmacksbild anzupassen. So besucht beispielsweise seit zwölf Jahren ein Fachmann für kellerwirtschaftliche Fragen des DLR Rheinpfalz in Neustadt, regelmäßig die Betriebe des Landes.

12.0 Herkunftsbezeichnungen


Sehr bekannte Weine bzw. Apellationen sind Achascheni (rot), Anaga (weiß), Chwantschkara (rot), Kachetinskoje (weiß), Kardanachi (weiß), Kindsmarauli (rot), Kwareli, Mukusani (rot), Napareuli (rot, weiß), Salchino (rot), Teliani (rot) und Zinandali (weiß).

Der Wiedererkennungswert der Herkunftsbezeichnungen wird gemindert durch verschiedene Schreibweisen. So findet man einmal Tsinandali, ein anderes mal Zinandali oder Mukusani statt Mukuzani.

13.0 Weinkellereien und Weingüter


In Tiflis und anderen Orten stehen modernste Abfüllanlagen, die aufgrund internationaler Finanzierungen und traditionsreichen Verbindungen u.a. zu Deutschland, modernsten Standards entsprechen. Es handelt sich um Anlagen der Firmen Tbilvino, Teliani Valley, Telavi Wine Cellar, Tsinandali, Wine Company Shumi, Georgia Wine & Spirits, Manavi Wine Cellar, Taro Ltd., Vaziani, Khetsuriani, JSC Sarajishvili & Eniseli, Samtrest und Aia.

14.0 Rebsorten


Georgien gilt als bestes Rotweinland der ehemaligen Sowjetunion. Etwa 60 bis 70% der Gesamtfläche Georgiens sind mit roten Sorten bestockt. In Georgien sind Wildreben heute noch stark verbreitet. Dort ist die Vitis vinifera mit der Subspezies silvestris noch heute vertreten. Es existieren mehrere Rebschulen, von denen sich die berühmteste in Sakar im Westen Georgiens befindet.

15.0 Autochthone Rebsorten


Über 500 autochthone Rebsorten können differenziert werden. 38 Rebsorten sind offiziell für den kommerziellen Weinbau zugelassen. Dazu zählen Aladasturi, Alexandrouli, Tshinuri, Tschchaweri, Coruli Mzwane, Dswelschwari Obtschuri, Katschitschi, Chichwi, Kratschuna, Mudschuretuli, Mtsvane, Odshaleschi, Orbeluri, Rkatsiteli, Saperavi, Zizka, Tsolikouri und Ussachelouri. Auch Vitis - Isabella, Feteasca Alba, Feteasca Muskatnaia, und Feteasca Regala findet man oft.

16.0 Internationale Sorten


Modernes Weinmarketing erfordert jedoch auch den Anbau von internationalen Sorten. In Georgien werden deshalb auch Aligoté, Chardonnay, Riesling, Sauvignon, Malbec, Merlot und Pinot Noir angepflanzt.

17.0 Weinbau


Neue Weinberge werden mit gepfropften Jungreben besetzt. Unterstützungssysteme und Rebenerziehungssysteme werden in Cordon- und Fächerform mit mehreren Ruten, im georgischen System mit Ruten in einer oder zwei Richtungen und in Pergolaformen genutzt. Die Pflanzungen stehen im Stock- bzw. Zeilenabstand von 1,5 x 2 m bzw. 2 x 3 m; die Stammhöhe beträgt 60 cm bis 1,20 m. In besonders hagelgefährdeten Gebieten werden Schutzaufbauten mit Netzen hergestellt.

17.1 Wissenschaft und Forschung


Das Weininstitut Georgiens mit Sitz in Tiflis wurde 1890 gegründet. Es erlebte um 1930 seine Hochzeit. Damals war es das einzige Weininstitut in der Sowjetunion und auf diesem Gebiet führend. Besonders bei der Bekämpfung der Reblaus und der dadurch entstandenen Schäden, hat sich die damalige Anstalt für Weinbau und Kellerwirtschaft verdient gemacht. Weil das Institut staatlich ist, fehlen Direktor Nodar Tschchartischwili Mittel für Forschungsarbeiten. Das Budget reichen gerade aus, um das Gebäude instand zu halten.

17.2 GTZ-Labor


In einem neuen Gebäude, ausgestattet mit den neusten technischen Geräten, findet man das GTZ-Weinlabor. Hintergrund der Investitionen ist die Vorgabe der EU, dass nur analytisch geprüfte, einwandfreie Weine Georgien in Richtung Gemeinschaft verlassen dürfen. Diese Forderung konnte in Georgien niemand erfüllen und so bat man Deutschland um Hilfe. Anerkannte Weinchemiker stellten nach Stand der Technik eine Liste von Analysegeräten zusammen, die eine lückenlose Kontrolle möglich machen sollen.

Die GTZ richtete das Labor mit deutschen Mitteln ein, mit der Maßgabe, dass alle in Zukunft verwendeten Hilfsstoffe von deutschen Firmen stammen und auch die verbleibenden vier georgischen Mitarbeiter in Deutschland ausgebildet sein müssen. Soweit die Vorgaben. Das Labor ist einsatzbereit, aber derzeit üben die Mitarbeiter lediglich an diversen Weinen. Noch fehlt die offizielle Genehmigung und selbst dann bleibt abzuwarten, wie das Kontrollsystem funktionieren wird. In Georgien gibt es zwar ein Weingesetz, das dem deutschen ähnlich ist, jedoch keinerlei unabhängige Kontrollorgane (Weinprüfer).

Die Ziele ambitionierter Weinpersönlichkeiten im Land sind hoch gesteckt und man bescheinigt den Betrieben einen großen Schritt in Richtung Qualitätsverbesserung. Früher waren gerbstofflastige und gleichzeitig süße Rotweine sowie dunkelfarbige Weißweine gewünscht. Die Weingüter haben inzwischen dazugelernt, wie sie mit ihren Produkten auf dem internationalen Markt Chancen nutzen können. Die Weine sind zwar immer noch verbesserungsfähig, aber kein Vergleich mehr zu den Anfängen.

Die GTZ hat ihr Projekt Private Sector Development in Georgia Anfang 2005 gestartet. Ziel ist es zunächst, das wirtschaftliche Umfeld für kleine und mittelgroße Unternehmen der georgischen Weinwirtschaft, des Tourismus und Lebensmittelverarbeitung zu entwickeln. GTZ und Berater deutscher Weinbauschulen arbeiten unter anderem daran, den Verantwortlichen der Weinbranche deutlich zu machen, wie wichtig Ausbildungs- und Beratungszentren für den qualifizierten Winzernachwuchs sind.

Auch die DLG und der DAAD unterstützen Georgien in seinen weiteren Bemühungen Anschluss an die internationale Weinwirtschaft zu finden. Mit einem Fortbildungspreis der DLG, wurde Nugsar Ksovreli aus Tiflis ausgezeichnet. Der 33-jährige Preisträger studierte an der georgischen Agraruniversität die Technologie der Weinbereitung. Er schloss sein Studium 1994 als Fertigungsingenieur mit einer Auszeichnung ab und promovierte anschließend am georgischen Forschungsinstitut für Gartenbau, Weinbau und Kellerwirtschaft. Aufgrund seiner hervorragenden Leistungen erwarb er ein Stipendium des Deutschen Akademischen Auslands-Dienstes (DAAD) und knüpfte so die ersten Kontakte zur deutschen Weinbranche. Seit 2003 arbeitet Nugsar Ksovreli im von der GTZ in Auftrag gegebenen Projekt.

18.0 Weinmessen


In Deutschland ist das Weinland Georgien jährlich auf der Messe ProWein in Düsseldorf mit einem kleinen Stand vertreten. Bei den Händlern stehen die georgischen Weingüter als Exoten hoch im Kurs, da hier die Vertriebswege noch nicht eingefahren sind und auskömmliche Margen erzielt werden können. Auch die Geschichte zum Wein als Serviceleistung kommt hier voll zum Zug.

Das Ausstellungsangebot umfasst Rot-, Weiß- und Roséwein, Konsum- und Jahrgangsweine, sowie Raritäten; verstärkte Weine und Schaumwein. Weinbrände, Liköre und Aperetive, aber auch Weinliteratur.

19.0 Georgische Weintradition


Weinkultur und die Geheimnisse des Weinkelterns sind in Georgien durch tausende von Jahren hindurch erhalten und praktiziert worden. Ein Zeugnis hierfür sind zwei spezielle georgische Verfahren der Weinherstellung, das imeretische und das kachetische Verfahren. Alexander Puschkin (Dichter, 1799-1837) mundeten Weine nach diesen traditionellen Verfahren besser als Burgunder.

Die größten Weinplantagen liegen in Ostgeorgien, gerade Kachetien ist ein Herzland des Weinanbaus. Dabei repräsentieren die Namen der Weine ihre Anbaugebiete. Nach alter Tradition ist es untersagt, Weine miteinander zu verschneiden, was die Reinheit der Sorten und Anbaugebiete gewährleistet.

Anders verhält es sich in Westgeorgien, wo die Landschaft von Berg- und Hügelländern dominiert wird. Durch die Gliederung der Landschaft und die unterschiedliche mineralogische Konsistenz der Böden wird das Wachstum der Reben beeinflusst. Ein weiterer Faktor ist der Sonneneinfall, der zu einem unterschiedlichen Saftstand in den Trauben selbst auf dem gleichen Hang führt und die Ausführung größerer Anlagen unmöglich macht. So kann es in Westgeorgien sein, dass selbst auf zwei direkt nebeneinander liegenden Hängen oder Wingerten sehr unterschiedliche Reben angebaut werden, die sich durch ihre eigenen Charaktere auszeichnen. Hier werden keinen großen Mengen produziert, die Weine sind Unikate. Entsprechend ist der Weinbau arbeitsintensiv und verlangt die Zuwendung des Weinbauern. Dies zeigt sich an den Häusern: Viele sind zur Straße hin abgeschlossen und öffnen sich mit Fenstern und Balkonen zum Weinhang hin.

Die Verarbeitung des Weines geschieht in den kleineren Betrieben nach althergebrachten Traditionen. Die Weintrauben kommen nach dem Schneiden in einen Bottich, Marani genannt. Sein Spundloch ist mit einem Pfropfen verschlossen, ein oder mehrere Helfer steigen in den Bottich und stampfen die Trauben mit ihren Füßen. Wenn die Trauben ausgepresst sind, wird der Saft, Matschari genannt, einige Tage stehen gelassen. Wenn die Gärung einsetzt, wird der Saft in gläserne oder porzellane Gefäße gefüllt, bis der Gärungsprozess abgeschlossen ist. Den Jungwein verbringt man nun in Kvevri. Diese Tongefäße sind in die Erde eingelassen und ein besitzen Fassungsvermögen von 10 bis 100 Litern in Kleinbetrieben und von bis zu 2.000 Liter in größeren Weingütern. Nur der Hals ragt aus dem Boden. Sie werden mit einem Stein versiegelt, der mit Ton und Holzasche abgedichtet ist, damit kein Schimmelpilz eindringt. In diesen irdenen Gefäßen bleibt der Wein, bis er ausgereift ist.

Eine weitere Tradition richtet sich nach dem Lebenszyklus: Wenn ein Junge geboren wird, füllt man einen Kwewri mit jungem Wein. Jahre später, wenn der herangewachsene Mann eine Frau gefunden hat und heiratet, kredenzt man den Wein zu seiner Hochzeit.

19.1 Tischrituale


Ein sehr wichtiges Ritual der georgischen Tafel sind Sadgegrdselo (der Trinkspruch) und Tamada (der Symposiarch der die Tafel leitet). Bevor man mit dem Essen beginnt, wählt man eine Person, die das Geschehen am Tisch lenkt und Trinksprüche ausbringt. Dieser sogenannte Tamada entbietet den ersten Trinkspruch und danach variieren die anderen Gäste den Trinkspruch. Er bringt seine Trinksprüche in einer festgelegten Reihenfolge aus. Zuerst trinkt er auf das Wohl der Familie, die eingeladen hat. Trinksprüche auf Georgien und auf das Andenken der Verstorbenen und Helden dürfen nicht fehlen, so zeigt man seine Heimatliebe und Ehre zu Verstorbenen. Man trinkt normalerweise auf Eltern, Freunde, Verwandte, Vergangenheit oder Zukunft von Georgien usw.

Es werden auch Geschichten erzählt, die irgendwie mit dem Thema des Spruches verbunden sind, so kann ein Spruch manchmal 15 Minuten in Anspruch nehmen. Ein Trinkspruch kann ungefähr so lauten: Ein georgisches Lied sagt uns: "Der Grund unseres Seins ist die Liebe", und das muss zweifellos stimmen. Wenn es keine Liebe wäre, könnte unsere Nation nicht überleben, deren Geschichte Jahrhunderte lang eine Geschichte von Kriegen und Kämpfen war. Georgier haben ihr Leben auf dem uralten Spruch gegründet: "Der ist Feind von sich selbst, wer im Leben keinen Menschen sucht, den er lieben und von dem er geliebt werden wird". Und ich möchte jetzt eben auf die Liebe trinken. Auf die Liebe!

Auch Gesang ist Teil des georgischen Tischzeremoniells. Sollte während des Essens ein Gast kommen, wird er zu Tisch eingeladen, unabhängig davon, ob es eine alltägliche Mahlzeit oder eine Festtafel ist. Wird Wein getrunken, muss der Gast mit- und auf das Wohl des Gastgebers trinken.

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Weinbau in Moldawien


Moldawien hat ähnlich wie seine Nachbarn Rumänien und Ukraine (Krim), eine alteingesessene, traditionelle Weinwirtschaft. In Moldawien existieren günstige geologische und klimatische Voraussetzungen für den Weinbau. Der Anteil trockener Weine ist im Vergleich zu benachbarten Gebieten recht hoch und somit könnte der internationale Geschmack getroffen werden, dennoch führen die Weine nach wie vor außerhalb der Region ein Schattendasein. Es werden international bekannte Rebsorten angebaut, aber die Qualität erreicht nicht immer die gewohnten Standards. Die Abgelegenheit der Region trägt nicht gerade zur Internationalisierung bei. Traditionell finden sich in der Region auch einige bekannte süße Dessertweine.

Inhaltsverzeichnis:

01.0 Geografie
02.0 Klima
03.0 Weinbauregionen in Moldawien
03.1 Codru
03.2 Nistreana oder Purkari Region
03.3 Cahul
03.4 Balti
04.0 Geschichte des moldauischen Weinbaus
05.0 Weinwirtschaft
05.1 Export/Import
05.2 Wirtschaftskooperationen
05.3 Großkellereien
06.0 Rebsorten
07.0 Weine
08.0 Ökologische Weinproduktion
08.1 Nachfrage nach Biowein
08.2 Grenzen des Wachstums
08.3 Ausbau der Weine
08.4 Gesetzeslage
09.0 Weinmessen
09.1 Ausstellung ExpoVin Moldova’2006
10.0 Weinfeste und Legenden

01.0 Geografie


Moldawien ist ein fruchtbares Land im Süd-Osten Europas und liegt auf dem selben Breitengrad wie das Burgund in Frankreich. ( 27 - 30 ° östliche Länge / 45 - 48 ° nördliche Breite). Die Fläche beträgt rund 33.800 Quadratkilometer. Das Gebiet ist mit sanften Hügeln und Tälern durchzogen und der höchste Punkt liegt bei 429 m über dem Meeresspiegel.

Der Codru, ein großes bewaldetes Gebiet, schützt die Weinbaugebiete vor Kaltlufteinflüssen. Zwei Hauptflüsse, die Dnister und die Pruth fließen von Norden nach Süden entlang der Grenze ins schwarze Meer. Moldawiens wichtigstes Gut ist die fruchtbare Erde und die hohe Sonneneinstrahlung, welche die optimalen Bedingungen zur Produktion von Spitzenweinen liefern.

02.0 Klima


Moldawien liegt unter dem Einfluss kontinentalen Klimas, das durch das nahe liegende schwarze Meer abgemildert wird. Es gibt relativ kurze, milde Winter und lange heiße Sommer. Wie auch in Westeuropa kommt es vor, das in kalten Wintern ungeschützte Reben erfrieren. Die oft alten Rebkulturen haben in den besten Regionen beinahe ein Bilderbuchklima; feucht im Winter und trocken im Sommer. Die Durchschnittstemperatur im Juli beträgt 19,5 °C im Norden und 22 °C im Süden. Im Januar beträgt die Durchschnittstemperatur –5 °C im Norden und –3 °C im Süden. Der jährliche gemessene Niederschlag ist mäßig und liegt zwischen 550 mm im Norden und 405 mm im Südwesten. Moldawien kann in vier agrarkulturelle Zonen mit unterschiedlichem Klima unterteilt werden: Norden, Zentrale Region, Süden und Südosten. Alle diese Regionen verfügen über eigene industrielle Weinproduktionen aus der Sowjetzeit, mit Ausnahme des Nordens wo sich die Weinherstellung auf privater Basis gehalten hat. Dort haben sich auch viele autochthone Rebsorten über Generationen erhalten.

03.0 Weinbauregionen in Moldawien


In Moldawien werden vier Weinbauregionen unterschieden:

  • Balti im Norden
  • Codru (zentrale Region)
  • Cahul im Süden
  • Nistreana im Südosten

Die Aufteilung Moldawiens in diese Hauptregionen zur Traubenproduktion wurde 1954 nach komplexen Studien von Professor P.I.Ivanov vorgenommen. Diese Studien untersuchten die nördliche Zone (Balti) - Sculeni-Balti-Floresti-Soroca umfassend, die zentrale Zone (Codru) - Leova-Chimislia-Tighina umfassend, die südliche Zone ((Cahul) die das ganze Territorium zwischen Preuss, Donau und Nister einschließt und die südöstliche Zone (Nistreana) - Transnistrien, von Kamenka bis Slobozia.

Als Ergebnis dieser Studie konnte eine Einteilung in Unterregionen vorgenommen werden. Diesen Makrozonen konnten dann die optimalen Reben zur Erzeugung von Weiß- und Rotwein für Konsumqualität, sortenreinen Qualitätsweinen und Weinen mit Jahrgangsbezeichnung, fortifizierte (Likör-) Weine und zur Destillation geeigneter Weine zugeordnet werden, die das Potential zu charakteristischen Endprodukten aufwiesen. Diese Aufteilung ist im Weingesetz von Moldawien über vermarktungsfähige Weine und Rohmaterialien zur Weinbereitung festgeschrieben, das am 2. Juli 1994 unter der Gesetzes-Nr. 132-XIII vom Parlament verabschiedet wurde.

Die in diesen Regionen ansässigen Weinkellereien bestätigen durch ihre Qualitätsarbeit und dem Potential ihrer Weine diese Einteilung. So z.B. Myndresti und Inesti, Peresecina und Manta im Orhei Distrikt, Bachoy, Milestii Mici und Durlesti im Chisinau Distrikt, Ciumai und Albota im Taraklia Distrikt, Raskov und Kamenka, Tighechi und Leova, Kaprineni und Minjir, Lapusna sowie Stolniceni des Lapusna Distrikts, Varzaresti, Jurceni, Nisporeni und Grozesti im Ungheni Distrikt, Trifesti und Cebalakcia im Kahul Distrikt, Talmaz, Tudora, Karahasani und Salkutza im Tighina Distrikt, Basarabeaska und Cimislia sowie viele andere.

03.1 Codru


Codru ist von bewaldeten, schwer durchdringlichen Bergen umgeben. Durch diese Berge werden die Weinberge vor Winterfrösten und sommerlicher Austrocknung geschützt, welche für das kontinentale Klima Moldawiens charakteristisch sind. Dies begünstigt die Kultivierung von weißen Reben zur Vinifizierung von leichten, frischen Alltagsweinen. Neuerdings werden die Cuvées bevorzugt, in denen Säure und Süße gut ausbalanciert sind und deren Frucht hervorsticht.

Codru ist die am größten entwickelte industrielle Region Moldawiens. 60% der moldauischen Rebflächen sind hier angesiedelt, ebenso wie die Mehrheit der Weinkellereien und Abfüllbetriebe. Einige der bekanntesten Kellereien Moldawiens sind hier beheimatet: Cricova, Milestii Mici und Branesti. Die Muschelkalkhöhlen auf denen Chisinau erbaut ist, sind, durch ihre gleichmäßige Feuchtigkeit von 80% rel. Feuchte und einer kaum schwankenden Jahresdurchschnittstemperatur von 12- 14 °C in der Lage, bei idealen Verhältnissen Abermillionen von Flaschen zu lagern. Die umfangreichste Weinsammlung beherbergt die Kellerei Cricova. Hier seit dem Ende des zweiten Weltkrieges unter anderem Görings Weinkeller gelagert. Besonders stolz ist man auf das einzige noch erhaltene Exemplar von Mogit Davids Oster Wein aus dem Jahr 1902.

Die Vielzahl der Mikroklimazonen dieser Region erlaubt die Produktion einzigartiger Weine mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung Codru. Hier liegt auch die Romanesti Kellerei des früheren Romanow Besitzes. In der Hincheshti Mikrozone werden Cabernet Sauvignon und Merlot Weine bereits seit mehr als 100 Jahren erzeugt. Die besten dieser Weine stehen bordelaiser "Chateau"-Weinen nicht nach und haben bereits mehrfach höchste Auszeichnungen auf internationalen Wettbewerben erhalten.

03.2 Nistreana oder Purkari Region


Die südöstlich gelegene Purkari Region erstreckt sich entlang des westlichen Nister Ufers und dort liegt auch die purkarische Hauptkellerei. Die ist bekannt für ihre Rotweine Rosu de Purcari und Negru de Purcari. Das Klima begünstigt die Kultivierung roter Rebsorten: Merlot, Cabernet Sauvignon und Rara Neagra. Die zu Weinen mit Lagerungs- bzw. Alterungspotential ausgebaut werden (Bordelaiser Stil). Diese Weine zeichnen sich durch ihre Aromen von schwarzen Johannisbeeren und Veilchen, mit Anklängen an Leder aus und werden durch Lagerung im kleinen Eichenholzfass abgerundet. Zum Ende des XIX. Jahrhunderts hin wurden purkarische Weine auch an den englischen Königshof geliefert.

03.3 Cahul


Die südliche Weinbauregion Moldawiens schließt das Territorium des Budschak ein. Budschak bedeutet Winkel und steht für die dreieckige Form des Landstücks zwischen Preuss, Nister und Schwarzem Meer. Moldawiens Süden und der Budschak unterscheiden sich aber bezüglich Boden und Klima. Das Terroir der südlichen Region ist ideal zur Herstellung von Rotweinen und Süßweinen. Die renommiertesten Kellereien sind Komrat, Taraklia, Ciumai und Trifeshti.

03.4 Balti


Im Norden ist weniger die großagrarische Traubenproduktion, als die handwerklich orientierte Weinbereitung verbreitet. Es gibt keine dominierenden Großbetriebe. Die Region produziert Trauben für die Weinbrandbereitung, für fortifizierte Weine und teilweise für Tafelweine bzw. für den Eigenverbrauch bestimmte Weine. Es werden überwiegend weiße Rebsorten kultiviert: Aligoté, Pinot blanc, Feteasca und Traminer.

04.0 Geschichte des moldauischen Weinbaus


Die Traubenproduktion hat in Moldawien eine sehr lange Geschichte. Der Weinbau in der Region zwischen der Nister und der Preuss begann schätzungsweise vor 7000 Jahren. Abdrücke von Rebenblättern (Vitis teutonica) wurden in der Nähe des Dorfes Naslavica im Norden Moldawiens gefunden. Hieraus konnte geschlossen werden, dass Reben in dieser Region schon vor 6 bis 25 Millionen Jahren unkultiviert vorkamen. In der Nähe des Dorfes Varvarovca wurden Traubenkerne gefunden, die in die Zeit von 3000 - 2700 v. Chr. zu datieren sind (Periode Tri Polis). Die Größe dieser Traubenkerne lässt darauf schließen, dass Reben bereits zu dieser Zeit kultiviert wurden.

Am Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. machten Griechenland die lokale Bevölkerung mit der Weinherstellung aus Trauben bekannt. Die Verarbeitung von Weintrauben war damals eine Kernkompetenz der Griechen, die auch weitere Veredelungsprodukte einführten. 107 n. Chr. kamen die Römer nach Moldawien und brachten dem Weinanbau wiederum neue Impulse. Man machte große Fortschritte mit Rebenanbau und der Önologie. Mit der Invasion der Hunnen 376 n. Chr. wurden weite Gebiete der Agrikultur in dieser Region zerstört.

Durch die Fürsten von Moldau, die Bojaren, wurde im Mittelalter ein eigener Weinkult begründet. Größere Gebiete wurden dem Weinbau gewidmet und Weinbau wie auch Kellertechnik wurden verbessert. Das Herrscherhaus setzte besondere Aufseher ein, die über die Weine und die Weinwirtschaft wachten. Ab dem 14. Jahrhundert wurde Wein nach Polen und Moskau exportiert.

Im 15. Jahrhundert, während der Regierungszeit von Stefan des Großen, blühte die Weinproduktion auf, da dieser das Einführen von ausländischen Rebsorten zur Förderung der Weinqualität unterstützte. Unter der Regierung des türkisch-osmanischen Imperiums vom 15. bis zum 18. Jahrhundert brach der Weinanbau wieder zusammen. Die religiösen Gesetze unterdrückten die Herstellung von Wein aus Trauben, lediglich der Export in die Ukraine erhielt die oenologischen Grundfähigkeiten.

Im sechsten Türkenkrieg zwischen 1806 - 1812 eroberten Truppen des russischen Zaren Alexander I. Bessarabien. Die Weinwirtschaft konnte sich erst nach Friedensverhandlungen im Jahre 1812 erneut entfalten. Durch die erneute Verbreitung des Christentums wurde die Kunst der Weinherstellung gefördert. Die Kirche hatte großen Bedarf an Wein, denn das Missale forderte seit 1699 die Verwendung von Wein. Noch heute bestellt ein Moskauer Kloster Purcarischen Wein. Russische Adelige erwarben Weingüter und importierten modernes Rebpflanzgut aus dem befreundeten Frankreich: Aligoté, Cabernet Sauvignon, Gamay, Muscat Blanc, Pinot Blanc, Pinot Gris, Pinot Noir, Sauvignon Blanc und andere. Dies zeugt für die dynamische Leistungs- und Erneuerungsfähigkeit der moldauischen Weinwirtschaft. Moldawien nahm mit 50% Platz eins der russischen Weinproduktion ein. 1837 wurden 1 Million Eimer (altes Württemberger Weinmaß) produziert, 1900 bereits 15 Millionen. Hiervon gingen 10 Millionen in den Export, einschließlich nach Frankreich, das zu dieser Zeit unter Weinmangel litt. Damals wurden überwiegend autochthone Rebsorten angebaut: Batuta Neagra, Cabasia, Feteasca Alba, Feteasca Neagra, Galbena, Plavai,Rara Neagra, Tamaioasa, Zghiharda, und viele andere lokale Sorten aus Bulgarien, Griechenland, Ungarn und der Türkei.

Es kristallisierten sich weinbauliche Mikrozonen heraus und in den einzelnen Weinbauzonen innerhalb Moldawiens fand ein Ausgleich statt. Die Purcarische Mikrozone war z.B. im 19. Jahrhundert bekannt für ihren Rotwein. Die hohe Weinqualität wird durch den Gewinn einer Goldmedaille auf der Internationalen Pariser Weinausstellung 1878 bestätigt. Die königliche Familie kaufte die gesamte Partie auf. Im frühen 19. Jahrhundert wurde Negru de Purcari in das Vereinigte Königreich geliefert. Zum Ende des 19. Jahrhunderts gründete die königliche Familie ihr eigenes Weingut Romaneshti zu Ehren der Romanow Familie. Romaneshti wurde Hoflieferant des russischen Reiches und wurde auch an andere europäische Höfe geliefert.

Im damaligen Bessarabien, das heutige Moldawien einschließlich der Küstenregion bis zum Schwarzen Meer, wurden die Weinbauern staatlich gefördert. Zwischen 1814 - 1842 wanderten aus Württemberg und aus einst preußischen Gebieten in Polen etwa 9000 Personen in das damalige russische Gouvernement Bessarabien am Schwarzen Meer ein, weiteres Weinwissen bereicherte das Land. Vor allem durch die eingewanderten Weinbauern aus der französischen Schweiz, die das Dorf Schabo am Dnister-Liman gründeten.

Die Angeworbenen sollten vor allem die Landwirtschaft auf dem fruchtbaren Schwarzerdeboden verbessern. Zar Alexander I. erließ ein Manifest, in dem er deutschen Siedlern viele Privilegien versprach. Die Bauernhöfe in den Musterdörfern lagen jeweils an einer bis zu 50 m breiten, von Akazien gesäumten Straße. Während die Grundstücke an der Straßenseite nur 20 Meter maßen, erstreckten sich in der Länge bis auf 250 Meter. Die langgestreckten, eingeschossigen Wohnhäuser standen jeweils mit dem Giebel zur Straße. Baumaterialien der weißgetünchten Gebäude waren Lehmziegeln oder Naturstein. Auf dem Wirtschaftshof fanden sich Stallungen, Dreschplatz sowie immer ein Vorrats- und ein Weinkeller. Im hinteren Grundstücksteil lagen Gemüse-, Obst- und Weingärten. In einigen Kolonien wurde großflächig Weinanbau betrieben, aber jeder Hof baute Wein für den Eigenbedarf an.

Es wurden 10 Millionen Liter Wein jährlich produziert. Die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Frankreich eingeführten Rebsorten wurden weitläufig angepflanzt, bis die aus Amerika eingeschleppte Reblaus-Plage am Ende des 19. Jahrhunderts die Weinwirtschaft zum Erliegen brachte. Erst im Jahre 1906 wurden die Weinberge wieder reaktiviert, indem man neue Klone aufpfropfte. In Bessarabien lag 1914 das größte Weinanbaugebiet von Russland.

Zu Beginn des 20. Jahrhundert gründete P.K. Kazimir , einer der besten bessarabischen Önologen neue Weinberge in großem Stil und nutzte die alte Coquina Mine nahe der Stadt Mileshti Michi als Weinkeller. Auf Initiative des Generalgouverneurs von Novorossiysk, Fürst M. S. Vorontsov, wurde die Geto Wüste und die Budschak Steppe kultiviert. Bereits 1903 erhielt die Kellerei Gebrüder Covaliotty zwei Goldmedaillen auf der bessarabischen Landwirtschaftsausstellung. Ihre zweistöckigen Kelleranlagen sind bis heute erhalten. Schon 1914 wurde eine Weinmesse in Moldawien organisiert. Die erste Weinbauschule Moldawiens wurde 1842 in Stavcheni eröffnet. Dieses Institut hatte erstmals einen botanischen Garten, bzw. eine Rebenzucht. Beide Weltkriege haben zu einer weitläufigen Zerstörung vieler Rebberge und Weinkellereien beigetragen, doch weder Revolution noch der Krieg konnten die Weinkultur und –tradition zerstören. Die häufigsten roten Sorten dieser Zeit sind: Gamay, Cabernet Sauvignon, Malbec, Merlot, Pinot Noir, Rara Neagra, Saperavi, die häufigsten weißen Sorten: Aligoté, Muscat Ottonel, Rkatsiteli, Feteasca, Chardonnay, Traminer. Als Tafeltrauben wurden Gutedel, Hamburg Muscat, Moldavschi, Moldova, Pearl Muscat, Vineyard Queen und die Perle von Saba produziert.

Der Wiederaufbau der moldauischen Weinberge und Weinkellereien begann in den 1950er Jahren. Innerhalb von 10 Jahren wurden mehr als 150.000 ha angepflanzt und bereits im Jahr 1960 erreichte die Größe der angebauten Weinflächen mehr als 220.000 ha. Stollen und Keller wurden zusammengefasst, ausgebaut und wirtschaftlich gestärkt. Daher sind heute Cricova, Milestii Mici und Branesti wahre Wein-Fundgruben in der Republik. Man könnte diese als unterirdische Städte bezeichnen, die sich über kilometerweite Strecken verteilen, nur noch vergleichbar mit den Stollen in der Champagne. Mehr als 2 Millionen Raritätenflaschen können dort gefunden werden. In der Sowjetzeit begann man in den 1960er Jahren mit der Herstellung halbtrockener und lieblicher Weine. Um die Weinnachfrage zu befriedigen verlangte der Wirtschaftsminister der UDSSR die Entwicklung neuer Weinqualitäten. Diese trafen schnell den Geschmack der sowjetischen Konsumenten. Bis heute ist die Nachfrage nach Weinen aus Moldawien in Russland groß, da diese leicht, frisch, fruchtbetont und differenzierbar sind.

Die Jahre zwischen 1960 und 1980 gaben der moldauischen Weinwirtschaft neue Impulse. Der Weinbau weitete sich aus und der Rebsortenspiegel diversifizierte sich. Moldawien wurde Hauptweinlieferant der UDSSR. Jede zweite Flasche Wein und jede dritte Flasche Schaumwein für die UDSSR wurde in Moldawien und mittels moldauischen Grundweinen hergestellt. In den Jahren seiner größten Ausdehnung war eine Rebfläche von 220.000 ha im Ertrag. Die Traubenproduktion wurde von der Weinproduktion abgeko ppelt und eine Ära der Massenproduktion begann. Die Prohibition der 1980er Jahre traf Moldawien hart. Hektarweise wurden Weinberge im Zusammenhang mit dem Kampf gegen den Alkoholismus niedergelegt. Gorbatschows Anti-Alkohol-Kampagne vernichtete wertvolle Weinberge. Hieraus resultierten größte wirtschaftlichen Schwierigkeiten, man kann von einer nationalen ökonomischen Tragödie sprechen. Alles war auf Weinbau ausgerichtet, doch plötzlich sollte planmäßig weniger Wein produziert werden.

Mit Beginn der 1990er Jahre wurde die erfolgreiche Wiederbelebung des Qualitäts-Weinbaus und der Weinwirtschaft ein bedeutender ökonomischer Entwicklungsfaktor. Die Weinkellereien entwickelten sich rasch und auch die Traubenproduktionsbetriebe als Zulieferer profitierten hiervon. Dies ist ein Beweis für die hohen Qualitätsansprüche, aber auch –versprechen für das Endprodukt. Gegenwärtig wird wieder viel Geld in die Entwicklung der Weinkellereien und ihrer technischen Ausrüstung, wie auch in neue Rebanlagen mit stabiler Produktion und hohem Qualitätsanspruch investiert.

05.0 Weinwirtschaft


Noch Ende 1999 gab es in Moldawien eine registrierte Weinanbaufläche von 162.000 ha. Davon stammen 110.000 ha Trauben aus der genossenschaftlichen Weinproduktion, 15.000 ha für den Tafeltraubenfrischmarkt und 37.000 ha aus den privaten Weinanbau.

Im Jahre 2005 füllten die moldauischen Weinkellereien 2,405 Millionen Hektoliter Wein ab, dies sind 14% mehr als noch 2004. Allerdings schwankt die Gesamtmenge jählich sehr stak. Dies mag aber auch Ungenauigkeiten der Statistiken widerspiegeln. Nach Angaben des agrarwirtschaftlichen Verbandes Moldova-Vin stieg die Produktion von Schaumweinen, die sich lokal noch Champagner nennen dürfen, um 5% - auf 15,9 Millionen Flaschen, und Weinbrand (lokal Cognac) um 27% - auf 876.000 Hektoliter.

Von Januar bis Dezember 2005 stellten die Cognacproduzenten des Landes 2,2 Millionen Hektoliter Weinbrand, Wodka und andere hochprozentige Getränke her. Dies sind 2% weiniger als im Vorjahr.

05.1 Export/Import


Moldawien exportiert hauptsächlich Nahrungs- und Genussmittel, vor allem Wein, sowie Textilien und Maschinen. Die wichtigsten Zielländer sind Russland 35,8 %, Italien (13,9 %), Rumänien (10 %) und Deutschland (7,3 %). Die bedeutendsten Importpartner sind die Ukraine (24,6 %), Russland (12,2 %), Rumänien (9,3 %) und Deutschland (8,5 %).

Die Weinwirtschaft ist noch immer der wichtigste Produktionszweig für Moldawien. 25% der Exportquote und 9% des Bruttosozialproduktes resultieren aus der Weinproduktion, der 25% Arbeitskräfte beschäftigt. Moldawiens Weinberge stellen 2,3% der weltweit bepflanzten Rebfläche. Im Jahre 2001 belegte Moldawien den neunten Platz für das Exportvolumen. 90% der Ernte wird exportiert. Es gibt ca. 127 Weinkellereien in Moldawien, die jährlich zwischen 1,0 und 1,5 Millionen Hektoliter Wein exportieren. Das entspricht etwa 2 Millionen Flaschen oder etwa 2% der weltweit gesamten exportierte Weinmenge. 29 Weinkellereien besucht werden.

Nur 10 % der gesamten Produktion wird innerhalb der Republik verbraucht, während 90 % in andere Länder exportiert wird. Der Wert der jährlichen Weinexporte beträgt etwa 100-120 Millionen Euro (2004). Moldawiens größte Absatzmärkte für Wein sind:

  • Russland (einschließlich Weißrussland)- 82%
  • Ukraine - 7%
  • Kasachstan – 3,8%
  • Lettland – 1,6%
  • Estland – 0,8%
  • Rumänien – 0,8%
  • USA – 0,5%

Die Verbleibenden 3,5% werden nach Deutschland, Norwegen, Polen, Südkorea, die Schweiz und andere Länder exportiert.

Hauptexportmarkt für moldauische Weine ist immer noch die Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS), obwohl in jüngerer Zeit immer mehr Exportländer und- chancen hinzukommen. Anachronistisch ist das die russische Weinproduktion weder den Ansprüchen der dortigen Konsumenten entspricht, noch sichere Erträge bringt und so die Russen lieber direkt in die moldauische Weinwirtschaft investieren um ihre Kunden zufrieden zu stellen.

05.2 Wirtschaftskooperationen


Die Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation (englisch Organisation of the Black Sea Economic Cooperation (BSEC)) ist eine regionale Wirtschaftsorganisation mit Rechtsstatus. Sie wurde am 25. Juni 1992 in Istanbul gegründet. Ihr gehören die sechs Anrainerstaaten des Schwarzen Meeres sowie fünf weitere Staaten an. Es handelt sich um Bulgarien, Georgien, Rumänien, Russland, die Türkei und die Ukraine sowie Albanien, Armenien, Aserbaidschan, Griechenland und Moldawien. Sitz der BSEC und ihres permanenten Sekretariats ist Istanbul.

Die Eurasische Wirtschaftsgemeinschaft wurde am 10. Oktober des Jahres 2000 von den GUS-Staaten Russland, Weißrussland, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan gebildet. Formell trat der Vertrag im Mai des Jahres 2001 in Kraft. Im Mai des Jahres 2002 erhielten die Staaten Moldawien und Ukraine Beobachterstatus in der EURASEC. Ein weiterer Beobachterstaat ist Armenien. Eine besonders enge Kooperation innerhalb der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft streben Russland und Weißrussland mit der Russisch-Weißrussischen Union an.

05.3 Großkellereien


In Chisinau und anderen Orten stehen modernste Abfüllanlagen, die aufgrund internationaler Finanzierungen und traditionsreichen Verbindungen u.a. zu Deutschland, modernsten Standards entsprechen:


Romanesti, Nisporeni, Ialoveni, Tigheci, Ciumai, Cimislia, Comrat, Trifesti, Dubasari.

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Cricova


Cricova ist eine Kleinstadt in Moldawien etwa 15 km nördlich von Chisinau. Die Stadt hat eine Bevölkerung von 14.500 Einwohnern (Stand 1. Januar 2006) und gehört zum Munizip Chisinau.

Weinsammlung Cricova

Bekannt ist Cricova wegen seinem unterirdischen Stollensystem mit einer der grössten Weinsammlung der Welt. Aufgrund seiner Ausdehnung und Bedeutung wird es auch oft als unterirdische Stadt bezeichnet und ist eine Touristenattraktion, vergleichbar den Sektkellereien der Champagne.

Im unterirdisches Labyrinth mit 60 km langem Stollensystem werden lediglich die Hälfte der Stollen zur Weinlagerung genutzt. In einem Teil befinden sich Degustierräume. Die unterirdischen Straßen sind nach den Weinen benannt die in ihnen gelagert werden: Cabernet, Merlot, Chardonnay etc.. In früheren Jahren, an manchen Stellen sogar heute noch, wurde hier Kalkstein abgebaut.

In einer Tiefe bis zu 100 m und einer Fläche von ca. 53 ha reifen heute ca. 1,25 Millionen Flaschen Wein. Die Kellerei Cricova beherbergt eine der umfangreichsten Weinsammlungen Moldawiens. Hier wird seit dem Ende des zweiten Weltkrieges unter anderem ein Teil von Görings Weinkeller gelagert, der Rest befindet sich auf der Krim. Besonders stolz ist man auf das einzige noch erhaltene Exemplar von Mogit Davids Oster Wein aus dem Jahr 1902. Die Lagerung von Flaschenweinen geht auf einen Beschluss der Kellereiverwaltung vom 18. August 1954 zurück. Im Jahre 1967 wurde die Sammlung der Cricova Kellerei zur offiziellen Sammlung der Republik ernannt. Sie umfasste bereits damals 465 Sorten Weinbrand, Likörweine und Wein.

Ausgewählte Cricova Weine wurden bereits 1958 nach Tschechien, Slowenien und Ungarn geliefert. Auf den Internationalen Weinmessen von Ljubljana und Budapest gewannen die Cricova Jahrgangs- und Rebsortenweine Feteasca und Aligoté Silbermedaillen.

Besonders stolz ist man in der Kellerei auf seine Schaumweinherstellung nach der Méthode champenoise. Cricova ist die einzige moldawische Kellerei und eine von vier Kellereien der GUS die dieses Verfahren seit 1956 praktiziert.

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Milestii Mici


Die Raritätensammlung des Staatsweingutes Milestii Mici ist die größte in Moldawien und wurde im Jahr 2005 vom Guinness-Buch der Rekorde als größte Europas klassifiziert. Die Zusammenstellung umfasst 1,5 Millionen Flaschen und man benötigte nahezu ein Jahr um den wahren Umfang festzustellen.

Mehr als 70 % der Raritäten sind Rotweine, 20 % Weißweine und etwa 10% Likörweine und besteht aus den Sorten Pinot, Traminer, Muscat, Riesling, Feteasca, Dnestrovscoie, Milestscoie, Codru, Negru de Purcari, Trandafirul Moldovei, Auriu, Cahor-Ciumai. Die wertvollsten Weine dieser Bibliotheka Subterrana, Jahrgang 1973-74, kosten 480 € pro Flasche, diese werden z. Zt. ausschließlich an kapitalkräftige japanische Sammler ausgeliefert. Die sogenannte goldene Kollektion stammt aus den Jahren 1968 bis 1991, also der Hochzeit der sowjetischen Herrschaft und den nachfolgenden Jahren bis zur Unabhängigkeit.

Mit einer Ausdehnung von 250 km, von denen 120 km zur Zeit genutzt werden, ist die Gesamtlänge des Milestii Mici Komplexes die größte in Europa. Wie in der Champagne kann man hier in elektrisch angetriebenen Zügen durch die Kalkstollen fahren. Die touristischen Weinpfade führen sämtlich über Milestii Mici. Das handwerkliche Geschick von Schnitzern, Schlossern und Keramikkünstlern dieser Jahre spiegelt sich in den Ausrüstungen und Probierräumen wieder.

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Aroma SA


Aroma SA ist einer der größten weinverarbeitenden Betriebe in Moldawien und wurde im Jahr 1898 gegründet. Der Betrieb ist nach der internationalen Qualitätsmanagementnorm ISO-9001 zertifiziert. Die Weinbrandproduktion ist in der Region Codru von Moldawien konzentriert.

Divin ist die in Moldawien geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.) für Weinbrand, der mittels traditioneller charentaiser Technologie der Cognacproduktion hergestellt wird.

Die Produktion von Brennweinen und die Weinbrennerei ist ein von vielen Faktoren abhängiger Prozess. Durch den Einkauf der Rohware von Kontraktwinzern, kann eine hohe Qualität und ein auskömmlicher Preis für die Produzenten garantiert werden. Hieraus resultiert eine nachhaltige Versorgungsbasis für die Grundweine. Die langjährige Erfahrung der Brennmeister in Kooperation mit den Winzern ermöglicht es die hohe Kultur der Weinbrandbereitung hoch zuhalten. Moldauischer Divin ist wie seine französischen Verwandten, einzigartig, durch seine Brennweine und die traditionelle Herstellungsweise. Die Qualität der Grundweine und Destillate, die sorgfältig kontrollierten Lagerbedingungen und die Erfahrung der Destillateure sind die Voraussetzungen für die Qualität der lokalen Kognakproduktion.

Für die Produktion von Kognak, Brandy, Wodka, Whisky, Rakiu und Wein werden weder Farbstoffe noch andere unnatürliche Zusatzstoffe benutzt. Als Originalitätsschutz dienen spezielle Korken, Flaschen bestimmter Formen, geschützte Etiketten etc..

Der Produktionsablauf beginnt mit der Destillation der Kognak-Grundweine. Diese werden aus Weintrauben besonderer Sorten gewonnen. Die erhaltenen Destillate werden in Eichenfässern gelagert und bei konstanten Temperaturen von 15 bis 20 °C gelagert. Die Lagerung der Destillate kann 3 bis 40 und mehr Jahre (für den Nobelweinbrand Ambasador Aroma) betragen. In den Lägern existieren Brände die bereits 50 Jahre und älter sind. Die hohe Kunst des Destillateurs besteht in der Zusammenstellung der gelagerten Brände zu hochwertigen Weinbränden mit möglichst individuellem und doch harmonischem Charakter.

Das Hauptprodukt von Aroma ist Divin (lokaler Kognak) sowie alte Weinbrände wie den Markenkognak Ambasador Aroma (40-Jahre), Dacia (25-Jahre), Basarabia(15-Jahre), Kischinau (10-Jahre) und Moldova (7-Jahre). Die Konsumqualitäten sind Tschernij Aist (5 Jahre) Moldaskiy Aist (4 Jahre) und der dreisternige Divin. Auf Wettbewerben wie Krim-Kognak 99, VinMoldova 2001 und Weltwettbewerben in Moskau erhielten diese Brände zahlreiche Auszeichnungen.

Die modern ausgerüstete Weinproduktion vinifiziert Weine aller Geschmacksrichtungen trockene, halbtrockene, liebliche und verstärkte Dessert -und Aromaweine. Die Weinstabilität kann dank modernster Technologien (Filtration, Kälte- und Wärmebehandlung) garantiert werden. Die computerisierte Abfüllanlage mit einer Leistung von 12.000 Flaschen/h, ist die modernste in der GUS, und kann im Warmfüllbetrieb, wie im Kaltsterilfüllbetrieb arbeiten. Die Flaschen werden mittels Ozon entkeimt. 40% der Produktion werden in die GUS-Länder, Israel, Lettland, Estland, Litauen exportiert.

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06.0 Rebsorten


Die 160 000 - 190 000 Hektar Rebfläche sind mit vielen verschiedenen Rebsorten bestockt. Neben vielen autochthonen Rebsorten wie beispielsweise Saperavi, Rkatsiteli, Flori - Kagor, Kagor, Zamfira, Feteasca Alba, Feteasca Muskatnaia und Feteasca Regala sind auch überregionale Rebsorten weit verbreitet, wie beispielsweise Aligoté, Cabernet Sauvignon, Chardonnay, Malbec, Merlot und Müller-Thurgau. Daneben gibt es auch noch einen nenneswerten Anteil an Dirktträgersorten der Gattung Vitis Labrusca, wie zum Beispiel Isabella, Concord oder Lydia.

07.0 Weine


Bekannte Weißweine sind Dnestrowskoje, Gratijeschty und Trifeschty; Negruy de Purkar ist ein bekannter Rotwein.

08.0 Ökologische Weinproduktion


Durch die genossenschaftliche Produktionsweise waren viele der moldauischen Weinbergsparzellen noch vor Jahren über hundert Hektar groß, denn auf solch weitläufigen Monokulturen lohnte sich der Einsatz der großen sowjetischen Landmaschinen. Durch die intensive großagrarische Nutzung während der Sowjetära wurde jedoch der Boden stark beansprucht. Der politische Umschwung in ganz Osteuropa, Anfang der 1990er Jahre löste eine wirtschaftliche Talfahrt aus, die auch ihre guten Seiten hatte: Es wurde weniger gedüngt, weil Dünger zu teuer war; die Luft wurde wieder besser, weil es kaum Treibstoff für die Landmaschinen gab; die Bodenverdichtung nahm ab, weil kaum mehr große Landmaschinen zum Einsatz kamen. So konnte sich das Ökosystem etwas erholen. Die Reprivatisierung des Bodens machte die Parzellen im Durchschnitt wieder kleiner und die Kulturfläche wenigstens etwas abwechslungsreicher, was ökologisch vorteilhaft ist.

08.1 Nachfrage nach Biowein


Anfang der 1980er Jahre wuchs in den westlichen Industrieländern die Nachfrage nach ökologisch korrekt erzeugten Waren und Umweltschutz durch ökologische Produktionstechniken. Der große Durchbruch kam aufgrund von hohen Preisen für diese Ware jedoch nicht. Erst als das Verbrauchervertrauen mit den Fortschritten der Rückstandsanalytik in die Rückstandsfreiheit von konventionell hergestellten Produkten stark sank und zudem noch die Gentechnik als Unsicherheitsfaktor aufkam. Durch die Politik z.B. der rot-grünen Regierung der Bundesrepublik Deutschland um die Jahrtausendwende wurde das ökologische Bewusstsein gefördert und die Nachfrage nach den passenden Produkten stieg. Biowein wird heute nicht mehr als etwas exotisches wahrgenommen, denn die Verbraucher haben längst entdeckt das mehr naturnähe nichts schadet und genauso gut schmecken kann wie konventionell hergestellter Wein.

Dies bot die moldauischen Weinproduzenten die Gelegenheit in diese Marktnische einzusteigen. Die teilweise über Jahre brachliegenden Weinberge erfüllten die strikten Anforderungen der Zertifizierungsgesellschaften für ökologische Agrarprodukte (Bioland, demeter, EcoVin, Gäa, Naturland in Deutschland). Die Weinberge Moldawiens zeichnen sich in einigen Gegenden durch einen extrem niedrigen Gehalt an gefährlichen Substanzen aus, d.h. es sind kaum Bodenverschmutzungen durch Pestizid- und Herbizidrückstände feststellbar. Die Begriffe Bio und Öko sind innerhalb der EG durch die Verordnung (EWG) Nr.2092/91 des Rates vom 24. Juni 1991 über den ökologischen Landbau (EG-Ökoverordnung) geschützt.

Nach gegenwärtiger Schätzung von Agrarfachleuten kann der Anteil ökologisch erzeugter Produkte in Moldawien auf 20-30% im Verhältnis zu konventionell hergestellten Produkten anwachsen.

08.2 Grenzen des Wachstums


Es existieren jedoch auch ernstzunehmende Barrieren bezüglich der massenhaften Erzeugung ökologischer Weine.

  • Die natürliche Bodenfruchtbarkeit der moldauischen Schwarzerde wird auf Dauer überfordert sein. Nur durch ein reichliches Angebot an natürlichen Nährstoffen durch Gründüngung und Kompost, sowie Mist aus der Tierhaltung kann die Fruchtbarkeit nachhaltig aufrechterhalten werden.
  • Die Gefahr der Kreuzkontamination durch die Nähe konventionell wirtschaftender Betriebe muss durch Abschottung mittels großzügigen Wald- bzw. Grünstreifen minimiert werden.
  • Das Verhältnis von Nützlingen und Schädlingen muss stabilisiert, bzw. die Zahl der Nützlinge gefördert werden.
  • Der Einsatz von ökologischen Pflanzenstärkungs- und -pflegemitteln muss gesteigert werden.
  • Robuste pilzresistente Rebsorten (kurz Piwi), z. B. roter Regent, müssen gepflanzt werden.

Der Einsatz von relativ günstiger menschlicher Arbeit für die optimale arbeitsintensive Laubarbeit stellt einen Pluspunkt für die moldauische Ökoweinwirtschaft dar. Insgesamt bietet sich hier eine Chance die nur zeitnah ergriffen werden kann und für die die moldauische Weinbautradition die besten Voraussetzungen geschaffen hat.

08.3 Ausbau der Weine


Eine Etikettierung als Biowein ist rechtlich nicht zulässig, denn nur die Traubenproduktion ist durch die EG-Öko-Verordnung geregelt, nicht aber die Vinifizierung. Der Gesamtgehalt an schwefliger Säure zur Weinkonservierung ist für Weine von Trauben aus ökologischem Anbau auf 70 mg/l beschränkt. Bereits die Römer haben Wein geschwefelt um ihn haltbarer zu machen. Schwefel als Antioxidans ist unverzichtbar, lässt sich aber heute milligrammgenau dosieren, so das mit optimal geringer Menge ausgekommen werden kann. Durch Einsatz von Membranfiltern mit einer absoluten Abscheiderate von 0,45 µm muss die Schwefelung nicht mehr allein Schutz vor weinschädlichen Bakterien bewirken. Moderne Verschlusssysteme wie Glasstopfen, Drehverschlüsse und Kronenkorken verhindern eine Sauerstoffzufuhr nach der Abfüllung. Bei den früher verwendeten Korken musste die freie schweflige Säure einen Puffer gegen die Sauerstoffpenetration des Korkens bilden.

08.4 Gesetzeslage


In der moldauischen Weinwirtschaft wird bereits seit über fünf Jahren ökologisch gearbeitet. Leider kommt ein Gesetz, eine moldauische Ökoverordnung, im Parlament nicht zustande. Ohne gesetzliche Grundlage fällt die Zusammenarbeit mit europäischen und amerikanischen Weinimporteuren jedoch sehr schwer. Französische Önologen und Wissenschaftler der Universität Bordeaux, zu denen traditionell gute Kontakte bestehen, unterstützen ihre moldauischen Kollegen um den legislativen Prozess voranzubringen. Die Wissenschaftler führen auch Langzeituntersuchungen des Bodens in Bezug auf Anreicherung von Nitrat, Nitrit, Nitrosaminen, Schwermetallen (Eisen, Cadmium), sowie Pilztoxinen, zusammen mit dem moldauischen Gesundheitsministerium und VNIICOP (Moskau) durch.

Moldauische ökologische Weine und Säfte wurden von holländischen, deutschen, französischen und sogar chinesischen Rückstandsspezialisten untersucht, die bestätigten das keine über die Grenzwerte der EG hinausgehenden unerwünschten toxischen Bestandteile in den Produkten detektiert werden konnten.

Neue pilzresistente Rebsorten wurden getestet, die das gesamte Ökosystem Weinberg schützen. Bis auf extreme Jahre mit viel Regen, werden Pestizide, gänzlich überflüssig gemacht. Mittlerweile existieren in der Republik 10.000 ha mit pilzresistenten moldauischen Sorten und 6.000 ha importierter Sorten. weißer Suruceni, Viorica, Doina, weißer Oynitzkani, Weißer von Laloveni, Muscat von Laloveni, Muscat von Budschak, Riton, Legenda, ungarischer Byanka und deutscher Regent (Rebsorte). Die Volksrepublik China fragt bereits nach den neuen interspezifischen moldauischen Rebsorten.

09.0 Weinmessen


Viele Medaillen zeugen von der Kunst der moldauischen Weinerzeuger und ihrer konstanten Leistungen. Prestigeträchtige Auszeichnungen kommen von internationalen Wettbewerben in Russland, Europa und Amerika, wie der "Chardonnay of the World", der Bordeaux Weinwettbewerb, "Muscat of World" (Frankreich) sowie weiteren internationalen Wettbewerben z.B. im Vereinigten Königreich oder Deutschland. Moldawiens Reputation als Weinland ruft das Interesse ausländischer Investoren hervor.

09.1 Ausstellung ExpoVin Moldova’2006


Ausstellungsangebot:

  • Rot-, Weiß- und Roséwein, Konsum- und Jahrgangsweine, sowie Raritäten; verstärkte Weine und Schaumwein. Weinbrände, Liköre und Aperetive.
  • Maschinen und Ausrüstungen für den Weinbau und Rebschulen.
  • Kellereiausstattungen
  • Korken, Agraffen, Kapseln, Etiketten und andere Ausstattungsmaterialien.
  • Weinlagerungsausrüstungen und Weinliteratur.

Die ExpoVin Moldova'2006 findet vom 22 – 25. Februar 2006 in Chisinau (IEC MoldExpo) statt. Zielgruppen sind Weinbauspezialisten, Önologen, Weinhändler und- vermittler, Erporteure & Importeure, Groß- und Einzelhändler, Verbraucherverbände und Weinjournalismus.

10.0 Weinfeste und Legenden


Aufgrund des Regierungsbeschlusses ? 1005-XV vom 19. April 2002, wurde der zweiten Sonntag im Oktober jeden Jahres zum nationalen Weintag erklärt. Ziel dieses Weintages, Sarbatoarea Vinului, ist es das Prestige der Weinwirtschaft und von Moldawien zu fördern, wie auch erste Schritte Richtung Internationalisierung und globalisiertem Weinbau zu gehen. Im Jahr 2006 wird somit der fünfte nationale Weintag unter der Schirmherrschaft des Präsidenten von Moldawien, Vladimir Voronin begangen. Das Fest findet auf dem Zentralplatz von Chisinau statt

Hauptziele des zentralen Weinfests:

  • Die Weinfestkultur in dem Land wieder zu beleben, wo der Stolz auf Wein ein nationales Selbstverständnis ist, und wo Geschichte und Weinbautradition eng zusammenhängen
  • Eine jährliche Weinfesttradition zu etablieren um das Renomme der Weinwirtschaft Moldawiens zu erhalten, das Interesse an Qualitätsweinbau anzuregen und den Weinkonsum mit weinkulturellem Hintergrund zu fördern. *Um Moldawien für weinkulturell interessierte Besucher interessant zu machen.

Überall in den Weinbaugebieten Moldawiens wird an diesem zweiten Sonntag im Oktober der Jungwein zu traditionellen Weinfesten genossen. Die Moldawier sind sehr stolz Weinbauern zu sein. Es gibt viele Legenden zum Thema Wein. Die bekannteste erzählt von weißen Störchen mit Weinreben im Schnabel.

Während einer türkischen Invasion belagerte der Feind eine Festung bei Grodieshti. Die Verteidiger kämpften tapfer und entschlossen, jedoch gingen Speisen, Wasservorräte sowie auch die Kraft der Kämpfer langsam zur Neige. Plötzlich erschienen hunderte von Störchen am Himmel, die mit Hilfe des Windes und ihrer starken Flügelschläge den Feind zu Boden trieben. Die Störche warfen Bündel von Reben aus ihren Schnäbeln zu den Verteidigern hinunter. Die Krieger waren damit vor Durst und Hunger gerettet. Mit neuer Kraft verteidigte man erfolgreich die heimische Festung und der türkische Feind musste abziehen. Seit dieser Zeit gilt der Storch als ein Symbol des Glücklichseins und der Zufriedenheit. Heutzutage symbolisiert der Storch mit Trauben die moldauische Weinherstellung und ist auf dem Logo des Weinbauverbandes dargestellt.

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Weinbau in der Ukraine


Der Weinbau in der Ukraine hat eine lange Geschichte. Es werden unterschiedliche Sorten mit recht unterschiedlicher Qualität produziert.

Inhaltsverzeichnis:

1. Geschichte
2. Fakten
3. Rebsorten
4. Anbaugebiete

1. Geschichte


Eine Weinkultur gab es in der heutigen Ukraine schon im 4. Jahrhundert v. Chr. an der Südküste der Halbinsel Krim. Aus dieser Zeit wurden Pressen und Amphoren gefunden. Im nördlichen Teil entwickelte er sich aber erst viel später ab dem 11. Jahrhundert durch Mönche. Unter Katharina II. (1729 - 1796) wurde im Jahre 1783 die Halbinsel Krim Teil des Russischen Reiches. In der Nähe von Jalta ließ Graf Michail Woronzow im Jahre 1820 die ersten Weingärten anlegen und ein großes Weingut errichten. In der Nähe gründete er dann im Jahre 1828 das Weinbauforschungs-Institut Magaratsch. Der Begründer der berühmten Schaumweine ist Fürst Lev Golizyn, der nach dem Krimkrieg 1854 bis 1856 auf seinem Gut Novy Svet bei Jalta erstmals russischen "Champagner" herstellte und später für den letzten Zaren Nikolaus II. (1868 - 1918) das heutige Staatsweingut Massandra begründete.

Zu Sowjetzeiten war die Ukraine mit 250.000 Hektar der größte Lieferant der Weine in der UdSSR. 1986 kam es zu einer Katastrophe: etwa 80.000 Hektar der Weinberge wurden vernichtet, als Michail Gorbatschow eine Kampagne zur Begrenzung des Alkoholkonsums in UdSSR startete.

Seit 2000 nimmt die Herstellung sowie der Export der Weine rasch zu.

2. Fakten


In der Ukraine wird eine Rebfläche von über 120.000 Hektar bearbeitet, die eine Jahresproduktion von etwa 1,2 Million Hektoliter ergibt (2004).

3. Rebsorten


Die häufigsten Rebsorten sind Rkatsiteli, Aligoté, Cabernet Sauvignon, Saperavi, Riesling, Sauvignon Vert, Gewürztraminer, Pinot Gris, Sercial und Feteasca. Weiters gibt es rund 30 vom Institut Magaratsch kreierte Neuzüchtungen (z. B. Gobulok, Karmraiut, Magaratsch Bastardo, Magaratsch Ruby, Olimpiiski, Podarok Magaratsch, Saperavi Severnyi und Stepniak), zahlreiche autochthone Rebsorten (z. B. Jevat Kara, Kefessia, Kokus Bely, Sary Pandas und Soldaia) und rund 15 % der Produktion ausmachende Tafeltrauben. Der berühmte Krimsekt mit einer jährlichen Produktion von rund 50 Millionen Flaschen wird vor allem aus den Rebsorten Pinot Blanc, Riesling, Aligoté und Feteasca gekeltert, die größten Schaumwein-Kellereien befinden sich in der Hauptstadt Kiew sowie in Odessa, Sudak, Sewastopol und Charkiw. Bekannte Markenweine sind unter anderem Aluschta (rot), Naddniprjanske (weiß), Sonjatschna Dolyna (weiß), Trojanda Sakarpatja (weiß) und Tschorny Doktor (rot). Die besten Weine kommen vom Staatsweingut Massandra und werden traditionell wie zur Zeit der letzten, russischen Zaren nach Art des Portwein, Sherry und Madeira hergestellt.

In Transkarpatien wird oftmals auf privaten Grundstücken in Dörfern und Städten „Hauswein“, meist die Sorte Isabella, in Mengen von bis zu einigen hundert Litern pro Winzer, angebaut und gekeltert.

Anbaugebiete


  • Krim
  • Bessarabien
  • Süden der Ukraine, Oblast Cherson und Oblast Dnipropetrowsk
  • Transkarpatien

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