Château d'Yquem Drucken


Das Château d'Yquem ist eines der berühmtesten Weingüter der Erde.

Das Gut liegt in Sauternes, einer kleinen Ortschaft südöstlich von Bordeaux. Es ist das einzige Gut der Welt, das einen offiziellen Status als Premier Grand Cru Classé Supérieur genießt.

Das 100 ha große Weingut war Jahrhunderte im privaten Besitz der Familie Lur Saluces. Der Urahne sei ein "Kind der Liebe" eines der Sonnenkönige von Versailles gewesen. Der heutige Graf Lur Saluces verkaufte das Gut 1996 an den Luxusgüter-Konzern LVMH (Luis Vuitton Moët Hennessy), verblieb zunächst im Angestelltenrang eines Directeur General, wurde nun aber vor kurzem (2004) pensioniert. Er wurde durch Herrn Lurton ersetzt, der vormals auf Château Cheval Blanc, einem der besten Saint-Emilion-Weingüter, verantwortlich zeichnete.

Die Arbeit auf Yquem kennt einige Besonderheiten und Unterschiede zu anderen Weingütern:

  • Die Lese geschieht mehrfach auf denselben Feldern: man erntet ein Feld nicht nach mittlerer Reife ab, man erntet auch nicht Trauben als Ganzes, sondern selektiert bei der Ernte in etlichen, bis zu zehnfachen Lesegängen aus den Trauben die einzelnen Beeren heraus, die just den richtigen Grad an Reife haben.
  • Yquem bringt in schlechten Jahren, wenn das Wetter nicht genügend mitspielte, gar keinen Grand Vin, den "großen" Wein unter dem Namen "Château d'Yquem" heraus. Die Weintrauben werden dann an andere Güter oder Händler verkauft, oder sie stehen dem trockenen Weißwein "Y" (gesprochen Igrek) zur Verfügung. D.h. bestimmte Jahrgänge von Yquem-Weinen gibt es gar nicht. Das Gut verzichtet dann - bei fortlaufenden Kosten - auf viele Millionen Euro Verkaufserlöse, weil man nicht will, dass ein Wein in den Handel gelangt, der den eigenen hohen Erwartungen und denen der Kundschaft nicht entspricht.
  • Yquem belässt den jungen Wein zur Faßreife vier Jahre lang in den Barriques, den Eichenfässern von 225 Litern, ein Jahr mehr als alle anderen Sauternes-Güter, und doppelt so lange wie die hochwertigen Rotwein-Güter dies tun, bevor die Weine auf Flaschen abgefüllt werden und in den Verkauf gelangen.

Yquem hat eine nachgerade fanatische Qualitäts-Philosophie. Dementsprechend extrem aufwendig wird gearbeitet, und dementsprechend teuer ist der Wein. Pro Hektar werden 1250 Flaschen produziert. Aufgrund der hochwertigen Arbeit und aufgrund der besonderen Eigenschaften dieser Weine sind sie äußerst lange haltbar; selbst weit über hundert Jahre alte Flaschen versprechen hohen Genuss.

Literatur: Richard Olney: Yquem. Kreativ-Verlag, Zürich 1989, ISBN 3-906622-18-5

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Erklärung der Begriffe:


LVMH

LVMH ist die Abkürzung für den französischen Konzern Louis Vuitton Moët Hennessy S.A., der mit Mehrheitsrechten an ca. 50 verschiedenen Luxusmarken, die in 1693 Geschäften vertrieben werden im Jahr 2004 einen Jahresumsatz von 12.623 Millionen Euro und einen Nettogewinn von 1.010 Millionen Euro erzielte. Damit ist der Konzern, der im gleichen Jahr 56.509 Angestellte beschäftigte, weltweit Branchenführer in der Luxusgüterindustrie.

Der Name des Konzerns setzt sich zusammen aus den Marken des Koffer- und Taschenherstellers Louis Vuitton des Champagnerherstellers Moët et Chandon und des Cognacproduzenten Hennessy.

Vorsitzender des Vorstandes und Mehrheitsaktionär (60%) ist Bernard Arnault (Groupe Arnault).

Luxusgüterbranche: Während die Luxusgüterhersteller lange Zeit alteingesessene Familienbetriebe waren, sind sie heutzutage meist Teil eines internationalen Luxusgüterkonzerns, siehe Konkurrenz unten. Nach außen hin werden die Marken unabhängig dargestellt, aber intern werden Zulieferer und Lizenznehmer zur Kostenersparnis geteilt. Das umsatz- und gewinnträchtigste Feld ist das Lizenzgeschäft mit Düften und Kosmetika, Lederwaren, Brillengestellen, Uhren und Schmuck, da sich die eigentliche Mode nur wenige wohlhabende Kunden leisten können.

Wichtige Wachstumsmärkte für Luxuswaren sind Russland, Indien und insbesondere China, Japan und Korea.

Marken der Gruppe LVMH: In Klammern: Anteile und Datum der Übernahme

  • Champagner: Moët & Chandon, Dom Pérignon, Krug (seit 1999), Veuve Clicquot, Canard-Duchêne, Ruinart, Mercier.
  • Cognac: Hennessy, Belvedere et Chopin.
  • Wein: Château d'Yquem (64 % seit 1996/99).
  • Mode und Lederwaren: Louis Vuitton, Loewe, Berluti (Schuhe), Givenchy, Thomas Pink (Hemden), Marc Jacobs, Pucci, Kenzo (1993), Céline (1993), Gucci (34,4 % seit 1999), Fendi (51 % seit 1999), Tod's (3,5 % seit 2000), Donna Karan (Prêt-à-Porter).
  • Uhren und Schmuck: Fred Joailler (1998), TAG Heuer (Schweizer Uhren), Chaumet, Zenith (Schweizer Uhren, 1999), Omas (2000), De Beers.
  • Parfüm und Kosmetik: Christian Dior, Guerlain (4,2 % seit 1987, 58,8 % seit 1994), Givenchy, Kenzo (1993), Laflachère, Make Up For Ever, Fresh, Loewe, Acqua di Parma
  • Einzelhandel: Duty Free Shoppers (DFS, 1998), Sephora (1997, 461 Boutiquen), Marie-Jeanne Godard, Le Bon Marché (1998), Miami Cruiseline Services, La Samaritaine (Januar 2001)
  • Medien: "Connaissance des Arts", "La Tribune", "Investir", "Défis", "Le Monde de la Musique", Radio Classique.
  • Sonstiges: Philipps (27 %).

Konkurrenzfirmen:

  • Pinault-Printemps-Redoute (PPR) S.A., Paris: Eigentümer ist der französische Milliardär François Pinault. Marken: Gucci, Yves Saint Laurent, Bottega Veneta; Pariser Luxuskaufhäuser Printemps-Redoute.
  • Prada-Gruppe, Mailand; Chief Executive Officer: Patrizio Bertelli; Marken: Prada, Jil Sander, Helmut Lang.
  • Compagnie Financière Richemont (CFR), Genf; Eigentümer ist der südafrikanische Milliardär Johann Rupert; Marken: Cartier, Montblanc, Dunhill u. a. Ein besonderer Schwerpunkt der Richemont-Gruppe sind schweizer und deutsche Luxusuhren wie Vacheron-Constantin, Piaget, Baume-Mercier. Richemont übernahm im Jahr 2000 für 3,0 Mrd. DM die LMH Holding von ehemals Vodafone-Mannesmann, zu der so bekannte Uhrenmanufakturen wie die IWC, A. Lange & Söhne und Jaeger-LeCoultre gehörten.
  • EganaGoldpfeil-Holding, Hongkong; Eigentümer ist der deutsche Hans-Jörg Seeberger. Schwerpunkt sind deutsche Marken, dabei vor allem Lederwaren. Marken u. a.: Comtesse, Goldpfeil, Salamander, Cerruti.

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Barrique

Barriquelager in einer französischen Weinkellerei ©
Barriquelager
in einer
französischen Weinkellerei

Wortherkunft: Im Französischen bedeutete barrique ursprünglich Fass. Dann wurde der Begriff auf das gebräuchliche Fassmaß eingeschränkt, das in der Regel ein Volumen von 225 Litern besitzt. Mitunter wird auch der darin hergestellte Barriquewein verkürzt als „Barrique“ bezeichnet.

Von Barrique leitet sich auch das Wort Barrikade ab; denn während der Julirevolution 1830 dienten mit Erde gefüllte Barriques als Straßensperren.

Material: In Frankreich werden zur Barriqueherstellung häufig die Eichen aus dem Limousin und dem Allier verwendet; allerdings werden Eichenfässer inzwischen in der ganzen Welt gefertigt. In Deutschland stellt man sie beispielsweise aus Steigerwaldeiche her. Spanische Weine reifen üblicherweise in Fässern aus amerikanischer Eiche, die einen kräftigeren Geschmack liefert als europäische Sorten. In Spanien heißt das Fass zur Weinreifung barrica.

Charakter von Barriqueweinen: Das Fass wird beim Ausbau des Weins zur Lagerung eingesetzt, um das Aromaspektrum und die Gerbstoffe (Tannine) mit Komponenten aus dem Holz wie Vanillin abzurunden. Je neuer das Fass, desto größer sein Einfluss auf den Geschmack.

Ein Barrique in Bearbeitung ©
Ein Barrique in Bearbeitung

Außerdem wird der Wein durch den minimalen Luftaustausch beeinflusst. Der Wein erhält dadurch eine oxidative Reife. Der Barrique-Ausbau wird vor allem bei Rotwein praktiziert, ist aber durchgängig bei roten und weißen - trockenen und edelsüßen - Weinen aus den Anbaugebieten Bordeaux und Burgund zu finden. Die Reifung im Eichenholz macht einen Wein nicht unbedingt besser; sie ist für kräftige Sorten wie Cabernet-Sauvignon oder Chardonnay geeignet, würde aber einen subtilen Riesling erdrücken.

Man findet auch die Bezeichnung „barriqué“ (mit Akzent auf dem e). Dies kennzeichnet einen Wein, der „barriquisiert“ wurde, also im Unterschied zu nicht im Barrique ausgebautem, sonst gleichem Wein durch die Lagerung im kleinen Eichenfass ein verändertes Aromenprofil bekam.

Der Ausbau im Barrique erfordert viel Wissen, Erfahrung und Sorgfalt. Für einen guten Barriquewein ist die Qualität des Weines ebenso entscheidend wie die des Fasses. Eine große Rolle spielt der Röstgrad, also die Stärke der Erhitzung, welche die Dauben in die gewölbte Fassform zwingt. Jedes Fass gibt dem Wein ein einzigartiges Aroma. Barriques verlieren von Verwendung zu Verwendung an Aromakraft und werden in der Regel durch neue Fässer ersetzt.

Nur selten werden für eine gesamte Weincharge neue Barriquefässer verwendet. Man kann die Geschmacksintensität steuern, indem man nur für einen Teil neue Fässer, für einen anderen Teil Zweitbelegung und für den Rest Drittbelegung verwendet. Diese Entscheidung obliegt dem Kellermeister, denn er sollte wissen, wie viel Holzeinsatz sein Wein verträgt.

Während Rotweine im Holzfass lediglich reifen, finden beim Weißwein auch die Gärung und die malolaktische Gärung im Barriquefass statt. Hierfür werden aber keine neuen Fässer verwendet, weil der Geschmack zu intensiv wäre.

Der Wunsch, dem Wein einen „Holzton“ zu verleihen, hat oftmals Marketinggründe; man glaubt, einen Wein, der nach Holz, nach Barrique schmeckt, teurer verkaufen zu können. Dabei gilt ein zu prägnanter, vordergründiger Holzgeschmackston in Wirklichkeit als Mangel.

Barriqueweine ohne Holzfässer: Um die Kosten der Bereitung von Barriqueweinen zu verringern, werden im internationalen Weinbau seit einiger Zeit Methoden verwendet, die den Holzgeschmack ohne Holzfasslagerung liefern. Entweder werden dem Wein sogenannte Chips - Eichenspäne - zugesetzt, oder aber das Barriquearoma wird gleich in pulverförmiger oder flüssiger Form hinzugefügt. Solche Methoden der Weinherstellung sind in der EU verboten. Allerdings dürfen seit dem Inkrafttreten des Weinhandelsabkommens zum 1. Januar 2006 diese Weine hier gehandelt werden, während ihre Einfuhr bis dahin verboten war.

Bei den sogenannten Chips hat der Anwender verschiedene Möglichkeiten. Entweder werden an den Innenwänden der Stahl- oder Betontanks Eichenholzbretter angebracht, oder man hängt bei kleineren Einheiten ein Säckchen mit Holzstückchen in den Wein. Die Tannine und der Eichengeschmack werden in den Wein abgegeben und prägen so den Geschmack. Ob der Wein im Barriquefass reifte oder durch die Zugabe von Chips aromatisiert wurde, lässt sich fast nur im Direktvergleich feststellen. Selbst Fachleute erkennen chipsaromatisierte Weine nicht immer auf Anhieb.

Geschichte der Barriquelagerung: Das Holzfass zur Lagerung und zum Transport von Getränken war eine Erfindung der Gallier, welche die Römer übernahmen.

Aus der Historie sind für das „Barriquisieren“ drei Fälle erwähnenswert:

  • Die Engländer, die lange die Gegend von Bordeaux beherrschten, bemerkten, dass der auf Schiffen im Holzfass transportierte Wein haltbarer wurde.
  • Die hanseatischen Kaufleute in Bremen, Hamburg und Lübeck waren Freunde des „Rotspons“; dies war Rotwein, der in Bordeaux gekauft, dann in die Hansestädte verschifft und dort aus verschiedenen Lieferungen verschnitten wurde. Gelegentlich sollen Winzer aus Bordeaux, die ihre hanseatischen Kunden besuchten, ihre eigenen Weine nicht wiedererkannt haben - so gut waren sie infolge der Holzfasslagerung geworden.
  • Louis-Gaspard Estournel aus Saint-Estèphe bei Bordeaux stellte Anfang des 19. Jahrhunderts fest, dass einige in Arabien und Indien nicht verkaufte Wein-Partien nach dem Rücktransport erheblich besser geworden waren. Er markierte diese Partien mit einem „R“ für „Retour des Indes“ (zurück aus Indien) und verkaufte sie, als sich ihre Qualität herumsprach, zu immer besseren Preisen. Endlich beschloss er, alle seine Weine vor dem Verkauf in Holzfässern zu transportieren.

Der Ausbau in neuen Holzfässern war ursprünglich nur den besten und schwersten Weinen vorbehalten. So verkauften die großen Weingüter des Bordeaux, wie etwa Château Margaux, das eine eigene Küferei betreibt, ihre gebrauchten Fässer an weniger wohlhabende Weingüter weiter.

In den 1980er Jahren kam die Technik des Barriqueausbaus weltweit in Mode. Diese Entwicklung ist zum einen auf die Internationalisierung des Weinbaus zurückzuführen, wobei die im Bordeaux angewandten Methoden eine Vorbildfunktion einnehmen. Zum anderen ist die Nachfrage nach hochwertigen, schweren Rotweinen mit komplexen Aromen stark gestiegen, so dass ein großer Markt für Barriqueweine auch in anderen als den traditionell dafür bekannten Regionen entstand.

Der Ausbau im kleinen Eichenholzfass wurde in Deutschland erst in den 1990er Jahren eingeführt. Die Weine mussten zunächst als Tafelwein vermarktet werden, da sie nicht als Qualitätswein anerkannt wurden. Mittlerweile haben deutsche Barriqueweine ein hohes Qualitätspotenzial erreicht und sind im Hochpreissegment angesiedelt, gelten aber nach wie vor als Nischenprodukt. Die Zulassung von Eichenholzchips ist in Fachkreisen noch heftig umstritten; bisher wurden in Deutschland lediglich Ausbauversuche gestattet.

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